Das von Songwriter und Produzent Paul O`Neill und dem Savatage Clan initialisierte Trans Siberian Orchestra kann mehr als Weihnachtsalben produzieren! Diese laufen in "Kitschistan" (= USA) neben dicken Tourneen zwar unglaublich gut und verhindern auch eine Reunion von Savatage, da hier viel Geld zu holen ist, doch die Konzeptalben wie "Beethoven's Last Night (2002) und das in Deutschland jetzt erst erschienene "Night Castle" (2009) sind ein ganz eigenes Kaliber! Eine ganze Armada von Musikern, Chören und Savatage Recken wie Johnny Lee Middleton, Al Pitrelli, Alex Skolnick und Jon Oliva sind neben diversen Sänger/innen und Chören auf diesen zwei CDs umfassenden Werk. Herausheben möchte ich noch einen meiner Lieblingsvokalisten Jeff Scott Soto. Auf der zweiten CD sind fünf Bonustracks (Studio) und zwei Livesongs extra um die Euroversion aufzuwerten. Das pralle Booklet enthält alle Texte und Erklärungen zur Konzeptgeschichte die aber recht verworren scheint. Mädel trifft Mann am Strand, Träume, Visionen etc. Das ist natürlich viel Stoff und dazu gibt es noch Zitate / Interpretationen oder Einsprengsel von klassischen Komponisten. Wahnsinn! Die tausendste Version der "Carmina Burana" hätte man sich jedoch schenken können, genauso die Coverversion des Savatage Krachers "Believe". Was mir hier oft wirklich fehlt ist ein richtiger Metalsänger, da neben dem guten Jeff leider nur Broadwaysänger am Werk sind die zwar gut singen, meiner Meinung nach jedoch etwas zu sehr nach Musicals klingen, was ja auch irgendwie logisch ist. Einer macht dabei zu sehr auf Meat Loaf Kopie, was tierisch nervt. Das ist neben der allgegenwärtigen Kitschglasur mein Kritikpunkt an dem ansonsten guten Werk, was aber nicht an die "Beethoven's Last Night" Scheibe heran kommt! Doch Vorsicht, man sollte eine Affinität für Musicals haben!