... Den Roman Gauntlygrym fand ich widererwartend doch recht erfrischend. Nachdem die Handlungen in den letzten Romanen eher abgedroschen und zu überzogen waren, schafft es Gauntlgrym einen die anfangs recht unrealistischen wirkenden Herausforderungen glaubhaft zu vermitteln. Deswegen sind Jarlaxle und Drizzt nun mal immer noch am Leben und die größten Helden dieser Abenteuerwelt. Und wenn alle Drachen, Geisterkönige und Piratenkönige der Welt besiegt sind, müssen halt Ur-Elementare, Höllenschlundteufel und Erz-Liches herhalten. Hinzu kommt, dass wenn man Baldur´s Gate gespielt hat, diese Art der Gegner auch nicht wirklich überzogen sind... Den Auftritt des Höllenschlundteufels fand ich sehr gut dargestellt.
Zu den Charakteren (deswegen verschlingt man ja die Bücher):
Den Abgang von Bruenor und Pwent fand ich würdevoll in Szene gesetzt, Ähnliches hätte ich mir in den Romanen davor von Cattie-Brie und Regis gewünscht. Dass Wulfgar so vernachlässigt wurde, kann eigentlich nur durch noch folgende Romane mit entsprechendem Rückblick auf ihn wieder gut gemacht werden...
Interessant ist die Entwicklung zwischen Jarlaxlae und Drizzt, sowie Jarlaxle und Athrogate. Allerdings muss der Autor aufpassen, dass Jarlaxle nicht weiter an Charme verliert. Dafür, dass er doch eine der tragenden Figuren des Romans war, ging er recht unkreativ und für seine Verhältnisse auch sehr einfach zu Werke. Der Charakter von Athrogate, der nun immer sympathischer dargestellt wird, sollte wieder zu alten Wurzeln finden. Auch als "Bösewicht" wusste er in früheren Romanen zu gefallen und hat den Leser trotzdem für sich gewinnen können.
Zu Drizzt: Nachdem er eigentlich mit sich in reinem war, kommt er nun doch wieder in Gewfühlsschwankungen und sucht seinen Weg im Leben, zudem tendiert er wieder stärker dazu, der "Jäger" zu sein... Ich bin zwar gespannt wie es mit ihm weiter geht, würde mir aber wünschen, dass er mal einen Weg beibehält und es in seinem Inneren nicht immer und immer hin und her geht. Dafür hat er eigentlich schon zu viel erlebt und sollte charakterlich gut gesettled sein.
Dahlia will ich mal noch ne Chance geben. Sie wirkt noch recht farblos und die magische Aura unser alten liebgewonnenen Charkatere bleibt an ihr noch nicht heften. Aber gut, vielleicht im nächsten Buch. Wenn Drizzt weitere Abenteuer erleben soll, brauch er Gefährten, die nicht gleich nach 80 Jahren den Geist aufgeben... Verdammte Menschen ;-))
In Summe, sehr unterhaltsam und bis auf Schwächen in der ein oder anderen Charakterdarstellung, hoffentlich wieder der Weg zu altem Glanz um Drizzt!