Wieder einmal hat Blind Guardian bewiesen, dass Musik auch verdammt gut klingen kann, wenn sie aus mehr als drei Akkorden besteht. Das neue Album ist einfach bombastisch und bis ins Detail so liebevoll ausgearbeitetet, dass man gar nicht mehr aufhören kann, den Krehfeldern zuzuhören. Zeitlos und trotzdem bewegend, traditionell aber auch komplett anders, als alles bisher Dagewesene. Den Stil, den Blind Guardian bereits in Nightfall in Middleearth angeschlagen hat, wird auf dem neuen Album noch weiter ausgearbeitet. Das heisst konkret: noch mehr Instrumentenvielfalt, noch bessere Refrains und fesselnder denn je. Die Songs, die mir im neuen Stil am besten gefallen sind das leicht orientalisch angehauchte 'Precious Jerusalem', ähnlich wie 'Under the ice' und 'Battlefield'. 'Sadly sings Destiny' und 'Punishment Devine' sind die besten Anwärter für zukünftige Klassiker und sind eher dem alten Image der Band angepasst. Im Kontrast dazu steht die Ballade 'The Maiden and the Minstrel Knight', die mit einer enormen orchestralen Untermalung begleitet wird. So geht es weiter durch das ganze Album: jedes Stück ist einzigartig und komplett anders. Das Album endet schließlich mit dem komplexesten und gigantischsten aller Stücke: 'And Then There was Silence'. Was bei der Vielfalt meiner Meinung nach ein wenig verloren geht, ist die Möglichkeit, es selbst nachzuspielen, eine Akkustikgitarre reicht dafür nicht mehr aus (ich bin schon mal gespannt wie Blind Guardian das Album live performen wird). Trotzdem ist es ein Klasse Album und hat 5 Sterne (so fern man Musik in so einfachen Kriterien bewerten kann) mehr als verdient.