ZUM ORIGINAL:
Im Jahre 1984 schuf Wes Craven mit "A Nightmare On Elm Street" einen Film, der zum einen bei Publikum und Presse gut ankam, zum anderen war er so erfolgreich, dass im Laufe der Jahre noch sechs Sequels nachgeschoben wurden. Leider verkam der unheimliche Killer aus den Alpträumen, Freddy Krüger, mit jedem Sequel mehr und mehr zu seiner eigenen Karikatur. War Teil 1 noch sehr düster inszeniert und quasi humorfrei, war spätestens mit Teil 4 aus dem personifizierten Bösen eine quasselnde Witzfigur geworden, die von den Fans der ersten Stunde nicht mehr ernst genommen wurde.
ZUM FILM:
Mit dem 2010er Remake von "A Nightmare On Elm Street" ist ein unvermeidliches Remake erschienen, das in mir die "back to the roots"-Hoffnung geweckt hat: Weg mit Satire, deplatziertem Humor und Freddy als Stichwortgeber für ausgelutschte Kalauer! Zurück zu einer düsteren, bösen und ernsthaften Inszenierung, in der Freddy Krüger einfach nur das ist was er ist: Ein gnadenloser Killer! Meine Hoffnungen wurden in dieser Hinsicht voll und ganz erfüllt! Sehr gut gelungen finde ich auch, dass das Remake versucht, eigene Wege zu gehen, statt das Original einfach zu kopieren. Wes Cravens Klassiker wird daher weniger kopiert, als viemehr zitiert. Durch diese Tatsache und durch die Idee, die Erlebnisse und Eigenschaften der Personen aus dem Original teilweise auf mehrere Personen im Remake zu verteilen, wurde der Handlungsverlauf auch für Kenner des Originals kaum vorhersehbar. In dieser Hinsicht war ständig für Spannung gesorgt.
Nicht zu überzeugen wissen jedoch das Drehbuch im allgemeinen und die Darsteller im besonderen. Die Story funktioniert leider nach dem Prinzip, immer noch einen draufsetzen zu wollen. Sind die Träume anfangs noch eher spärlich gesät, finden sie gegen Ende des Films nahezu permanent statt. Die Erklärung mit dem Sekundenschlaf, dem man sich nach sehr langer Wachphase nicht mehr entziehen könne, wirkt dabei nicht glaubwürdig, da dies bedeuten würde, dass jeder noch so kurze Schlaf nur aus einem Alptraum besteht... Scheinbar wollte man Freddy Krüger eine möglichst große Bühne bieten. Das mag effektvoll sein, sorgt jedoch durch die inflationäre Träumerei nur für mehr Träume, nicht jedoch für mehr Spannung. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen.
Bei den jungen Darstellern siegt zumeist die Optik über das Talent und Thomas Dekker in der Rolle des mordverdächtigen Jesse Braun ist komplett fehlbesetzt. Allenfalls Kyle Gallner in der Rolle des Quentin Smith weiß etwas mehr zu überzeugen. Der auf starke Nebenrollen spezialisierte und schauspielerisch sehr erfahrene Clany Brown überzeugt hingegen voll und ganz, nur hat er leider wenig screen time.
Insgesamt wurde ich recht gut unterhalten, wenngleich das Original aus den 80ern in einer eigenen Liga spielt. Wer also erwartet, mit dem Remake einen sehr guten Film sehen zu können, dürfte enttäuscht werden. Für einen spannenden Filmabend reicht "A Nightmare On Elm Street" hingegen ohne weiteres aus. Und ganz nebenbei: Er ist deutlich besser als die meisten Filme aus der alten Nightmare-Reihe.
ZUR BLU-RAY:
Die BluRay-Disc überzeugt mit einem wirklich sehr guten Bild und einem Sound, der aufgrund seiner sehr guten Dynamik(sprünge) gleich mehrmals für Schockmomente sorgt. Mehrkanalsound aus allen Kanälen und reger Tiefbasseinsatz lassen die Ohren von manchem Soundfetischisten richtiggehende Freudesprünge machen. Und wer dann noch Lust auf Hintergrundinfos hat, kann in den zahlreichen Extras stöbern. Insgesamt kann ich eine klare Empfehlung für die BluRay-Version aussprechen