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Nietzsche und der Faschismus
 
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Nietzsche und der Faschismus [Restexemplar] [Taschenbuch]

Bernhard H. F. Taureck


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Aus der Amazon.de-Redaktion

1904 rechtfertigte der amerikanische Psychologe G. Stanley Hall den Völkermord an den Indianern mit Versatzstücken aus der Philosophie Friedrich Nietzsches -- und eröffnete damit eine Tradition politischer Vereinnahmung, der sich das Werk des Philosophen trotz impliziter Kritik an Nationalismus, Antisemitismus und Biologismus bis heute nicht entziehen konnte. Vor allem Faschismus und Nationalsozialismus waren bemüht, Nietzsche ideologisch umzudeuten, und die zu Schlagwörtern reduzierten Modelle des "Willen zur Macht" und des "Übermenschen" gelten Vielen noch immer als faschistoide Ideen.

"Nietzsche versammelt wie kein anderer Züge des Protofaschismus", schreibt auch Bernhard Taureck in seinem Buch Nietzsche und der Faschismus -- und stellt den Philosophen dabei neuerlich mit totalitären Regimen in Zusammenhang, die "unmittelbar Zerstörung und Krieg um der Gewalttätigkeit willen" propagierten. So wird der im Zarathustra ästhetisch gemeinte "Wille zur Macht" und die damit verbundene Vision des schöpferischen "Übermenschen" einmal mehr politisiert und aphoristisch bzw. metaphorisch Gemeintes unzulässigerweise wörtlich genommen. Unangenehm wird Taurecks Buch an jenen Stellen, wo es das Vokabular nationalsozialistischer Propaganda auf Nietzsche selbst überträgt und mutmaßt, es sei dem Philosophen um "Endlösungen" im Sinn einer rassistischen Herrenmoral gegangen. Eine ausgewogene Darstellung seines Gegenstands gelingt dem Buch so nur selten.

Tatsächlich hatte Nietzsche bereits in der autobiografischen Schrift Ecce Homo (1888) von der Hoffnung gesprochen, "nicht als Untier und Moral-Scheusal" von der Nachwelt missverstanden zu werden. Die Nachwelt aber hat ihm diesen Wunsch nicht erfüllen wollen. Wer sich über die banalisierenden Vereinnahmungen des Philosophen durch menschenverachtende Diktaturen informieren will, ist mit Manfred Riedels ebenfalls bei Reclam erschienenen Band Nietzsche in Weimar sicher besser bedient als mit dem Buch von Taureck. --Thomas Köster

Pressestimmen

"Was Taurecks Buch so wertvoll macht, ist, dass es nicht im simplen Pro und Contra aufgeht, dass es den Sinn für die entscheidenden Differenzen wahrt und dass es ehrlicherweise mit offenen Fragen endet. Hier wurde ein enormes Lektürepensum bewältigt, und aus der Detailkenntnis des Werkes von Nietzsche argumentiert." (Wilhelm Schmid, Süddeutsche Zeitung.)

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