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Niemand im Damensalon: Roman
 
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Niemand im Damensalon: Roman [Gebundene Ausgabe]

Eduardo Mendoza
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 364 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (4. März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518413236
  • ISBN-13: 978-3518413234
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,9 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 729.596 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Eduardo Mendoza
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Irrwitz und Poesie
Eduardo Mendozas köstlich schräges Barcelona-Porträt
In einer Stadt im Norden Spaniens, deren Name hier nichts zur Sache tut (Barcelona), kämpft ein Namenloser im Namen der Gerechtigkeit: Mord und Menschenraub, Korruption und Falschparken, für nichts ist er sich zu schade, solange nur eine schöne Frau um seine Hilfe bittet. Und von denen gibt es in diesem Buch gleich zwei, wenn sie auch denselben Namen haben (Ivet). Das klingt nicht nur verwirrend, das ist es auch, und zwar mit Absicht. Werfen wir zur Klärung einen Blick in die (Literatur-)Geschichte: Immer einmal wieder muss Eduardo Mendoza, Autor von «Die Stadt der Wunder» und damit des grossen Gründungsromans über das moderne Barcelona, seinem literarischen Affen Zucker geben; dann lässt er einen namenlosen Insassen eines Irrenhauses aus demselben raus und in seiner Heimatstadt ermitteln. Einer dieser Fälle wurde auch schon übersetzt («Das Geheimnis der verhexten Krypta», 1990), jetzt kommt der neueste zu uns: «Niemand im Damensalon» . Hier die Handlung – soweit ich ihr folgen konnte: Der Irre, der so irre nicht ist, sondern nur ein schlicht gestrickter Kleingangster, fliegt aus dem Irrenhaus, weil dessen Leiter mit der Immobilie spekuliert. Des Irren Schwager lässt ihn in seinem Damensalon arbeiten, obwohl er keinerlei Friseurtalent besitzt, eher das Gegenteil. Allerdings kommt auch kaum Kundschaft. Ausser jener schönen Ivet, die sein Vorstrafenregister kennt und ihn zu einem lukrativen Einbruch überredet. Nur ein paar Akten soll er klauen. Neben denen liegt aber eine taufrische Leiche, die man flugs dem flüchtigen Irren in die löchrigen Schuhe schiebt. Nun betritt die zweite, die hochgeborene Ivet die Bühne des Geschehens und intrigiert gegen die erste, die schöne Ivet. Der Mord scheint Teil einer Verschwörung höherer Kreise zu sein, und bald sehen wir Barcelonas Spitzenmanager, wie sie dem debilen Bürgermeister bei Wahlkampfpartys städtische Aufträge für unbrauchbaren Plunder aus der Tasche leiern. Ein jeder erpresst und unterschlägt, dass es eine Art hat, und mittendrin unser Irrer, der seine Unschuld beweisen will. Das gelingt ihm zwar nicht eigentlich, aber in einem furiosen Showdown – köstliche Persiflage jener klassischen Krimi-Auflösungen, bei denen jede neu auftretende Person die bisherige Erklärung der Dinge noch einmal wendet und steigert – lässt er sämtliche Übeltäter sich gegenseitig ins Jenseits befördern. Doch nicht Suspense oder gar Sozialkritik machen dieses Buch aus, sondern seine Sprache. In barocker Pracht strömen die Satzkaskaden, verlieren sich in aberwitzigen Verschränkungen, ein Witz nach dem anderen perlt über die Seiten. Peter Schwaar hat die grossen syntaktischen Probleme, diesen Stil so zu übersetzen, dass die über-drehten Gags auch an der richtigen Stelle zünden, brillant gelöst; das Buch liest sich, als hätte er einen Heidenspass bei der Arbeit gehabt. Das Ergebnis ist auf den ersten Seiten befremdlich, dann brüllkomisch, zum Ende hin manchmal ermüdend – irgendwann lässt sich das Prinzip des kumulierenden Humors eben nicht mehr steigern. Mendozas Held ist ein Einzelgänger, ein Aussenseiter, dem nur die Sprache zu Gebote steht, um sich der Unbill der Welt zu erwehren und seine Haut zu retten. Ein Ausgestossener, der doch die Wahrheit über die Gesellschaft zutage fördert. Als solcher steht er, nicht nur mit seiner barocken Sprache, in der Nachfolge des Lazarillo und all der schillernden Überlebenskünstler des spanischen Schelmenromans. Betrachtet man «Niemand im Damensalon» im Licht dieser Tradition, gewinnt Mendozas rasanter Irrwitz noch poetische Tiefe.

Albrecht Buschmann

Über den Autor

Eduardo Mendoza wurde am 11. Januar 1943 in Barcelona geboren. 1965 schloß er sein Jurastudium ab und arbeitete für kurze Zeit als Rechtsanwalt. Hierbei lernte er die juristisch-administrative Sprache kennen, die er später in einigen seiner Romane parodierte. Von 1973 bis 1982 war er in New York als Dolmetscher im Auftrag der Vereinten Nationen tätig.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hofnarr der Moderne 1. Oktober 2007
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
So gut wie kein Kunde verirrt sich in den Friseursalon des namenlosen Helden dieser fulminanten Geschichte. Nach vielen Jahren, die der sympathische Kleinkriminelle in einer psychiatrischen Anstalt vor den Toren Barcelonas verbracht hat, wird er plötzlich und ohne Federlesens mittellos vor die Tür gesetzt. Da er das Leben stets nimmt wie es kommt und mit nichts hadert - er ist ein wahrlich glücklicher Mensch - macht er sich auf den Weg in die schöne Stadt am Mittelmeer: "So empfing mich, als ich schon lendenlahm und Mitternacht vorüber war, die olympische Stadt mit olympischer Verachtung." Aber das Glück, das ihn abgöttisch liebt, ist wie bereits erwähnt stets dicht an seiner Seite und beschert ihm einen Job im ebenfalls bereits erwähnten Damensalon, dessen Erfolglosigkeit namensgebend für diese Geschichte ist.

Man darf sich daher nicht wundern, dass sich die Mittellosigkeit unseres Helden durch seine Tätigkeit nur unwesentlich mildert, zumal er seine schmalen Einkünfte mit seinem philosophierenden Schwager zu teilen hat. Aber er hat viel Freizeit, ein Dach über den Kopf und kann sich die Funktionalität seines Leibes mit Fertigpizzastücken und Tintenfisch-Zwiebel-Brötchen sichern. Zu den Menschen in seiner Umgebung hat er ein entspanntes Verhältnis und alles läuft prima. Bis zu jenem Tag, an dem wunderschöne Beine nebst Zubehör im Salon auftauchen und ihn, an Liebe erkrankt, fortan in eine rasante Geschichte von Freundesverrat, Politik, Diebstahl, Betrug, Entführung und Mord verwickeln. Er bekommt es unter anderem mit der Crème de la Crème und damit mit dem Bürgermeister von Barcelona zu tun, der kurz vor der Wiederwahl steht und der eine verblüffend erfolgreiche Strategie verinnerlicht hat: "Das darf ich eigentlich gar nicht hören!" Intelligent und ohne sich ein x für ein u vormachen zu lassen, führt uns der clevere Narr durch diesen rasanten Krimi, der auch ein Liebesroman, ein Schelmenstück und vor allem eine rabenschwarze Gesellschaftssatire ist.

Eduardo Mendozas Geschichten sind katalanische, die meist in der wunderbaren Hauptstadt Barcelona angesiedelt sind. Das heißt nicht, dass er nicht über den Tellerrand geschaut hat. Jahrelang lebte er in New York, bis er wieder mit Macht nach Hause wollte in seine Heimatstadt Barcelona. Diese Stadt liebt er, aber er ist nicht blind für gesellschaftliche oder städteplanerische Fehlentscheidungen, die in dieser sich nicht erst seit den olympischen Spielen rasant sich wandelnden, sehr erfolgreichen Metropole hart am Mittelmeer, die vielleicht die heimliche Hauptstadt Spaniens ist und ganz sicher die Verlagshauptstadt, eben auch passieren.

Die Hochburg des katalanischen Jugendstils, in der Gaudis Kathedrale irrwitzig, überfrachtet und fantastisch in den Himmel ragt, hat mit Mendoza einen leidenschaftlichen Chronisten und ausgeschlafenen Mitbürger. Wenn es denn eine schriftstellerische Entsprechung zu Gaudis außergewöhnlichem, skurrilem, genialem und farbenfroh lebendigem Stil gibt, dann ist es gewiss die Handschrift von Eduardo Mendoza. Der Aberwitz der Handlung dieses Buches, die Stilsicherheit gewollt ausschweifender, sich verdrehender und doch nie verwirrender Erzählweise verschafft außergewöhnlichen Lesegenuss. Anders jedoch als Gaudi, den man eher melancholische Anwandlungen und zuletzt auch Lebensverdruss nachsagte, ist Mendoza mit Humor und Lebensfreude gesegnet; Eigenschaften, die zusammen mit der Kenntnis der menschlichen Seele (und seiner Abgründe) in diesem Buch in jeder Zeile spürbar sind.

Wer sich scheut, je nach Temperament, in aller Öffentlichkeit zu schmunzeln, wie ein Idiot zu grinsen und zu kichern oder gar lauthals zu lachen, sollte diese Geschichte nur in privater Abgeschiedenheit genießen. Eins sollte man aber auf gar keinen Fall tun: Dieses Buch versäumen.

Katalonien ist 2007 das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Ich hoffe und wünsche mir, dass Eduardo Mendoza auf diesem kaum zu überblickenden Jahrmarkt veritabler Eitelkeiten herausragend gewürdigt wird. Wer mehr von Mendozas tiefem Wissen über die Hauptstadt Kataloniens profitieren will, dem empfehle ich seinen großen Barcelona-Roman "Stadt der Wunder" oder, auch zur vertiefenden Reisevorbereitung geeignet, "Barcelona. Eine Stadt entdeckt die Moderne.", ein Buch und Bildband, den er zusammen mit seiner Ehefrau schrieb und gestaltete.

Helga Kurz
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einfach wunderbar 28. September 2006
Von Wibo
Format:Gebundene Ausgabe
Die Groteske des Banalen. Die Absurdität unseres Menschseins. Nichts ist vor der lakonischen Zunge des Autors sicher. In diesem Buch scheint es nichts zu geben, was es nicht gibt. Doch scheint Mendoza nicht nur ein ausgesprochener Menschenkenner zu sein, sondern diese unsere Spezies auch sehr zu lieben. Manchesmal fast schizophren wie er, bzw. sein Romanheld sich in andere Personen hineindenken kann. Selten ein so lustiges und dreidimensionales Buch gelesen!

Wer Irving mag und vielleicht auch Douglas Adams gelesen hat, dem sei gesagt, hier wird noch mehr geboten.

Die Stadt Barcelona spielt allerdings nur eine unbedeutende Nebenrolle.
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Ein echter Geheimtip! 13. September 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses zufällig in meinen Besitz gelangte Buch stand zunächst erst einmal 10 Jahre (!) ungelesen im Regal. Zum Glück griff ich neulich ebenso zufällig einmal danach und konnte es nicht mehr weglegen. Lange bin ich nicht mehr auf so hohem literarischen Niveau einfach gut unterhalten worden, zuletzt vielleicht bei den "Besessenen" von Witold Gombrowicz, und es gibt auch eine wunderbar slapstickhafte Szene, welche stark an "Die Besessenen" erinnert, nämlich wenn allerlei kurz nacheinander eingetroffene unliebsame Gäste gleichzeitig voreinander versteckt werden müssen.
Dieses Buch vereint die Spannung eines Krimis mit hohen sprachlichen Ansprüchen sowie unbändiger Satire. Von der ersten bis zur letzten Seite sprüht es vor Einfallsreichtum. Ich habe erst jetzt herausgefunden, dass es Teil einer Trilogie ist, gemeinsam mit dem "Geheimnis der verhexten Krypta" und einem weiteren, nicht so leicht erhältlichen Buch. Sicher war es nicht das letzte Mal, dass ich etwas von Mendoza gelesen habe.
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