Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Niederland
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Niederland [Gebundene Ausgabe]

Joseph O'Neill , Nikolaus Stingl
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Literaturtest.de

Interview mit Joseph O'Neill
Joseph O'Neill
Fotonachweis: Beowulf Sheehan
Joseph O'NeillBinnen eines Wochenendes wurde Joseph O'Neill dank hymnischer Rezensionen in den USA zum gefeierten Autor - nachdem sich zuvor jahrlang eigentlich keiner so richtig für den Autor interessiert hatte. Nun erscheint sein Erfolgroman „Niederland" auf Deutsch. Im Amazon.de-Interview spricht er über seine große Liebe, das Cricket-Spiel, und über „seine" Stadt New York.

Frage: In „Niederland" erzählen Sie die Geschichte des holländischen Einwanderers Hans van den Broek, dessen Leidenschaft das ganz und gar unamerikanische Spiel Cricket ist. Wie erklären Sie sich den großen Erfolg des Buchs bei Kritikern und Lesern - für die Cricket weniger ein Spiel als ein Witz sein dürfte?

Joseph O'Neill: Cricket ist ein Teil des Buches, aber kein zentraler Bestandteil. Im Buch geht es genau um die Leute, die das Spiel nicht verstehen oder nicht schätzen - und das ist die große Mehrheit der Leser.

Frage: Über die Leidenschaft für das Cricket lernt Ihr Protagonist Chuck Ramkissoon kennen, einen Unternehmer aus Trinidad, der so etwas wie das Negativbild von Hans zu sein scheint. Wie würden Sie Hans und Chuck beschreiben? Worauf basiert ihre Freundschaft?

Joseph O'Neill: Ich würde sie und ihre Freundschaft so charakterisieren, wie ich es in dem Buch getan habe. Aber es ist richtig, dass sie in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlich sind. Hans ist passiv, privilegiert, weiß und konventionell; Chuck hingegen ergreift die Initiative, ist marginalisiert, schwarz, unkonventionell. Die Liebe zum Cricket bringt sie zusammen und hilft, sie zusammenzuschweißen.

Frage: Hans wird nach dem 11. September 2001 von seiner Frau verlassen. Doch das Leben ändert sich nicht nur für ihn, sondern für alle Amerikaner und ganz besonders die Bewohner New Yorks. Welche Veränderung in der Atmosphäre und Haltung der Leute spielt für Hans und damit die Geschichte die größte Rolle?

Joseph O'Neill: Die Frage hätten Sie Hans stellen sollen! Wenn Sie es getan hätten, hätte er vielleicht geantwortet, dass er nicht gerne über die Folgen des 11. Septembers spricht - schließlich waren die Veränderungen in seinem Leben nichts verglichen mit dem, was den Menschen in den Zwillingstürmen angetan wurde.

Frage: Sie haben sieben Jahre an „Niederland" gearbeitet. Welcher Anspruch an das Buch ließ Sie den Text immer und immer wieder überarbeiten?

Joseph O'Neill: Ich habe den Text gar nicht so oft verändert. Ich hatte eher Schwierigkeiten damit, überhaupt Text zu produzieren. Teil dieser Schwierigkeit war sicherlich, dass das Buch New York beschreibt und sich diese Stadt (und die Erfahrungen, die man hier macht) ständig ändert.

Frage: Viele Kritiker kümmerte das Thema Cricket gar nicht so sehr, obwohl Sie betonen, dass es die zentrale Metapher des Buches ist. Worauf bezieht sie sich?

Joseph O'Neill: Ich betone nicht, dass es eine solch wichtige Metapher ist. Obwohl - mir war sofort klar gewesen, dass Cricket eher außerhalb des Blickfelds der Amerikaner liegt und schon dadurch - neben anderen Gründen - interessant ist.

Frage: Die meisten wichtigen Zeitungen und Magazine feiern Ihren Roman, Literaturinteressierten sind Sie in kurzer Zeit zum Begriff geworden. Hat die Bekanntheit Ihr Leben verändert? Was sagen Ihre Mitspieler vom Staten Island Cricket Club dazu?

Joseph O'Neill: Meinen Team-Kollgen ist das ziemlich egal. Das einzige, was sie interessiert, ist, dass ich zum Training erscheine und gut spiele. Mein Leben hat sich insofern geändert, als dass ich mir jetzt sicherer bin, weitere Bücher schreiben zu wollen.

Die Fragen stellte Carsten Hansen, Literaturtest.

Pressestimmen

'A wonderful book', Barack Obama (David Leonhardt, The New York Times Magazine, May 3, 2009)

Kurzbeschreibung

Hier ist der „große literarische Wurf“ (The New Yorker) aus den USA, von den US-Medien gefeiert und ein Bestseller in den angelsächsischen Ländern: Joseph O’Neills „Niederland“. New York im Jahre 2002: Ein holländischer Bankier namens Hans van den Broek lebt allein unter den exzentrischen Gestalten im legendären Chelsea Hotel. Als Kind fuhr Hans perfekte, sichere Bahnen auf dem Eis der Grachten; heute spekuliert er erfolgreich auf Rohstoffpreise, aber wie die Stadt selbst nach dem 11. September ist auch er in seinen Grundfesten erschüttert. Nachts spricht er mit Engeln, oder er sucht verzweifelt bei Google Earth nach Lebenszeichen im Haus seines kleinen Sohnes, der mit seiner Mutter nach London zurückgezogen ist. Doch dann trifft Hans die Gestalt, die sein Leben verändern wird: einen dunkelhäutigen Westinder namens Chuck Ramkissoon. Chuck gehört zu denen, die den großen amerikanischen Traum noch zu träumen wagen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Zusammen mit ihm macht Hans sich auf, ein aktives, brodelndes, ihm gänzlich unbekanntes New York zu entdecken, und eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht... „Niederland“ ist ein begeisternder, weiser und lebenskluger Roman über Beheimatet- und Fremdsein, über eine scheiternde Ehe, über Freundschaft, über das moderne Leben in der westlichen Gesellschaft und, nicht zuletzt, eine großartige Hommage an die Stadt New York. Es ist, als hätte O’Neill alle Ängste und Unsicherheiten unseres noch neuen Jahrhunderts genommen und daraus einen leuchtenden, am Ende Hoffnung machenden Traum gedichtet.

Über den Autor

Joseph O’Neill wurde 1964 als Sohn eines Iren und einer Türkin in Cork geboren und wuchs in Holland auf. Er studierte Jura in Cambridge und arbeitete als Anwalt in London. Später ließ er sich als freier Autor in New York nieder. O'Neill ist verheiratet und hat ein Kind. "Niederland" ist sein dritter Roman.
‹  Zurück zur Artikelübersicht