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Nie war es herrlicher zu leben: Das geheime Tagebuch des Herzogs von Croÿ 1718 - 1784
 
 
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Nie war es herrlicher zu leben: Das geheime Tagebuch des Herzogs von Croÿ 1718 - 1784 [Gebundene Ausgabe]

Hans Pleschinski
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 428 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 4 (22. Dezember 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406621708
  • ISBN-13: 978-3406621703
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.626 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Herzog Emanuel von Croÿ (1718-1784) stammte aus einer altadligen Familie französisch-deutschen Ursprungs, war Landbesitzer, ranghoher Militär, Beobachter und Chronist seiner Zeit und interessierte sich insbesondere für Literatur, Architektur sowie das Theater. Er war nicht nur ein produktiver Autor von Essays und Pamphleten, sondern auch ein besessener Tagebuchschreiber, von dem tausende Seiten seines Journals seit 1740 überliefert sind.
Hans Pleschinski hat das Journal zum ersten Mal in einer Auswahl für das deutsche Publikum übersetzt und herausgegeben: Eine farbige und anschauliche, streckenweise einzigartige Fundgrube, was das politische und gesellschaftliche, private und höfische Leben im 18. Jahrhundert in Frankreich und in Deutschland bis zur Französischen Revolution anbelangt. Begegnungen mit Voltaire und Benjamin Franklin, den Brüdern Montgolfier, Porträts von Madame de Pompadour bis zu Marie Antoinette, die Hinrichtung eines Attentäters und das Sterben Ludwigs XV. - ein unschätzbares und präzises Dokument einer untergegangenen Welt. "Ich überreichte Mr. Franklin eine Denkschrift zur Verbreitung der französischen Sprache in den Vereinigten Staaten, worüber er vor dem Kongreß zu sprechen zusagte. Er spielte auf seiner Harmonika, die er noch weiter perfektioniert hatte. Er, der Vater der Elektrizität, setzte vor unseren Augen einen starken elektrischen Apparat in Gang. Von Boston zeigte er uns Ansichten auf feinem Papier (...) Das war alles sehr interessant. Sein Land ist wie ein Traum!"
Aus: Das geheime Tagebuch des Herzogs von Croÿ

Über den Autor

Hans Pleschinski, geboren 1956 in Celle, Studium der Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaften in München. Arbeit für Galerien, die Oper und den Film. Seit 1985 Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk und lebt als freier Autor in München. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise: u.a. Staatlicher Förderpreis für Schriftsteller in Bayern (1986), Tukan-Preis der Stadt München (1995), Hannelore Greve Literaturpreis (2006), Nicolas Born-Preis (2008).

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wunderbares Lesevergnügen! 13. Januar 2012
Von Leserin
Format:Gebundene Ausgabe
Die Tagebücher bieten einen hervorragenden Einblick in das Leben bei Hofe zu Zeiten Ludwigs XV. und Ludwigs XVI. Hans Pleschinski ist es gelungen, eine sehr fundierte, sehr aufschlussreiche Auswahl aus den weitaus umfangreicheren Aufzeichnungen zusammenzustellen. Nicht allein die Deutschland betreffenden Passagen lohnen die Lektüre. Gerade im Hinblick darauf, dass fünf Jahre nach seinem Tod die Französische Revolution begann, ist es sehr aufschlussreich zu erfahren, wie sehr sich ein Adeliger wie der Herzog von Croy zwar der prekären Lage im Land bewusst gewesen ist, wie wenig einer wie er (und die meisten Zeitgenossen wohl auch) aber einzuschätzen wusste, was da am Horizont letztlich für ganz Europa dräut. Interessant sind auch die Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen, angefangen bei Madame de Pompadour über Voltaire und Benjamin Franklin bis hin zum inkognito reisenden Kaiser Joseph II. Knappe, informative Anmerkungen des Herausgebers runden das Ganze ab. Hervorzuheben ist auch die liebevolle Gestaltung des Buches sowie die kluge Auswahl des Bildmaterials. Ein wahrer Genuss!!!
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die einzigartigen mémoiren des herzogs von Croÿ sind unter dem titel journal inédit bekannt, aber auch die diversen französischen ausgaben sind ja nicht vollständig. Dieser fürst des 18. jh nahm insofern eine sonderstellung ein, als er zugleich französicher aristokrat, später herzog, als auch reichsfürst des HRR war. Er dürfte einer der wenigen menschen sein, die sowohl zeuge der krönung des dt. kaisers Karl VII als auch des franz. königs Louis XVI war.

Hans Pleschinski hat ca. ein viertel der ganzen mémoiren ausgewählt und in wunderschönes deutsch übertragen. Croÿs distinguierter, z. t. etwas steifleinener stil kommt im deutschen gut an, und ich zweifle nicht daran, daß Pleschinski selbst derjenige ist, der von diesem unternehmen am meisten profitiert; auf sein nächstes buch dürfen wir jedenfalls gespannt sein.

Croÿ fühlte sich einer richtung verpflichtet, die man heute als »reformkonservativ« bezeichnet (und mit der wir in bayern immer gut gefahren sind). Der herzog ist allem neuen gegenüber aufgeschlossen, besucht Rousseau und Franklin, versteht sich gut mit Mme Pompadour. Für Mme du Barry und ihren Clan, wie für alles halbseidene, hat er freilich nicht viel übrig. Technischen neuerungen gegenüber ist er dagegen sehr aufgeschlossen und besucht am ende seines lebens die ersten ballonvorführungen der frères Montgolfier.

Ein schönes wertvolles buch, ein wahrer hausschatz, der an die mémoiren des herzogs von saint-simon anschließt und uns über die geschehnisse in frankreich des 18. jh., besonders am königshof, auf dem laufenden hält. Für dt. leser dürfte besonders die beschreibung des besuchs Josephs II. in Frankreich von interesse sein.

Ceux qui n'ont pas lu Hans Pleschinski ne pourront jamais savoir ce qu'est la douceur de la lecture !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Anne Emmanuel François Duc de Croÿ, Fürst des Heiligen Römischen Reiches, Prince de Solre-le Château, Fürst zu Moers, Graf von Büren etc., Baron de Condé, de Maldeghem, de Beaufort, etc., Maréchal de France, Grande de España de Primera Clase, Chevalier de l' Ordre de Saint-Esprit, Gouverneur de Condé, Comandant du roi en Picardie, Calais et Boulonnais, ist der Stammvater alle Mitglieder des weitverzweigten Hauses Croÿ sesshaft in Frankreich, Belgien, Deutschland und Österreich. Ohne sich natürlich dieser Rolle bewusst zu sein, war der Herzog ein in seiner hochadligen Familie verwurzelter, seiner Privilegien sehr wohl bewusster und um seines Standes angemessener Auszeichnungen stets bemühter Aristokrat. Darüber hinaus war er ein Mann von edlem Geist, wissenschaftlicher Distinktion und besorgtem Familiensinn.

Am Abend seines Lebens resümierte er einige für ihn wichtige Ereignisse seiner Zeit: ...[es] hatte sich die Physik Newtons durchgesetzt, hatte Franklin den Blitz bezwungen, waren die Längengrade entdeckt, die Gesetze von Ebbe und Flut erkannt worden, hatte Mr. Cook die bisher kaum bekannte andere Hälfte der Welt erkundet, waren künstliche Gase entdeckt und die Lust analysiert worden ... Und nun erhoben sich Menschen in die Lüfte. ... Und es bedeute erst den Anfang!" An allen diesen Entwicklungen nahm er lebhaften Anteil, besuchte Benjamin Franklin, ermunterte die Brüder Montgolfier, pflegte Umgang mit Sausure, Diderot und Voltaire, betrieb eigene Experimente und schrieb im Geist der Zeit an einer naturwissenschaftlichen Enzyklopädie.

Einen solch weiten Horizont erwartet man nicht von einem Mann, der als Militär groß wurde, an einer Reihe von Feldzügen, vor allem auf deutschem Gebiet, in kommandierender Stellung teilnahm, die Entwicklung der französischen Kriegsmarine durch den Ausbau besonders des Hafens von Calais förderte und sich als militärischer Gouverneur der nördlichen atlantischen Provinzen Frankreichs, insbesondere der Heimat seines Geschlechts, der Picardie, verdient machte.

Nicht zu unterschätzen ist auch seine Rolle als Diplomat, politischer Kopf und Höfling während der Regierungszeit Ludwigs XV und Ludwigs XVI. Er ging bei Madame de Pompadour, Madame de Maintenon und der Königin Marie Antoinette ein und aus und benutzte deren Einfluss sowohl zur Erreichung politisch-finanzieller Ziele zugunsten Frankreichs wie auch eigener Rangerhöhungen. Er nahm an den Krönungen des Wittelsbacher Kaisers Karl VII und Ludwigs XVI teil, war Gastgeber des Königs Christian VII von Dänemark und pflegte einen mehr als formellen Umgang mit Kaiser Josef II, als dieser seine Schwester in Frankreich besuchte.

Dass wir diese Kenntnisse über eine wahrhaft universale Persönlichkeit besitzen dürfen, verdanken wir der einfühlsam-eleganten Übersetzung etwa der Hälfte der Croÿschen Tagebücher von Hans Pleschinski, der schon durch die Herausgabe von Briefen der Madame Pompadour für die Epoche des ausgehenden Absolutismus in Frankreich bestens ausgewiesen ist. Wertvoll sind seine knappen, aber informativen Zwischenbemerkungen und der zurückhaltenden Sprache seiner Übersetzung. Dem Verlag C.H.Beck gebührt Dank für die nahezu bibliophile Ausstattung dieses Buches, wobei ich auf dem Schutzumschlag anstatt eines zeitgenössischen Schuhs eher ein farbiges Portrait des Protagonisten erwartet hätte.
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