Wes Craven - studierter Psychologe und ehemaliger Pornofilmregisseur - gehört seit den 70ern zu den Filmemachern, die in gewissen Abständen dem ausgelutschten Horrorfilmgenre neue Impulse versetzen können. Angefangen von THE HILLS HAVE EYES, über NIGHTMARE in den 80ern, SCREAM in den 90ern, bis zum Schließen des Kreises mit dem von ihm 2006 produzierten Remake des erstgenannten HILLS.
Inwieweit der erlernte Beruf Craven beim Erschaffen furchteinflößender Kreaturen und Storys behilflich war, kann man nur vermuten. Fakt ist jedoch, dass Freddy Krueger jedem echten Horror-Fan in seinem ersten Leinwandauftritt (und mir auch noch im Sequel FREDDY'S RACHE - wenn auch damals auf VHS stark gekürzt) einen Heidenschrecken eingejagt hat.
Der Einfallsreichtum in Inszenierung und Effektgestaltung (insbesondere der Tod Tinas im - für die Kamera unsichtbar - rotierenden Schlafzimmer) verschleierte gekonnt das geringe Budget. Unterstützung erfuhr Craven außerdem durch den für das Sujet überdurchschnittlichen Cast, allen voran die in den Teilen 3 und 7 zurückkehrende Heather Langenkamp im Part der Scream Queen. Robert Englund hauchte dem später als Pizzagesicht titulierten und mit zunehmender Laufzeit der Serie zum sprücheklopfenden Schlitzer verkommenen, im Ursprung tragischen Charakter unverwechselbar Leben ein.
Eine Erwähnung verdient noch die prägnante musikalische Untermalung durch den Score Charles Bernsteins. Unwillkürlich stimmt man beim Erklingen des Freddy-Themas stets den Kinderreim "Eins - zwei - Freddy kommt vorbei..." an.
Im Vergleich zu den eindimensionalen, um nicht zu sagen tumben Serienschlitzern Michael Myers oder Jason Vorhees gefiel mir an Freddy immer schon der ausgereiftere Hintergrund und der boshafte Charme, den er auch in den Effektorgien ab Teil 3 nicht einbüßte.
Die Blu-ray Umsetzung des immerhin schon ein Vierteljahrhundert alten Streifens ist überraschend gut gelungen. Zwar darf man kein High-Def Feuerwerk erwarten und Filmkornhasser werden die Krallenfaust ballen - dennoch ist das Bild der DVD haushoch überlegen. Details wie Textilstrukturen, Oberflächen und Hautunreinheiten werden sauber reproduziert, die Farben sind kräftig und besonders die zahlreichen dunklen Szenen profitieren, da dank sattem Schwarzwert und gut eingestelltem Kontrast erheblich weniger Details absaufen wie auf DVD oder VHS.
Der deutsche Ton geht noch in Ordnung, Schreie und Krallenhandkratzen werden ausreichend nervenzerrend wiedergegeben. Die Extras schließlich sind erfreulich umfangreich und informativ, besonders die Story über die vor Freddy unbedeutende Produktionsfirma New Line, die nur durch den Erfolg der Nightmare-Serie in der Lage war, später die Herr der Ringe Trilogie zu produzieren.
Fazit: Für alle wahren Freddy-Fans ist der Ersatz der DVD durch den Blauling klar zu empfehlen. Wohliges Schaudern!