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Das diabolische Moment jedenfalls ist bei den 1820 uraufgeführten 24 Capricen durchaus nicht zu überhören, obwohl es natürlich zu einfach wäre, diese Stücke darauf zu reduzieren. Das unglaubliche Staunen ob der für das Spiel nötigen Fingerfertigkeit verleiten dazu. Kein Wunder, dass diesen Stücken des zu dieser Zeit schon immer wieder schwer kranken Komponisten der Ruf der Unspielbarkeit anhaftet, und wenige Violinvirtuosen haben es jemals geschafft, sämtliche Capricen aufzunehmen. Die berühmteste stammt ganz sicher von Itzhak Perlman und sie entstand im Jahre 1972. Man wird sich diesem einmaligen Lehrstück sicher erst nach vielmaligen Hören wirklich annähern können, ein Trauerspiel, dass man Perlman bei seiner Meisterleistung nicht auch zuschauen kann!
Perlmans Platte ist bis heute -- und wird auch auf lange Sicht -- das Maß der Dinge sein. Die Leichtigkeit, mit der er selbst die übermenschlichen Ansprüche der Nummer 7 meistert, qualifiziert ihn zur Darstellung des gesamten emotionalen Spektrums, von technischer Anstrengung keine Spur, dafür viel Schwermut und Lebensfreude, kraftvolles Selbstbewusstsein und spritziger Witz. Itzhak Perlman, der zur Zeit der Aufnahme gerade 26 Lenze zählte, ist ein Phänomen, und Paganini hätte ganz bestimmt seine diebische Freude an ihm. Zum Glück ist die Aufnahmequalität so gut, dass man sich voll und ganz auf diesen verrückten Geiger einlassen kann. --J. Schüring
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