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75 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein literarischer Leckerbissen!, 2. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Und Nietzsche weinte: Roman (Taschenbuch)
Irvin D. Yalom Und Nietzsche weinte! „Werde wer Du bist!", „ Man liebt zuletzt seine Begierde und nicht das Begehrte!" und „Ein sicheres Leben ist gefährlich!" - obwohl schon an sich unglaublich anregend, sind es nicht allein diese (Original)Aussagen Nietzsches, die das Buch so verführerisch und unglaublich spannend halten! Es ist vielmehr die Mischung aus leicht verdaulicher Philosophie - ohne dass diese für einen Experten auf diesem Gebiet mager erschiene -, aus den Problemen eines zur Neige gehenden Lebens, mit denen beinah Jeder konfrontiert wird, der denkt er habe den Höhepunkt seines Lebens bereits überschritten und der Widerspiegelung bzw. Vorstellung geschichtlicher Ereignisse und den mit ihnen im Zusammenhang stehenden Personen, die sich im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts versammelten! Lou Salome, Siegmund Freud, Josef Breuer und Friedrich Nietzsche - sie alle ergeben ein hervorragendes philosophisches Quartett, verbunden durch unerfüllte Liebe, Leidenschaft, Verehrung und unausgesprochene Hilfsbedürftigkeit. In Form verbaler Duelle, dringen insbesondere Breuer und Nietzsche, in die tiefgründigsten und dunkelsten Schichten des Bewusstseins, um der Ursache ihrer (beider) Probleme auf den Grund zu kommen. Schließlich lässt sich nicht mehr konkret bestimmen wer dabei die Rolle des helfenden Arztes und wer die des geplagten Patienten einnimmt, da sie letztendlich gemeinsam, als vom Leben bedrückte Menschen nach einer Lösung suchen, einem Ventil, das ihre Leiden entlässt. „Und Nietsche weinte" ist ein kleines Meisterwerk mit der Garantie der größten Lesefreude!
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62 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht nur Nietzsche weinte..., 27. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Und Nietzsche weinte: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist ein wunderbarer Ausflug ins Wien und in die Psychologie des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Figuren, die alle real existiert haben, werden fantasievoll neu miteinander in Beziehung gebracht. Man liest über die revolutionären Ideen eines jungen Arztes namens Sigmund Freud, über die ebenso verführerische wie eigenwillige Lou Salome, über den zutiefst menschlichen Doktor Josef Breuer und nicht zuletzt über das Leben und Leiden von Friedrich Nietzsche. Ein Mann, obwohl zeitlebens von schwerer geistiger Krankheit gepeinigt, der es dennoch schafft, daß seine Ideen und Überzeugungen die Zeit überdauern. Er sieht sein schweres geistiges Leiden als Prüfung an und stellt sich der Herausforderung, epochale Gedanken zu Papier zu bringen. Gerade die Beziehung zwischen Nietzsche und seinem Arzt Breuer nimmt eine überraschende Wendung und bildet damit einen tollen Abschluß. Ein Meisterwerk !!!
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58 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich kann auf dieses Buch nicht mehr verzichten, 27. Juli 2006
Ein mutiges, geradezu verwegenes Buch. Yalom nimmt sich mit beeindruckender Selbstsicherheit vor, Nietzsches Philosophie (eine ebenso fantastisch reiche wie oft enigmatische und widersprüchliche) auf den Einzelnen anzuwenden, die Grundgedanken und Entstehungshintergründe der frühen Psychotherapie zum Leben zu erwecken und -interpretative, aber dafür umso lebendigere- Portraits einiger der wichtigsten Persönlichkeiten des ausgehendsten 19.Jhdts zu entwerfen...all dies in einem einzigen Buch, zumal keine 450 Seiten lang. Dazu mit dem Anspruch, wo immer es geht historisch korrekt zu bleiben, die politischen, sozialen und wissenschaftlichen Zusammenhänge zu berücksichtigen und doch nicht ins Abstrakte abzudriften. Ein halsbrecherisches Vorhaben - und doch gelingt es mit einer Meisterhaftigkeit, die der eines Kundera ebenbürtig ist. Zum einen liegt dies in der Akribie, die Yalom auf die Recherche verwendet hat, mit der er reale Berichte, Texte und Überlieferungen Nietzsches, Breuers und Freuds organisch in seine Fiktion einfließen lässt, bemüht, seinen Akteuren, für die er eine offensichtliche Liebe hegt, gerecht zu werden. Und es liegt, eng verbunden damit, in der fantastischen Lebendigkeit, die er seinen Charakteren verleiht. So werden diese zum Kit, der die vielen ambitionierten Aspekte des Vorhabens zusammenhält und der so menschlich ist, dass der Balanceakt am Rande der Glaubwürdigkeit und manchmal des Kitsches stets gelingt, nie auf die andere Seite abkippt. Ein ungeheuer gutes Buch...und eines der wichtigsten, die ich gelesen habe.
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