Eins gleich vorneweg: mit dem neuen Album ist den Kaliforniern schlichtweg ein Geniestreich gelungen. Auf "Nightmare" findet man keine einzige schwache Minute und jeder Song kann einen auf seine eigene Art fesseln.
"Nightmare" ist ein klasse Opener, nach einem ruhigen Intro folgen A7X- typische zweistimmige Gitarreläufe und ein Rifffeuerwerk, wie man es von früheren Alben kennt. Natürlich darf auch ein fulminantes Solo nicht fehlen. "Welcome to the family" ist ebenfalls ein härteres Stück, mit einem netten Refrain und coolen Riffs, für mich persölich aber eher einer der gewöhnlicheren Avenged Sevenfold Songs. "Danger Line" fängt mit einem marschartigen Intro an und nimmt dieses Thema gegen Ende auch wieder auf. Ansonsten ein schöner Refrain und etwas, das es bei A7X bisher auch noch nicht gab: eine gepfiffene Melodie im Outro.
Anschließend folgt für mich das erste Highlight auf dem Album: "Buried Alive" . Mit einem wunderschönen Intro aus Gitarren und Streicher und vor allem die Wechsel zwischen härteren und ruhigen Parts überzezgen mich vollends. Die Mördersoli tun ihr übriges. Am Ende erinnert der Song dann ein bisschen an Metallica, was aber keineswegs negativ gemeint ist.
Schon von der ersten Sekunde an offenbart sich der Charakter von "Natural born killer". Ein weiterer Titel der härteren Gangart, zu dem man eigentlich nicht viel sagen braucht, wenn man die Vorgängeralben kennt. Nun folgt ein meiner Meinung nach weiteres Highlight mit "So far away" aus der Feder des Leadgitarristen Synyster Gates.Eine geniale Ballade, die es mit "Seize the Day" aus dem 2005er Album "City of Evil" aufnehmen kann. Auch hat man vorher selten ein solch gefühlvolles Solo von Synyster Gates gehört.
Gleich darauf schon der nächste Kracher: "God hates us all" ist der wohl härteste Track des Albums, auch wenn es das ruhige Intro kaum vermuten lässt. Es folgen dann aber Riffs, zu denen man nichts anderes machen kann, als sein Kopf im Takt zu Schütteln. Außerdem schreit M. Shadows kurze Passagen, was man seit "Sounding the seventh Trumpet" und "Waking the Fallen" von ihm leider nicht mehr gehört hat.
Das Intro von "Victim" erinnert ern bisschen an "Hells Bells" von AC/DC und erzeugt einen stimmigen Eindruck mit für A7X ungewöhnlich hohem Gesang. Eine tolle Power- Ballade, inklusive 2 hammer Soli. Es folg eine weitere Ballade mit "Tonight the World dies". Hier sticht vor allem die stimmige, mit Bottleneck gespielte Gitarre heraus, die dem Track das gewisse etwas verleiht, M.Shadoes liefert hier eine tolle gesangliche Leistung ab.
Zum Schluss folgen noch die, wie ich find, 2 besten Lieder des neuen Albums. Ein A7X- Song ganz ohne Gitarren wäre undekbar sollte man meinen, was man aber mit "Fiction" zu hören bekommt ist einfach genial. Eine Ballade mit einem Klavierlauf, der unter die Haut geht, eine wundervolle Melodie, außerdem spielt der vor 7 Monaten verstorbene Drummer der verbliebenen 4 Jungs eben jenen Klavierlauf und ist noch in kurzen Passagen mit Vocals zu hören. Großartig!
Nicht minder genial ist das mit fast 11 Minuten längste Stück "Save me". Es hat einfach alles, was Avenged Sevenfold ausmacht und hat eine so verstrickte Struktur, dass es eine wahre Freude ist, es jedesmal aufs neue anzuhören und immer wieder etwas Neues zu entdecken. Hört es euch unbedingt an!!!
So bleibt mir nur eins zu sagen: KAUFEN!!!. Dieses Album hat einfach alles, meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Avenged Sevenfold entwickeln sich ständig weiter und so hält auch dieses Album neben vielem Gewohntem auch Überraschungen bereit.
Mit diesem Album haben sie auf jeden Fall auch ihrem verstorbenen Bandkollegen ein Denkmal gesetzt, der ja viele der Stücke noch mitkomponiert hat.
Zum Schluss auch noch ein Lob an "Ersatzdrummer" Mike Portnoy, der einen super Job geleistet hat und einen würdigen Ersatz für The REV liefert.