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Ich komme nicht umhin zu sagen,dass Diary damit etwas sehr schönes geschaffen hat.Dunkel und tiefgründig.
Die Box selbst ist mit viel Liebe gestaltet, es ist ein Gesamtkunstwerk.
Ich verneige mich vor dieser Leistung.
Auf dem rein elektronischen Sektor ist es mit Sicherheit das beste Werk seit Erfindung der Stromerzeugung. Vom emotionalen Sektor her ist es eine gegenseitige Gefühlshäutung zwischen Sänger und Hörer.
Die morbide Atmosphäre seziert die Melancholie, unterteilt sie in Depression und Manie und fügt sie mit einer unglaublichen Liebe zum Detail in eine eruptive Explosion beider Gehirnhälften. Musikalisch ist "Nigredo" von einer Elegie behaftet, deren Trauerflor fast sanftmütig die Lichter dimmt. Eingestreute Flächen voller emotionaler Hingabe - die Hand, welche dich in die Tiefe zieht, taucht überraschend am anderen Ende auf und hilft dir aus dem Loch. Die Rettung ist jedoch ein fragwürdiges Vergnügen, weil du immer wieder aufgefordert wirst, einen Blick zurück zu werfen.
Sicherlich werden einzelne Vorlieben der jeweiligen Hörer besondere Highlights finden, seien es die Clubgänger mit "Giftraum" oder "Kindrom", die Melancholiker mit "Charma Sleeper", die Träumer mit "Portrait of a Cynic", für mich bleibt es ein monomentales Gesamtkunstwerk, welches sein Oeuvre bereits beim Auspacken der Box aufzeigt.
Legt man die CD dann ein und nimmt sich das ausführliche Booklet zur Hand, entzieht man sich einer Realität, welche einem fortan immer wieder textlich einen Spiegel in die Hand gibt. Gut, man muss nicht hineinsehen, man muss sich auch nicht einer autogenen Psychotherapie unterziehen, aber man kann. Wem es gelingt, sich in dieses Werk fallen zu lassen, geht auf eine Reise. Diese Gedankenreise führt in die Gedankenwelt von Adrian, aber sie führt in produzierter Hinsicht auch in einen selbst.
Diary of Dreams zelebrieren über 70 Minuten Musik, bei jedem aufgenommenen Ton spürt man die Gedanken, die Arbeit, die Schweißtropfen, welche während der über Monate dauernden Aufnahme gemacht, geleistet und vergossen wurden.
Wenn es je einer Band gelungen ist den Äquator zwischen Bombast und Minimalismus zu finden, dann Diary of Dreams. Vielleicht ist die limitierte Version bald unter „Kunst" bei ebay zu finden.
Aber wer weiß das schon...
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