Lange hats gedauert bis nun endlich Teil 3 der Reihe in der Reihe des sogenannten Adversary Zyklus von F. Paul Wilson erschienen ist. Insgesamt 6 Romane bilden diesen Zyklus, in dem Wilson den Kampf der Menschen gegen die böse Macht Rasalom beschreibt. Dabei bilden die Werke "Das Kastell", "Die Gabe" und "Die Gruft" (letzteres gleichzeitig Auftakt der Repairman-Jack - in Deutsch: Handyman-Jack Reihe) die voneinander vollkommen losgelösten drei Auftaktromane, die man vollkommen unabhängig voneinander lesen kann. Dahingegen sind "Erweckung", "Angriff" und nun "Nightworld" auf die Geschehnisse der ersten 3 Romane aufbauend und gleichzeitige auch in genau der Reihenfolge zu lesen.
Klingt ziemlich kompliziert und ist es vielleicht auch, weil doch eine Menge Ereignisse und Charaktere in den Story auftauchen, die gerade in den letzten 3 Romanen eine wesentliche Rolle spielen. Aber genau DAS zeichnet u.a. das Schaffen und die Storys von F.Paul Wilson aus - eine komplexe und in sich miteinander verwobene fiktive Welt mit ständig wiederkehrenden Personen. Alles hat miteinander zu tun und gerade für die Fans des Autors und seiner Romane ist jedes neue Werk ein weiteres Puzzlesteinchen in dem Gesamtkunstwerk.
In "Nightworld" geht es nun um den finalen Kampf der Menschheit gegen Rasalom, bei der alles auf dem Spiel steht und der Kampf kaum noch gewinnbar ist. Es beginnt damit, dass plötzlich auf der gesamten Welt die Sonne jeden Tag ein Stück später aufgeht und gleichzeitig ein Stück früher untergeht. Gleichzeitig tun sich überall auf der Welt unheimliche bodenlose Löcher auf - eines davon mitten im Central Parc in N.Y. Und sobald es dunkel wird, spucken die Löcher gefährliche und aggresive Wesen aus, die während der Dunkelheit alles Lebende vernichten. Und die Dunkelheit wird von Tag zu Tag immer länger, während Rasalom sich am Verwandeln ist, um seine Widersacher und die Welt vollkommen zu vernichten. Und diese Widersacher, allen voran der gealterte Glaecken, der ehemalige Priester Bill und Handyman Jack, scheinen machtlos. Als allerletzte und verzweifelte Chance bleibt Ihnen nur noch, bestimmte Teile eines Schwertes (siehe auch "Das Kastell"), die geheimnisvolle Gabe Dat Tay Vao (siehe auch "Die Gabe") und zwei besondere Halsketten (siehe auch "Die Gruft") zusammen zu bringen. Doch diese sind auf der gesamten Welt verstreut und die Dunkelheit wird immer länger.
Nachdem in "Erweckung" die Rückkehr Rasaloms auf die Erde beschrieben wird sowie in "Angriff" wie seine Macht unerbitterlich zunimmt, während seine Widersacher einen hoffnungslosen Kampf zu führen scheinen, beschreibt "Nightworld" den beginnenden Untergang der Menschheit und den verzweifelten, in einem fulminanten Show Down endenden Kampf der kleinen Gruppe an Widersacher. "Nightworld" ist dabei Horroraction pur und F. Paul Wilson nimmt seine Leser auf einen atemlosen Tripp mit, dessen Ausgang bis ganz zum Schluß ungewiss ist. Geschickt führt er die Ereignisse und Charaktere der fünf anderen Romane zusammen, greift die losen Enden jeden einzelnen Romanes auf und verknüpft sie zu einem faszinierenden und fulminanten Finale. dabei zieht er das Tempo der Vorgängerromane extremst an und steigert auch die Brutalität der Ereignisse. Die Elemente des klassischen Horrors und Splatters stehen da eindeutig im Vordergrund, doch trotzdem gelingt es Wilson, ein hohes Niveau zu halten. Lediglich manche Wendungen und Ereignisse wirken zu konstruiert und pathetisch.
Summa summarum ist "Nightworld" aber ein würdiger Abschluß seines Adversary-Zyklus, für die Fans seiner Romane nicht nur ein "Muß", sondern sicherlich auch ein absolutes Highlight. Ein fingernagelschädigender Pageturner ist es dabei allemal. Und ein Blick auf seine bereits in den USA erschienenen aktuelleren Werke zeigt, dass auch das Ende dieses Zyklus noch Potential für mehr lässt. Das lässt hoffen, denn Wilson ist mit seiner besonderen Gabe, die Genres Mystery, SF, Horror sowie klassischen Thriller zu mixen, einer der für mich besten Autoren weltweit.