"Night Prayers" (79 Min.) enthält sieben Werke aus den Jahren 1991 bis 1993 von Komponistinnen und Komponisten aus Sibirien, Usbekistan, Aserbaidschan, Russland Armenien, Georgien sowie Argentinien (Golijev hat russische Eltern.). Die Musik vereint christliche, islamische und jüdische Traditionen. Es handelt sich um kein klassische Streichquartettmusik, da das Kronos Quartet meist durch Sänger (Dawn Upshaw, Throat Singers of Tuva) oder durch andere Instrumente oder Tonbandaufnahmen begleitet wird. Entstanden sind spannende Klanglandschaften, die jedoch einen düsteren, schwermütigen, traurigen Tonfall haben. Klagende Streicher, aber der gelbe Engel in den dunklen Wolken zeigt, dass es in der traurigen Welt Hoffnung gibt. Wenn man in schlechter Stimmung ist, ist diese Musik kaum erträglich, einfach nur schwierig und depressiv. "Night Prayers" ist eine spannende, entdeckungsreiche, aber anspruchsvolle musikalische Reise nach Zentralasien. Meine Bewertung schwankt deshalb zwischen 3 und 4 Sternen.