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Niemand denkt an Grönland
 
 
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Niemand denkt an Grönland [Gebundene Ausgabe]

John Griesemer , Ingo Herzke
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
  • Verlag: Mareverlag; Auflage: 1., Aufl. (1. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936384444
  • ISBN-13: 978-3936384444
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 834.966 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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John Griesemer
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Alles woran sich Rudy Spruance nach seiner Ankunft erinnert, waren kahle Berge, endlose vereiste Flächen und ein paar Wellblechhütten. Auf seinem ersten Erkundungsgang war er direkt in sein Unglück gestolpert, wie ihm Colonel Woolwrap, der Kommandeur des Standorts munter erklärt. Myriaden teuflischer Stechmücken warteten draußen nur auf menschliche Beute. Nun liegt Corporal Spruance, Abteilung Presse und Information, bis zur Unkenntlichkeit zerstochen, in einem Lazarettbett in Qangattarsa, Grönland, und eine Schwester und ein Sanitäter führen eine wahre Slapstickrevue vor ihm auf. „Erst sind die Soldaten durch die Hölle gegangen, dann kommen sie zu uns!“

Wo sind wir hier hineingeraten? Unversehens hat uns John Griesemer in ein unwirkliches Setting im Jahre 1959 befördert. Qangattarsa ist in seiner Welt abgeschiedenen Jenseitigkeit Kafkas Schloss und dem Zauberberg nicht unähnlich. Ein geheimes Militärlazarett, in dem sechzig der fürchterlichsten Kriegsversehrten der US-Armee aus dem sechs Jahre zurückliegenden Koreakrieg endgelagert werden. Überdies scheint das gesamte Personal des Stützpunkts einem kollektiven Polarkoller verfallen zu sein: Rudy, der den Auftrag erhielt, eine Stützpunktzeitung herauszugeben, nimmt dichtende Soldaten im Drogenrausch wahr, wilde Eisbärenjagden, Saufturniere unter der Mitternachtssonne, archaisch anmutende Wettkämpfe -- und über allem thronend, Colonel Woolwrap, selbstherrlich residierend wie weiland Kurtz in seinem kambodschanischen Dschungelcamp.

Als sei der Wirrnis nicht genug, verliebt sich Rudy auch noch in die rothaarige Irene, Konkubine des Colonels. Durch sie erhält er Zugang zum „Flügel“, jenem allerheiligsten Bereich, der die grausam Verstümmelten birgt. Wähnte sich der Leser bislang in einer kafkaesken Militärklamotte, so vollzieht Griesemer hier eine unheimliche Wendung. Von heiligem Ernst erfüllt, die Schilderung des schaurig schönen Palais der Untoten. An diesem denkwürdigen Ort wird Corporal Spruance von der kaum vernehmbaren Stimme eines lebenden Torsos namens Guy X in das fürchterliche Geheimnis dieses nordischen Totenreiches eingeweiht. Bald bricht die Hölle los!

Ein magisches, traumverlorenes Eismärchen, satirisch und verstörend. Das Erwachen aus der „Totalen Umnachtung“, wie die Männer am eisigen Ende der Welt ihr unwirkliches Dasein bezeichnen, wird auch dem Leser schwer fallen. --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

1959, sechs Jahre nach dem Ende des Korea-Kriegs, kommt ein junger amerikanischer Soldat in einer entlegenen Militärbasis auf Grönland einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur. Wie schon in "Rausch" entfaltet John Griesemer abermals eine packende Geschichte vor einem historischen Hintergrund: In der Tradition von "MASH" und "Catch 22" entlarvt "Niemand denkt an Grönland" den Wahnsinn des Krieges - subversiv und unerbittlich.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
das geht unter die Haut! 24. Juni 2007
Von bebo
Format:Audio CD
Während ich beim Lesen des Buches hier und da den Eindruck von Länge und Leere hatte, obwohl ich den Roman insgesamt schon sehr beeindruckend fand, überzeugte mich das Hörbuch voll und ganz, wobei gerade die vermeintlichen "Leerstellen" sich restlos mit Bedeutung füllten. Das liegt nicht zuletzt an dem formidabel lesenden Charles Brauer, dem man jeden Satz geradezu ablauscht. Beim konzentrierten Zuhören entstanden viel intensivere Bilder sowohl dieses ungewöhnlichen, isolierten Ortes der Handlung, als auch der Handlung selbst. Ein überzeugender Antikriegsroman, der einem auf eindringliche Weise die Absurdität von Kriegen und ihren Folgen vor Augen führt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Antikriegsroman 19. November 2004
Von "minuite"
Format:Gebundene Ausgabe
Niemand denkt an Grönland- ein interessanter, leiser Roman. Auf eine ruhige, aber erschrekende Weise berichtet der Roman über die Grausamkeiten des Krieges. Grausamkeiten die noch lange nachwirken, nicht nur in den Köpfen der Soldaten, sondern auch an ihren Körpern. Nach dem Kroa Krieg wurde ein Lazarett in Grönland eingerichtet, was gar nicht so weit hergeholt ist, da es eben solches tasächlich gegeben haben soll.
Doch das Lazarett ist geheim. Die hier liegenden Verwundeten gelten schon lange als vermißt bzw. gefallen. Und auch die hier hin Versetzten müssen bangen, dass Sie in der ewigen Dunkelheit und Anonymität nicht langsam ihre Identität verlieren.
Im großen und ganzen ein lesenswerter Roman, bei dem nur das Ende zu wünschen übrig ließ.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Korea ins Eis 14. März 2008
Von Polar
Format:Taschenbuch
In Niemand denkt an Grönland werden Griesemers Figuren ähnlich wie in Rausch ein Opfer der Geschichte. War es in Rausch ein Kabel, das durch den Atlantik gezogen werden sollte, begegnen wir in diesem Roman am Ende des Korea-Krieges einem Corporal, der auf einer geheimen Basis in Grönland, die als Lazarett für Kriegsverletzte eingerichtet wurde, seinen Dienst tut. Warum solche Lazarette überall auf der Welt eingerichtet werden, dürfte klar sein: Die Zahl der Verluste, der Kriegsversehrten lassen sich in Grenzen halten, solange sie als persona non grata behandelt werden. Vorzeigbar sind sie erst wieder, wenn sie die Statistik drücken. Griesemer führt uns an einen verlassen Ort in eisiger Wildnis. Wir begegnen einem verrückten Kommandanten, einer Geliebten, den Schrullen militärischer Bereitschaft und den Gesetzmäßigkeiten des Wahns, den Kriege mit sich bringen. Wenn sich Rudy Spurance im Verlauf der Geschichte dem Geheimnis des Stützpunkts nähert, gerät er in Gefahr. Es sind die eigenen Leute, die alles unter Verschluss halten wollen, auch wenn sie den Corporal nicht davon abhalten können, sich selbst in ausweglose Lage zu manövrieren. Mit dem Geschick für einen klugen Spannungsaufbau beschreibt Griesemer ähnlich wie in Rausch einen Moment der Geschichte, der unbemerkt verstreicht, wenn keiner ihn bemerkt.
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