Der Autor mag Nietzsche nicht, das liegt auf der Hand; er macht ihn tendenziell klein, wozu passt, dass die vielen direkten Nietzsche-Zitate mit leicht gequetschter Kopfstimme gesprochen sind. In dieser Klarheit ist das immerhin ein eigener Ansatz,' empfehlenswert aber eher für den, der schon mal eine sonstige Einleitung zu Nietzsche gelesen hat. Was mir nicht gefällt, ist die Art der Lesung des Hörbuches. Der Sprecher bemüht sich nicht um korrekte Aussprache, er hatte es bei der Vorbereitung vielleicht dann doch zu eilig. Fremdsprachige Eigennamen und Fremdwörter sind stark verfremdet, so dass man bisweilen rekonstruieren muss, was oder wer eigentlich gemeint ist. So spricht er etwa "Albert Camus" nach rein deutscher Lautung aus, da muss man dann schon einen Moment nachdenken. Dass der wohl aus dem Westen Deutschlands stammende Sprecher "ch" und "sch" in seiner Aussprache hartnäckig verwechselt, hat mich auch ein wenig nervös gemacht, obwohl man solchen landsmannschaftlichen Eigenarten ja tolerant gegenüberstehen sollte. Aber bei einem Hörbuch? Insgesamt ein nur gemischtes Hörvergnügen und ein neuer Blick auf Nietzsche.