Das Buch erzählt die Geschichte des Gewerkschaftlers Nikolaus Groß, der im 3. Reich sich dem zivilen Widerstand anschloss und wegen Beteiligung an den Planungen nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt wurde.
Bücker beschreibt Nikolaus Groß als einen typischen Vertreter des Ruhrgebietes. 1898 als Sohn eines Zechenschmiedes im heutigen Hattingen-Niederwenigern geboren, wurde auch er Bergmann. Noch im Kaiserreich schloss er sich dem christlichen Zweig der Bergarbeitergewerkschaften an. Auch trat er der Zentrumspartei und dem katholischer Arbeiter- und Knappenverein bei. Er nutzte die Fortbildungsmöglichkeiten, die sich ihm dadurch boten. 1920 wechselte er hauptberuflich zur Bergarbeitergewerkschaft und arbeitete in den nächsten Jahren an unterschiedlichen Orten im ganzen Reich als Gewerkschaftssekretär. Seine Stationen lauteten Oberhausen, Essen, Sachsen, Bottrop. Dann wechselte er in die Redaktion der Zeitung des Westdeutschen Verbandes der katholischen Arbeitervereine, als sie dort einen Journalisten suchten, der die enge Zusammenarbeit zwischen Christlichen Gewerkschaften und katholischen Arbeitervereinen garantierte. Dort setzte er sich für die Interessen der Arbeiterschaft innerhalb des politischen Katholizismus ein und bezog gegen den Nationalsozialismus Stellung. Er galt ihm als arbeiterfeindlich und Gefahr für die sozialen Errungenschaften der Weimarer Republik, die er gegen Angriffe von rechts verteidigte.
1938 wurde seine Zeitung nach mehreren Verboten und Beanstandungen verboten. Nikolaus Groß setzte die Verbandsarbeit für die KAB fort. Gemeinsam mit den übrigen Vertretern der Verbandsleitung schloss er sich dem politischen Widerstand gegen Hitler an. In der Verbandszentrale in Köln trafen sich Gewerkschaftler und Zentrumspolitiker, um für die Zeit nach Hitler zu planen. Sie traten in Kontakt mit dem Berliner Kreis um den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler, der in den Planungen der Opposition gegen Hitler als Reichskanzler vorgesehen war, und beteiligten sich an deren inhaltlichen und personellen Überlegungen. Sie wurden alle verhaftet und überlebten das 3. Reich nicht. Nikolaus Groß wurde am 15. Januar 1945 zum Tode verurteilt und am 23. Januar in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Der Text gibt einen klaren Einblick in die weltanschauliche Position von Nikolaus Groß, die sich durch seinen Glauben an die universalen und unveräußerlichen Menschenrechte sowie seine Hochschätzung der Demokratie auszeichnet. Sein Engagement galt vor allem auch der Bewahrung der sozialen Gerechtigkeit im Kontext der Massenarbeitslosigkeit - ein heute wieder aktuelles Thema. Mit der Einordnung seiner Aktivitäten in den Widerstand des Kölner Kreises lenkt sie das Augenmerk auf den häufig übersehenen Widerstand katholischer Arbeiter und anderer Laien.
Das Buch zeichnet sich durch eine anschauliche Schilderung aus, ohne dabei ungenau oder oberflächlich zu werden. Bücker gelingt eine lebendige Schilderung der Persönlichkeit von Nikolaus Groß, die auch den auch den Nicht-Historiker in seinen Bann schlägt. In dieser Ausführlichkeit gibt es kein weiteres Buch über Nikolaus Groß