Mögen ihre genialen und formvollendeten Werke für sich alleinstehend jeder eine Art Meilenstein sein, aber "Night of the Stormrider" ist und bleibt ihr mit Abstand bestes Album.
Dies meinen nicht nur ein Hauptteil aller Kritiker der Bands
sondern hoffentlich auch jeder (wahre) Iced-Earth-Fan.
Sicherlich sind einzelne Songs der Band von anderen Alben stilistisch und melodisch besser als jene hier, doch was die Geschlossenheit, Innovation oder einfach nur wahre Metal-Spiellaune angeht, überbietet dieses Album alle andren von ihnen.
Der Vorgänger "Iced Earth" war sehr gut, keine Frage, ein reines
Statement einer unglaublich talentierten Band in der Form von: Hier sind wir, und in Zukunft setzen wir Maßstäbe!
Und nur ein Jahr später haben sie das auch schon perfekt vollendet mit diesem Konzeptalbum. Der einzige (eigentlich überhaupt keiner, wenn man ihn genauer betrachtet) Kritikpunkt, den ich mir als Iced-Earth-Fan vorenthalte, ist der leichte
Beigeschmack, daß alle Songs irgendwie stilistisch gleichklingen und man daher sich auf keinen (abgesehen von den beiden kleinen
Intermezzi) Favoriten festlegen kann, auch wenn sich immer wieder "der" Iced-Earth-Klassiker schlechthin "Desert Rain" als mein geheimer Favorit auf ihren allerbesten Song einschleicht.
Es sind durchweg alle Stücke erste Sahne purer und vorallem reiner Metalkost. Da hört man keine stilistischen Ausrutscher, kein "Ach kommt, wir probieren mal was anderes", und vor allem keine Kompromisse mit augenscheinlicher Vermarktungsstrategien wie dazumal Metallicas Black Album. Hier hat eine talentierte Metalband sich selbst einen Maßstab gesetzt, woran sie sich selbst und vorallem die Konkurrenz nach ihnen messen wollten.
Und vorallem diese konzeptionelle Geschlossenheit, diese kompromißlose "Und wir hauen noch eins drauf" Einstellung zeichnen dieses formvollendete Album aus.
Genauer:
Angel's Holocaust - Ein wahrlich passender Opener, der klar zeigt, worauf sich Hörer dieses Albums freuen können. Genial
am Anfang der Engelschor, der mich eigentlich sofort in den Bann dieses Albums zog beim ersten Reinhören. Und genau das ist der Sinn eines Openers. Fazit: klasse
Stormrider - Knüpft nahtlos an die Euphorie des Openers an, hervorragende Mid-Tempi wechseln sich mit hammerharten Gitarrenriffs ab, ohrwurmverdächtiger Refrain und eine passende Stimme (der wirklich größte Minuspunkt beim Vorgängeralbum!)
Fazit: klasse
The Path I choose - Der 1. (!!!) Höhepunkt des Albums! Unglaublich genial inszeniert, gelangt Sänger John Greely hier schon zu seiner besten Gesangsleistung, unbeschreiblich.... ebenso die sich durchs ganze Album ziehenden Mörderriffs, hier herrscht kein anbiederhaftes Schielen an die verwöhnte Metallica-Fraktion der Hörer. Hier herrscht Heavy-Metal pur!
Fazit: genial
Before the Vision - die erste wohlverdiente Durchschnaufphase, und weil es nur ein (Quasi)Opener für die folgenden drei Songs ist, entzieht sich das recht harmonische Melody-Stückchen der Wertung. Er bleibt auch nicht im Ohr hängen, verdirbt einem aber auch überhaupt nicht die Metallaune, Erholung eben.
Fazit: -
Mystical End - ... denn schon gehts weiter, diesmal mit einem recht flott dahergespielten Metalhappen der ganz klar in die (später bei I.E.Fans geliebte) melodische Schiene führt. Man spürt förmlich die unbändige Spielfreude der Jungs und ich hab dieses Stück einfach nur genossen und bin mitgegangen in der Spieleuphorie der Band.
Fazit: klasse
Desert Rain - Der 2. (und erfreulicher Weise noch nicht der beste) Höhepunkt des Albums. Wenn es einen Song gibt, der etwas aus dem Klasse-Album hervorsticht, dann dieser. Nicht weil er besser ist als die andren Tracks..... sondern weil er (etwas)
anders klingt. Passend zum Konzept des Album aber auch wieder nicht, er kann für sich selbst stehen (hätte also auch gut auf einem andren Album der Band stehen können), was mein einzig wirklicher Kritikpunkt des Albums ist, auch wenn es kein richtiger bleibt. Keiner der Songs wirkt allein für sich, die geniale Kombination aller sorgt für das Non-Plus-Ultra des Albums. Desert Rain aber gilt für mich als Iced-Earth-Klassiker schlechthin, mögen mir andre Fans verzeihen wenn ich es Sahnestücken wie "Melancholy" "Damien" "Question of Heaven" etc. doch immernoch vorziehe. Desert Rain ist einfach pur Iced Earth, wie sie besser nicht klingen können.
Unbändige Metalriffs, herrlich eingängiger und gänsehautbildender Refrain... unglaublich gelungener leichter Mittelpart der einfach Appetit auf das geniale Ende des Songs macht.
Fazit: Iced Earth at their Best (Punkt)
Pure Evil - ebenso kann dieser Song gut für sich allein sprechen, doch ebenso wie die andren perfektioniert er das Konzeptalbum, man merkt förmlich das hier der Storyline-Höhepunkt
des Konzeptes erreicht wird, der Kampf der Mächte des Guten und Bösen. Toller unvergleichlicher Refrain, der ebenso ein Klassiker der Band ist.
Fazit: klasse
Reaching the End - Die 2. Erholungsphase (darum wieder nicht genauer drauf eingehend, aber wunderbar harmonisch gespielt) vor dem letztendlich besten Höhepunkt des Albums, nämlich .....
Travel in Stygian - diesem hier! Es verschlägt einem immerwieder die Sprache, wie einem bis dahin perfektes Metal-Konzept-Album immernoch die Krone aufgesetzt wird. Warum ist das nie bei andren Konzeptalben so??? Wo andre Alben am Ende fast schon ausgelutscht und ideenlos klingen (was Konzeptalben der Regel leider an sich haben, darum sollte man talentierten Metalbands die noch nicht genug Erfahrung damit haben, strikt davon abraten), merkt man hier regelrecht, daß Iced Earth, noch einmal wirklich alles gegeben haben, was sie bis zu diesem Zeitpunkt konnten, nämlich wunderbares Talent für unbeschreiblich puren aber auch melodischen Heavy-Metal. Genial das Piano-Ende des Tracks *gänsehaut bekomm*
Fazit: der endlich beste Höhepunkt des Albums!
Fazit des Albums: Iced Earth bestes Werk! I.E.Fans haben dieses Album sowieso, darum die dringende Empfehlung an alle andren, die puren Heavy-Metal at his Best lieben, aber Iced Earth noch nicht kennen.... KAUFEN unbedingt! Wer ein storytechnisch ungemein faszinierendes und stilistisch einfach perfektes Metal-Konzept-Album sucht... dies hier ist das Beste im Genre.
Ich als I.E.Fan betrachte dieses Album aber immerwieder mit einem lachenden aber auch weinenden Auge. Was die melodische Schiene von Iced Earth angeht verbesserte die Band ihren Stil sicher mit ihren folgenden Hammer-Alben wie "Something wicked..."
was aber ihre unbändige pure Metal-Spielart angeht, kam danach leider kein besseres Album mehr, da sie (was sie weißgott verdient haben) eher dann dem Metal-Mainstream folgten.
Weiter so, Jungs!