Aus der Amazon.de-Redaktion
In ihrer Heimat ist sie lange schon ein Star, mit seidigem Pop-Timbre und klassischem Jazz, Pat Metheny höchstpersönlich sorgte für den ersten Plattenvertrag der jungen Sängerin und Songwriterin: Silje Nergaard aus Norwegen präsentiert mit
Nightwatch nun ihr achtes Album, und von kreativer Schaffenskrise kann keine Rede sein. Die Kompositionen der Pop-Charts-Stürmerin sind mehr als beachtlich. Silje Nergaard kann wirklich Melodien schreiben, eine Kunst, die nicht allzu viele beherrschen.
Ihr Stil badet sich in traditionellem Jazz, auch gerne mal ein Bossa oder Classic R&B, und dennoch klingt es niemals platt und abgegriffen: sie schafft es, das Alte mit dem Heute zu verbinden, die Zeiten wie selbstverständlich ineinander fließen zu lassen, authentisch, natürlich, einfach überzeugend. Und dann haben wir noch den Pianisten Tord Gustavsen zu erwähnen, der seit vielen Jahren zu Nergaards Stammquartett gehört und der erst kürzlich mit einer fantastischen Trioaufnahme für ECM brillierte. Er ist eine echte lyrische Bereicherung und sicherlich seelenverwandt mit Silje Nergaard in ihrer Liebe zu tiefem Zartgefühl.
Nergaards helle und hin und wieder sympathisch kratzende Stimme hat viel sinnlichen Charakter; die Arrangements sind lebendig und zugleich geschmackvoll dezent, und dann schleicht sich doch noch eine moderne Folk-Popballade ein: wunderbar. --Katharina Lohmann
Erfrischend unverbildet mutet das leicht verhuschte Stimmchen aus Skandinavien zunächst an. Doch wirkt die Gesangstechnik der Norwegerin - auch auf ihrem immerhin achten Album - bei allem atmosphärischen Ehrgeiz immer etwas amateurhaft. Selten ebenbürtig ist sie somit dem von routinierter Hand gefügten Jazzinstrumentarium, von dem sie ihre Stimme fachgerecht umhüllen lässt. Hinterm nostalgischen Edelgepräge aus Barjazz und Bossa bleibt das vokale Manko allgegenwärtig - und ist zugleich auf Eingängigkeit erpicht. Eine Kombination, die man wohlwollend naiven Charme nennen kann. (wd)
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