Richard Mayhew führt ein Leben, wie aus einem Quelle-Bestellkatalog. Er ist Büromann in einer angesehenen Wehrtpapierfirma im Zentrum Londons, führt eine mehr oder weniger herzliche Beziehung zu einer Angestellten eines erfolgreichen londoner Unternehmers und genießt die sonntäglichen Fußballspiele vor dem Fernseher in seiner 2-Zimmer-Wohnung in einem Randgebiet der Londoner City.
Doch das ändert sich schlagartig als er eines Abends ein verwundetes Mädchen von der Straße aufliest und in seine Wohnung bringt. Das Mädchen Door ist in Wirklichkeit eine 400 Jahre alte Gräfin, die von zwei teuflischen Meuchelmördern verfolgt wird. Nachdem er ihr geholfen hat, stellt er fest, dass sein altes Leben nicht mehr existiert. Menschen sehen ihn nicht mehr, Kreditautomaten erkennen seine Karte nicht mehr, als er jemanden anspricht, stellt er fest, dass er praktisch sofort wieder vergessen wird und er muss hilflos zusehen, wie seine eigene Wohnung an ein fremdes Ehepaar verkauft wird, während er in der Badewanne sitzt.
Er macht sich ratlos auf die Suche nach dem Mädchen Door, die ihm das alles eingebrockt hat und taucht damit ein in die Welt von Unter-London. Eine Welt von Feenmärkten, ganzen Königreichen in alten U-Bahnzügen, sogenannten Rattensprecher, Ungeheuern, Engeln und noch unwirklicheren Wesen. Auf dem Weg zurück in sein altes Leben muss er wieder dem Mädchen Door helfen und erlebt unzählige Abenteuer, während derer er sich den Respekt seiner Gefährten verdient.
Neil Gaiman schafft es, ein modernes Märchen für Erwachsene durch das ganze Buch mithilfe seines sarkastischen Schreibstiles spannend und amüsant zu halten. Es gelingt ihm, die guten wie die bösen Charaktäre liebenswürdig und klar dem Leser nahezubringen und ihn dazu zu bringen mit ihnen mit zu fiebern. An dieses Buch wird sich der Leser noch lange erinnern und sich vielleicht etwas mulmig fühlen, sollte er tatsächlich einmal in den Untergrund Londons eindringen, und sei es nur bei einer U-Bahnfahrt vom Trafalgar Square zur Bakers Street.