Gewaltig, gar monumental erscheint dieses neue musikalische Werk von Tori Amos. Scheinbar mühelos wandelt sie mit ihren Alben zwischen den musikalischen Welten. Vor 2 Jahren erfreute sie uns noch mit vielseitiger Indiepopmusik. Nun im Jahr 2011 kehrt Tori zu den klassischen Klängen zurück, purer und reiner als je zuvor präsentiert sie uns Klassik, die in der Tat von Meistern wie Schubert oder Chopin inspiriert scheint, eine Sinfonie in 14 Sätzen.
Die Musik klingt ruhig und getragen, manchmal düster aber immer irgendwie schön. Orchestrale Klänge und natürlich das Klavier bestimmen die Soundkulisse, auffällig sind die zahlreichen Flöten-, Oboen- und Streicherklänge. Künstliche Popklänge und Rhythmen sind nicht vorhanden. Tori singt ihre Sinfonie begleitet von einem klassischen Orchester. Einzelne Titel herauszuheben macht nicht viel Sinn, denn dieses Album ist wenn überhaupt, nur als Gesamtwerk zu erfassen. Dabei fungiert jeder der 14 Titel als kleines Puzzleteil eines gewaltigen Gesamtkunstwerkes.
Die Melodieführung der einzelnen Songs ist nicht immer ganz einfach, klassische Strophen und Refrains gibt es kaum. Dafür bietet die Musik reichlich unerwartete Wendungen und zahlreiche Ecken und Kanten. So wird dieses Album wohl nie langweilig beim Hören, denn es gibt immer etwas zu entdecken.
Man muss die Musik von Tori Amos schon mögen, doch wer "Under the pink" mochte kann sich wohl auch mit diesem Album anfreunden, wenn das vielleicht auch nicht auf Anhieb gelingt. Denn mit der klavieruntermalten, klassisch angehauchten Popmusik ihrer früheren Alben hat die Musik auf "Night of hunters" nicht viel gemein. Es ist vielmehr eine Art moderne Kammermusik, die hier erklingt.