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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Spitze [Update 2011], 16. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Nightfall in Middle-Earth (Audio CD)
Nightfall In Middle-Earth, das 6. Studioalbum von Blind Guardian, 1998, Virgin Records Viele hassen es, noch viel mehr lieben es, und irgendwie hat jeder ne Meinung. Kurzum: eines der wichtigsten Metal-Alben überhaupt. Ein paar Jahre nach meiner ursprünglichen Rezension ist es Zeit, über die (weitere) Langzeitentwicklung dieser Platte zu berichten. Ich kenne Nightfall in Middle-Earth jetzt seit 13 Jahren und es haut mich nach wie vor bei jedem der - zugegeben in den letzten Jahren etwas seltener gewordenen - Hördurchläufe weg. Dabei sind es mittlerweile die folgenden Aspekte, die das Album auszeichnen: 1. Stimmung. So geil die Atmosphäre dieser 22 Tracks immer schon war, nach eingehender Lektüre von Tolkiens Literaturvorlage kann ich nur sagen: Unglaublich, wie passend Olbrich und Kürsch das Silmarillion in Musik übertragen. Beispiel gefällig? Beim Instrumentalpart von Time Stands Still hat sich vor meinem geistigen Auge eine feste Bilderfolge von König Fingolfins epischem Duell mit Melkor herausgebildet. Beeindruckend sind auch die bewusst kryptisch gehaltenen Texte, die Nightfall bei aller Nähe zum Buch dennoch eine gewisse Eigenständigkeit geben. 2. Der Gitarrensound. Früher habe ich diesen Punkt einfach unter die großartige Produktion von Rasmussen und Bauerfeind (keine Ahnung, wer da federführend war) subsumiert, doch ich finde, er bedarf einer herausgehobenen Stellung. Hier werden tatsächlich elektrische Gitarren bedient, aber anscheinend hat André Olbrich so lange an den Reglern rumgedreht, bis sein Instrument vorurteilsfrei in ein mittelalterliches Troubadour-Ensemble gepasst hätte, falls es so etwas überhaupt gab. Seine omnipräsenten Leads und Melodien prägten schon eine ganze Zeit lang die Musik Blind Guardians, doch auf diesem Album hat er den perfekten Sound für das Genre gefunden. Niemals zuvor und niemals wieder (besonders nicht auf dem Wah-Fest A Night at the Opera) klangen die Gitarren so gut wie hier. 3. Das Drumming. "The Omen" Stauch rattert nach wie vor fröhlich vor sich hin. Was mich dabei beeindruckt, ist die schiere Kreativität, mit der dieser Mann zu Werke geht. Er hat, im Gegensatz zu ganz vielen anderen, das Konzept von *Power* Metal verstanden. Und das besagt nicht, möglichst viel Bassdrumming zu betreiben, sich ansonsten aber schön zurückzulehnen und das Konzert zu genießen. Stattdessen spielt er einen dynamischen und akzentuierten Stil, bei dem man als Hörer eigentlich keine andere Wahl hat als mitzugehen. Über Hansi Kürschs epische Chöre braucht man eigentlich keine Worte zu verlieren, außer vielleicht: Top! Einzig Maggi Siepen kommt in dieser Geschichte schlecht weg, da die Rhythmusgitarre hier schon etwas begraben ist, aber noch nicht annähernd so stark wie auf den nachfolgenden Alben. Auf Nightfall schaffen die Guardians es zudem, dass mich dieses Fehlen kein bisschen stört, denn es wird sehr gut kompensiert durch eine Kombination aus Leadgitarre, Drums, Vocals und den unzähligen Holzblasinstrumenten, die hier das Sagen hat. Leute! Hegt Ihr eine Vorliebe für gute Musik der rockigen Art? Dann kommt Ihr an dieser Scheibe echt nicht vorbei.
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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Morgoth verschone Blind Guardian..., 21. Mai 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Nightfall in Middle-Earth (Audio CD)
Denn diese Scheibe trägt musikalisch jeder Schandtat des Dunklen Lords Rechnung in jeder Hinsicht. Versteht mich nicht falsch, geneigte Leser, ich will damit sagen, daß die Interpretation der Vorlage Tolkiens einfach nur als gelungen bezeichnet werden kann. Dabei hat es Morgoth den Krefeldern enorm angetan, denn die meisten Songs drehen sich um ihn, heben ihn als Hauptperson hervor und obendrein endet das Album mit einem Triumph Morgoths. Wenn das nicht düster ist! Daher gehen die Wächter auch nicht gerade zimperlich mit dem Stoff um, und fahren bombastisches Songgeschütz auf: Ein großartiges chorales Backgroundensemble trägt zu genau der Dichte bei, die man bei einer Episode wie dem - für die gesamte LotR-Trilogie zentralen Thema der Verfluchung Morgoths durch Feanor, den Schmied der Slmaril - erwarten darf, die Gitarren werden meisterlich durch jeden Song geführt, und das Album bleibt abwechsungsreich mit kommerziellen Songs (die mir weniger gefallen, so z.B. Mirror Mirror), tief traurigen Balladen (The Eldar) und sich unglaublich dicht am Original haltenden Werken wie Curse of Feanor. Tja, warum also nur vier Sterne? Lange habe ich mich dazu durchringen müssen, denn musikalisch hat dieses Werk durchaus seinen fünften Stern verdient. Das Problem liegt auf ganz anderer Seite: dem Konzept des Albums! In seiner Idee ist das Album natürlich großartig: es wird versucht, die Geschehnisse der Vorlage, nämlich den Untergang der Elfen Valinors, musikalisch zu interpretieren, was wie gesagt auch gut bis famos gelingt. Doch konzeptuell passen dazu die Dialoge und kürzeren Gesangseinlagen weniger. Der Grund, weshalb der Einstieg in dieses Werk so schwer fällt (auch für mich, und dem Gespräch mit anderen entnehme ich, daß es eine Gesamtschwäche des Albums ist!), ist, daß man sich nicht richtig zurechtfinden kann. Nur wer tief in der Geschichte des Silmarillions steckt, wird auch die wahre Bedeutung solcher Songs wie Curse of Feanor verstehen, nur dann wird einem die Interpretation erst offenbar, dann versteht man, weshalb bei Curse of Feanor der Chor sich in den Gesang des Noldor einmischt: der Bestätigungruf des Noldor-Volkes; dann versteht man, daß das Piano so klagend im Hintergrund erschallt, wenn bei The Eldar Hansi Küsch seine Stimmbänder zum Besten gibt, begleitet vom Trauerchor der Elben um ihren Weisesten, Nom; und erst dann macht sich die epochale Wirkung des Songs Blood Tears breit, wenn Fingon hoch zur Spitze des Berges Thangorodrim hinaufsteigt, um Maedhros von seinem Leid zu erlösen, das ihm Morgoth zugefügt hat, als er den Noldo an den Fels kettete, und das Fingon beendet, indem er die Hand des Maedhros abtrennt und so seinen Freund befreien kann. Erst dann begreift man die Glorie dieses Werkes... vielleicht sollte ich doch 5 Sterne geben???
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34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolkien und Schwermetall - und es paßt doch..., 22. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Nightfall in Middle-Earth (Audio CD)
Ich bin im Zuge meiner Recherchen über die musikalische Umsetzung von Tolkiens Texten und seine Einflüsse auf die Musikszene auf dieses Blind-Guardian-Album gestoßen. Ansonsten bin ich beim besten Willen kein Schwermetall-Fan, das ist mir - Heavy-Metal-Fans mögen es verzeihen - üblicherweise zuviel Lärm und Gekreische (ich komme halt gesanglich aus der Klassik). Was Blind Guardian hier jedoch abliefert, ist eine absolut gelungene Umsetzung von Motiven aus Tolkiens Silmarillion. Die Integration eines bzw. mehrerer Sprecher verbindet die Stücke sehr gut mitereinander. Die grundsätzlich düstere Stimmung des Silmarillions - Kurz-kurz-Inhaltsangabe für Nicht-Tolkienisten: Die Erzählung vom Diebstahl der drei Silmaril (besondere Juwelen) durch den Dunklen Herrscher Morgoth und vom Versuch, die Juwelen wiederzugewinnen - harmoniert überraschend, um nicht zu sagen, hervorragend, mit dem Metal-Sound von Blind Guardian. Gelungene Heavy-Balladen runden den Eindruck ab. Auf häufig bei Metal-Formationen übliches Gekreische oder Gerülpse, was dem klassisch geschulten Sänger schon beim Zuhören in der Kehle wehtut, wird völlig verzichtet. Der Gesang ist hart und kraftvoll, die Texte sind gut verständlich, was bei dieser Vorlage ja nicht ganz unwichtig ist. Eine Platte, die bestimmt auch für Einsteiger in das Genre "Heavy Metal" geeignet ist. Mit Sicherheit ist dies nebst dem rein klassischen Ansatz des Tolkien-Ensembles der beste Versuch, die Texte von Tolkien in Musik umzusetzen. Sogar das Cover ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet: Es zeigt Luthien, als sie in den dunklen Hallen von Angband vor Morgoth tanzt (eine Szene aus dem Silmarillion). Unbedingt empfehlenswert!
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