Aus der Amazon.de-Redaktion
Alle Jahre wieder sorgt
The Night Of The Proms kurz vor Weihnachten in Belgien, Holland und seit 1994 auch in Deutschland für ausverkaufte Arenen. Das Erfolgskonzept "Pop meets Classics" bringt immer wieder ungewöhnliche musikalische Begegnungen und Kontraste mit sich. Nach dem Motto "Für jeden etwas" werden jährlich die Rock- und Popzutaten neu gemischt. Wie immer bieten das belgische Orchester Il Novecento und der Fine-Fleur-Chor leicht gewichtige Klassik-Hits in familienfreundlichen Versionen -- dieses Mal den "Slavonic Dance Nr.1" von Dvorak, Jacques Offenbachs "Can Can" und die Ouvertüre zu "Dichter und Bauer" von Franz von Suppé.
Eine stimmgewaltige und komödiantische Überraschung ist die kanadische Sopranistin Natalie Choquette, insbesondere mit ihrer Carmen von Bizet und im Duett mit dem kraftvollen Organ von John Miles auf "Caruso". Italiens Rauhbein Zucchero zeigt sich erstaunlich zahm, läuft aber beim dritten Stück "Madre Dolcissima" mit Orchester und Chor zu theatralischer Hochform auf. Schwedens Newcomer-Girlie Emilia singt ihren Liebeskummer-Hit "Big Big World" herzergreifend naiv, schwach hingegen Purple Schultz. Das Salz in der Suppe sind natürlich Status Quo, die trotz gebremster Lautstärke das Publikum zum Toben bringt. Das unverwüstliche Urgestein der simplen Rockakkorde und dem Gute-Laune-Boogie reißt selbst Orchestergeiger vom Hocker. --Ingeborg Schober