Eine beeindruckende und beunruhigende Dokumentation über Ruhm, Drogen und Popkultur ist
Nico Icon, die dem Zuschauer einen Einblick in die Welt hinter den Kulissen der Rockmusik und eben der Popkultur in den 60er und 70er Jahren bietet. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die ein Leben auf der Überholspur gelebt hat und früh gestorben ist. Nico wurde in Deutschland geboren. In den späten 50er Jahren wurde sie ein begehrtes Fotomodel (was ihr unter anderem einen Auftritt in Federico Fellinis
La Dolce Vita einbrachte). In den 60er Jahren gehörte sie dem Umfeld von Andy Warhols "Factory" an, in den frühen 70ern war sie eine Background-Sängerin von Lou Reeds
Velvet Underground. Bei all diesen unterschiedlichen Erfahrungen aber hat sie ihren Platz in der Kultur -- und der Gesellschaft -- niemals gefunden.
Dabei konzentriert sich der Film auf drei Aspekte ihres Lebens: Ihre selbstsüchtige Beziehung zu ihrem Sohn, ihre Beziehung zu dem französischen Schauspieler Alain Delon und schließlich ihre Heroinsucht. Nico Icon ist keine Dokumentation, die einen Menschen zu bewerten versucht. Nico steht vielmehr als ein Symbol für die Welt, in der sie gelebt hat. Dies macht diese Dokumentation zu einem Film über eine vergangene Zeit und sie hilft uns, diese Zeit vielleicht ein bisschen besser zu verstehen. --Robert Lane
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Aus zweierlei Gründen kommt man nicht umhin, das 1995 erstmals gezeigte Porträt der einstigen Sängerin von Velevet Underground als die bisher gelungenste Rockbiografie überhaupt zu bezeichnen. Denn zum einen kann beim Lebensweg der 1938 als Christa Päffgen geborenen Nico kein schlechter Film herauskommen: Die Deutsche startete als Model in Frankreich, wurde Schauspielerin (unter anderem in Fellinis La Dolce Vita), ging dann nach New York, um außerodentliche Musik zu machen -- von Folk zu Noise-Klassik bis zu Elektro-Wave. Dabei entschied sie sich für Hässlichkeit und Heroin und fiel 1988 auf Ibiza tot vom Fahrrad.
Zum anderen liegt die Ausnahmestellung von Nico Icon am höchst kompetent und kunstvoll inszenierten Film selbst: Auch Zuschauern, die noch nie etwas von Nico und ihrem morbiden Mythos gehört haben, bieten die 72 Minuten ein cineastisches Erlebnis. Die Art, wie die Regisseurin ein Mosaik aus Interviews, Fotos, Film- und Songausschnitten zu einer aristotelischen Dramaturgie formt, hebt Nico Icon über andere Musiker-Biopics hinweg, die meist in eindimensionaler Heldenverehrung oder Faktenhuberei für Fans enden.
In der Figur Nico, hier gespiegelt in den Geschichten ihrer Wegbegleiter wie John Cale, Andy Warhol, Philippe Garrel, Jim Morrison, Bob Dylan oder ihrer Tante (die sie aufzog) und der Mutter von Alain Delon (die dann Nicos Sohn mit dem französischen Schauspieler aufzog), kritallisiert sich nicht nur die Geschichte einer einzigartigen Frau, sondern auch die Geschichte der Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. --Dietmar Schwenger
Sie war Andy Warhols legendäre Mondgöttin, ihr zerdehnter Gesang prägte den Sound von Velvet Underground. Ihre Schönheit und ihr Schweigen faszinierten Lou Reed, Jackson Browne, Jim Morrison, Iggy Pop und viele andere. Auf ihrem Geburtsschein stand der Name Christa Päffgen, aus dem Mädchen Christa wurde das knabenhafte Modell, das