Die "Deluxe-Edition" der ersten 5 Queen Alben bietet ein hervorragendes Remastering, die Booklets wurden um einige Fotos erweitert, es wurden keine zusätzlichen Kommentare der Band mit eingefügt. Die Bonus-Titel sind teilweise sehr interessant, trotzdem hätte man mehr erwartet. Vermutlich wollte man die bislang nicht veröffentlichten Titel für eine spätere "Box" reservieren, so ist das Ganze zwar nett anzusehen, aber das, was man als Fan der Gruppe schon so lange erwartet bieten auch diese "Deluxe-Versionen" leider nicht.
Daher denke ich, werden wir auch in Zukunft noch mehrere Male mit "remasterten" Originalalben beglückt werden, das Archiv bleibt vorerst in weiten Teilen geschlossen und ich war dann "ALles in Allen" doch etwas ernüchtert...
Ja, man kann sagen, das ist Jammern auf hohem Niveau, aber wenn ich mir zum 5. mal ein und das gleiche Queen Album kaufe, dann doch nur deshalb, um in den Genuß unveröffentlichter Aufnahmen zu kommen. Was man hier bekommt sind Abwandlungen und andere Versionen bereits erschienener Titel und da die Booklets quasi unverändert geblieben sind, allerdings um einige wenige Fotos ergänzt, bleibt zu hoffen, das es mit dem großen "Gesamtwerk" dann doch noch etwas wird.
"A night at the opera" war das vierte Album von Queen, es wurde nach einem Film der Marx Brothers benannt und zeigt Queen auf einem ersten ultimativen Höhepunkt ihrer Kariere. Freddie Mercury hatte damals gesagt, er wäre von "La Boheme" inspieriert gewesen. Ob damit die "Bohemian Rhapsodie" oder das komplette Album gemeint war kann ich nicht sagen, jedenfalls findet man zahlreiche "klassische / opernartige" Klang- und Sangstrukuren, wobei die Klänge vorwiegend Brian May zuzuschreiben sind, und alles "ohne Sythesizer", wie man stolz auf dem Album vermerkte. Neben der legendär gewordnen "Bohemian Rhapsodie" finden sich Klassiker wie "The prophet's song", wo Freddie mit dem eigenen Echo im Duett singt, "You're my best friend", ein Song von John Deacon und die nachfolge Single von "Bohemian Rhapsodie". "Death on two legs", der Opener des Albums ist eine Abrechnung mit dem alten Management und "I'm in love with my car" von Roger Taylor wurde auch oft live gespielt. Mit "39" von Brian May enthält es einen weiteren Klassiker, der ebenfalls regelmäßiger Konzertbestandteil war. Selbst bei den jüngsten Tourneen mit Paul Rodgers wurde er von Brian May gesungen dem Publikum als Hommage an Freddie Mercury dargeboten.
Das sind dann immer Momente, wo die Gänsehaut kommt und wo das ganze Publikum den "Leadgesang" übernimmt...
Insofern ist das Album schon "Der Klassiker", allerdings würde ich es nicht unbedingt auch als "das Beste" Album der Band bezeichnen, obwohl ich verstehe, wenn es viele von uns so sehen...
Die klangliche Aufarbeitung war meiner Meinung nach schon beim ersten Remastering hervorragend, ich denke, es klingt wirklich optimal und bietet wirklich sehr viel unterschiedliche Songs die alles eins gemeinsam haben, sie klingen alle unnachahmlich und höchst originell, sehr "Queenig" halt... Das Nachfolgealbum "A day at the races" ist auf gleichem Niveau und beansprucht ebenfalls ein weiterer Höhepunkt in der Bandgeschichte zu sein.
Natürlich 5 Sterne, was denn sonst ?