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Nietzsche in Weimar
 
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Nietzsche in Weimar [Taschenbuch]

Manfred Riedel


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Manfred Riedel
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Aus der Amazon.de-Redaktion

1961 reisten die beiden italienischen Philologen G. Colli und M. Montinari nach Weimar, um den umfassenden Nachlass Friedrich Nietzsches zu sichten. Bald war der Plan einer kritischen Gesamtausgabe geboren. Montinari ließ sich daraufhin für längere Zeit in Weimar nieder, ohne jedoch jemals öffentlich über Nietzsche sprechen zu dürfen: Die DDR hatte den Philosophen inzwischen als angeblichen Wegbereiter Hitlers zum Staatsfeind erklärt.

In seinem intelligenten, ausgewogen argumentierenden Buch Nietzsche in Weimar zeichnet Manfred Riedel diese Banalisierung des Gesamtwerks im Sinn antifaschistischer Vereinnahmung ebenso wie die vorangegangene "Halbierung von Nietzsches Philosophie" im Dienst nationalsozialistischer Propaganda nach. Dabei wird deutlich, wie absurd es erscheint, ausgerechnet einen Denker für nationalistische oder staatliche Zwecke missbrauchen zu wollen, der wie kein zweiter der Idee der Nation bzw. des Staats ablehnend gegenüberstand -- und seinen "Willen zur Macht" jenseits aller ideologischen Maximen vor allem als ästhetische Kategorie des Individuums begriffen wissen wollte. "Nicht Bismarcks Machiavellismus, seine brutale 'Realpolitik', war Nietzsches Ideal", schreibt Riedel deshalb richtig, "sondern Weimars klassische Kultur". Dass seine Schriften auf deutsch verfasst worden seien, hatte Nietzsche selbst festgehalten, "ist zum Mindesten unzeitgemäß: ich wünschte es französisch geschrieben zu haben, damit es nicht als Befürwortung irgendwelcher reichsdeutscher Aspirationen erscheint".

Was den "Seher wahrer menschlicher 'Neuigkeiten'" Nietzsche angehe, schrieb Thomas Mann 1927, so gelte es, "das Pathos großer europäischer Humanität, das seines Wesens Kern bildet, klar herauszubilden und gegen wüste Mißverständnisse zu verteidigen". Mit Nietzsche in Weimar ist Riedel dies gelungen. --Thomas Köster

Pressestimmen

"Manfred Riedel beschreibt außerordentlich eindrucksvoll die Geschichte des Eingeschlossenen von Weimar. Sein Buch kann als Propädeutik jeder zukünftigen Nietzsche-Lektüre dienen... Es ist eine quellenkundlich reiche Erzählung über ein exemplarisches,philosophisches Schicksal der Moderne. (Steffen Dietzsch, Berliner Zeitung.)

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