Ich bin ja bekennender Thin Lizzy- Fan und habe alle Platten dieser Band. Trotzdem... Nightlife ist wohl das Werk der Band, das mir am Wenigsten gefällt. Dabei ist das Jim Fitzpatrick- Cover wohl das beste, das die Iren je hatten.
Woran liegt's? Ich denke, dass die Bandmitglieder nach dem Ausstieg von Gitarrist Eric Bell und dem Einsatz der zwei Nachfolger Scott Gorham und Brian Robertson noch nicht recht wussten, wie sie in Zukunft klingen wollen. Neben dem Rock, der "Thin Lizzy" zwei Jahre später berühmt machte, stehen soulige Experimente, die einfach nicht recht passen wollen. Das Album wirkt insgesamt ziellos, verspielt und verzettelt. Kann sein, dass das irgendwer großartig findet, bei mir zündet's nicht. Tut mir leid, ich hab's versucht. Ich finde den rockigen Nachfolger "Fighting" viel, viel besser.
Highlights sind meiner Ansicht nach die Tracks, die auf die rockige Zukunft hindeuten. Das sind "Sha La La" und "Philomena", bei dem der "Twin Lead Guitar Sound" besonders gut rüberkommt. Außerdem möchte ich auf die Ballade "Still in Love with you" hinweisen, die zum Live- Klassiker wurde und bei der ein gewisser Gary Moore die elektrischen sechs Saiten bedient.
Fazit: Diese Band brauchte noch etwas Zeit, um ihren Stil zu finden. Nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. Den dritten Stern gibts für das brilliante Cover.