Wenn Coolness einen Namen hat, dann heißt er Grace Jones. Hart, kantig, unnahbar sind vieleicht die besten Beschreibungen des Ex-Models, die 1981 eine neue Karriere als Sängerin startete. Mit "Nightclubbing" wurde sie zu einer Gallionsfigur des neuen neonfarbenen Nachtlebens anfang der 80er. Arroganz statt Gefühl und Inszenierung statt Natürlichkeit waren in der Schicki-Disco-Szene oberste Gebote. "Nightclubbing" dürfte zu diesem Lebensstil der konsquenteste Soundtrack sein.
Mit Sly Dunbar und Robbie Shakespeare hatte Grace Jones die zwei besten Reggae-Musiker der damaligen Zeit an ihrer Seite. Hier ein paar Reggae-Einflüße und dort ein wenig Tango ("I've seen that face before") und fertig ist eines der besten Alben des Jahres 1981.
Vor einigen Jahren wirkte die Platte noch relativ steril, doch wenn man sie heute im Jahre 2002 anhört, muß man feststellen, im Gegensatz zu heutigen Produktionen steckt "Nightclubbing" voller Leben und Ideen und ist in keinster Weise Langweilig oder Altbacken. Und Grace Jones, die kann auch richtig toll singen. Also Armani-Anzug aus dem Schrank und Scheibe rein.