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Niemals so ganz
 
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Niemals so ganz [Taschenbuch]

Tanja Dückers , Jan Egge Sedelies
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 88 Seiten
  • Verlag: Zeter & Mordio - Verlag für Nebenwelten; Auflage: 2., Aufl. (13. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3980955230
  • ISBN-13: 978-3980955232
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.262.732 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 07. Oktober 2005, Bert Strebe

Aufstehen, widersetzen Der Autor Jan Egge Sedelies hat einen Gedichtband mit dem Titel „Niemals so ganz“ veröffentlicht. Allen Texten gemein ist eine klare politische Position links von der Mitte und ein spürbarer Zorn auf stumpfe Konsumgesellschaftsmenschen. Es geht, etwa in „Linienflug LH 558“, um den mit einer lächerlichen milden Strafe gesühnten Tod des Sudanesen Aamir Ageeb, der 1999 bei der Abschiebung im Flugzeug so gefesselt war, dass er erstickte. Es geht um Erich Fried, dem das Gedicht „frage eines nachgeborenen“ gewidmet ist. Interessanterweise spürt man die Wut bei dem jungen Sedelies weitaus mehr als bei dem alten Fried, der am Ende nur noch Zeitungsmeldungen abgeschrieben und kommentiert hat. Und man spürt Ironie und Melancholie, und manche Gedichte wie das über die „viertelführung um halb zwei“ sind schlicht schön. Die politische Lyrik der sechziger und siebziger Jahre krankte vor allem daran, dass ihr Flugblattvokabular statisch wirkte. Gefühle und Gedanken wurden benannt, statt sie auszulösen. Sedelies’ Texte haben an manchen Stellen auch noch etwas davon. Aber man merkt, dass dieser Autor auf dem Weg zu seiner eigenen Sprache ist.

Kurzbeschreibung

Engagierte Literatur, wie sie schon Sartre forderte – gibt es die heute noch? Es gibt sie! Ob Castortransporte, Anti-Globalisierungs-Demonstrationen oder der Tod eines Sudanesen bei seiner ›Rückführung‹ – immer legt Jan Egge Sedelies zielsicher den Finger in die Wunde – den »Fehler im Gesamtsystem«. Dabei hat er jedoch stets die zweifelhafte Rolle dessen im Blick, der es »an seinem Schreibtisch aushalten kann«. Eine aufrührende, melancholische, wütende, selbstkritische, augen-öffnende und in Bewegung setzende Lyrik.

Aus dem Vorwort von Tanja Dückers: »Sedelies’ große Begabung liegt darin, in Gedichten Geschichten zu numerischen Fakten zu erzählen, die uns täglich in den Nachrichten erreichen: Er bebildert diese Fakten, erzählt von Asylanten, die nicht mehr lebend am Zielort eintreffen, oder von Demonstranten, die wegen Verdacht auf illegalen Waffenbesitz gedemütigt und in U-Haft geschoben werden – ohne dabei ins Sentimentale oder Belehrende abzugleiten.«


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Und das mir als Bürger, 22. September 2005
Von 
Markus Freise (Bielefeld) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Niemals so ganz (Taschenbuch)
Also. Als ich las, dass der Sedelies da politische Lyrik verfasst und publiziert hat, war ich doch sehr gespannt. Zumal ich ein durch und durch bürgerlicher Mensch bin, der in seinem Leben keiner Demo beigewohnt, geschweige denn mal ein Haus besetzt hat. Deshalb war ich nicht nur gespannt, sondern offen gesagt, sogar skeptisch, ob sich Sedelies' Gedichte für mich erschliessen würden.

Doch dann lag das Buch in meinem Briefkasten. Und ich habe es genommen und in den nächsten Biergarten getragen und begonnen zu lesen. Tatsächlich: Was dort stand, konnte ich für mich einnehmen. War es doch weit entfernt davon, belehrend zu sein oder entfremdend weit von der Wahrnehmung des „Normalen" zu liegen. Es erzählte einfach nur. Stellte dar, was geschah oder in Sedelies vorging. Ohne auf mich zu zeigen und mir zu sagen: „Auch Du, gerade Du musst dich mal einmischen!" Vielmehr stand zwischen den Zeilen: „Auch ich, gerade ich, habe mich nicht eingemischt!" Und deshalb darf man darüber nachdenken. Wütend sein. Oder passiv. Nur eines nicht: Gleichgültig. Denn das ist dieses Buch nicht. Danke für den Blick über meinen Tellerrand. Zumindest habe ich gesehen was dort ist.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lyrik für Lyrik-Hasser, 27. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Niemals so ganz (Taschenbuch)
Normalerweise flüchte ich bei jeglicher Lyrik oder Lyrik-ähnlichem Erguss unters Sofa und halte mir die Ohren zu, wohingegen ich in diesem Fall nur eins sagen kann: Daumen noch!!

Ich persönlich sehe es nicht als Lyrik im klassischen Sinne, es sind eher die beklemmenden persönlichen Beobachtungen eines aufgeweckten und talentierten jungen Mannes, der die Schnauze voll vom Schnauze halten hat, und seine Meinung in wohlklingenden Worten und schönem Versmaß vertritt.

Hab's in einem Stück durchgelesen und kann es jedem politisch interessierten Menschen mit Interesse an guter Literatur empfehlen. Yes.

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