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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lohnt sich!, 16. September 2007
Viele Jahre lang erschienen Comicstreifen eines der berühmtesten deutschen Detektive in der Illustrierten "Quick": Von 1950 bis 1959 begeisterte Nick Knatterton zahlreiche Leser mit Humor und Scharfsinn. Der markante Comic-Held mit dem spitzen Kinn und dem Knickerbockeranzug aus Manfred Schmidts Feder sollte eine Parodie auf die amerikanischen Comic-Superhelden darstellen und nebenbei aktuelles Geschehen in Deutschland aus Politik und Wirtschaft durch den Kakao ziehen. Durch den anhaltenden Erfolg blieben Zeichentrickserie und Spielfilm nicht lange aus. Das Phänomen Nick Knatterton war ein Renner. Jetzt endlich hat der Lappan Verlag sämtliche gedruckten Abenteuer des Meisterdetektivs in einem wunderschönen Sammelband herausgegeben. Edel gebunden, mit Lesezeichen und festem Papier lassen sich die Abenteuer Nick Knattertons noch viel besser genießen. Ein liebevolles Vorwort, geschrieben von Manfred Schmid noch zu Lebzeiten, und alle achtzehn Geschichten aus neun Jahren Veröffentlichung erwarten den Leser in diesem Sammelband. Die wöchentlich erschienenen Comicstreifen wurden, ganz wie früher, mit ihrer jeweiligen Zwischenüberschrift abgedruckt und augenscheinlich auch nicht anderweitig verändert. Eine kleine Hilfe stellen neben dem Lesezeichen die Seitenzahlen dar, die neben der jeweiligen Seite auch die jeweilige Geschichte nummeriert angeben. Jeder Geschichte geht ein kurzer einleitender Text voran, der auf Details bezüglich des Inhalts hinweist oder den Zusammenhang mit damals tagespolitischem Geschehen erklärt. Zudem werden die fünf wichtigsten Personen in kurzen, humorvollen Texten vorgestellt. Dass die absolute und unfehlbare Genialität Knattertons zum satirischen Unterton gehört, wird schon rasch klar, wenn man die von Erklärungen wimmelnden Bilder sieht. Nahezu jede Zeichnung birgt irgendeinen Pfeil, der den Leser auf etwas aufmerksam macht, und liefert gleichzeitig wichtige Informationen dazu. Erst dadurch können die zahllosen Künste, Talente und Hilfsmittel des Meisterdetektivs erst aufgedeckt und vermittelt werden. Unabdingbare Requisiten wie künstliche Hinterköpfe, Rollen in den Schuhen, Skistöcke mit eingebauten Rum- und Luftleitungen und eine stets perfekte Tarnung erleichtern dem Genie die Arbeit. Hinzu kommen unterschiedliche Kampftechniken und Belastbarkeitsprüfungen, die Knatterton vor nahezu jeder Gefahr schützen und ihm stets zum Sieg verhelfen. Da können Superman und Captain America nicht mithalten! Allerdings sind die humorvollen und satirischen Geschichten nicht jedermanns Sache. Durch die Bezugnahme auf politische und wirtschaftliche Sachverhalte von damals verlieren die Abenteuer für jüngere Leser ein wenig von ihrer Wirkung, und der Humor ist natürlich etwas überholt. Dennoch können die Kriminalfälle des Meisterdetektivs immer noch glänzend unterhalten. Mit viel Tempo und zahlreichen komischen Einfällen gelingt es Schmidt mühelos, seine Leserschaft zu amüsieren. Dass dabei einfach nicht mehr alle Gags so zünden wie damals, darüber kann man getrost hinwegsehen.
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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kombiniere: Voll getroffen, 4. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Auch wenn schon die Standardausgabe verspricht, "Alle" Abenteuer des Meisterdetektivs bringen zu wollen, hat man wirklich alle erst mit dieser Ausgabe in der Hand. Der Knickerbockertragende karierte Meisterdetektiv ist es wert. Manfred Schmidt hat aus der ursprünglichen Superman-Parodie etwas ganz Besonderes kreiert. Knatterton kann mehr als jeder andere. Er hat nicht nur ein Übermaß an Kondition und Denkfähigkeit. Er kann nicht nur bei hernrollenden Bundesbahnzügen per Hiorchen an der Schiene den Bremsweg berechnen, wo ihn irgendwelche Gangster gefessetl auf die Schienen gepackt haben, er erkennt nicht nur Fingerabdrücke mit bloßem Auge, sondern hat auch immer das passende dabei: Einen Werkzeugkasten in der Schuhsohle, einen künstlichen Hinterkopf gegen Heckenschützen, einen Fallschirm im Hosenboden. Manfred Schmidt hat eine ausgesprochene Phantasie mit gleichzeitig bissiger Realitätsnähe. Er konstruiert Maschinen, die uns bis heute noch nicht technisch möglich sind und liefert detaillierte technische Beschriebungen für multipel verwendbare Roboter, Sonderausstattungen an Autos und alles mögliche andere. Dabei lebt Knatterton nicht in einer anderen Welt. Alle diese Dinge wirken so genial realistisch einfach. Und man muß sich von der Technik her vierzig Jahre oder länger zurückversetzen! Damals kannte man noch keine Computer, auch wenn manche von Schmidts Maschinen so aussehen. Aber Knatterton ist nicht nur was für technikfreaks. Allein die zynischen Kommentare, mit denen Schmidt die Politik der damaligen Zeit, die deutsche Gründlichkeit, das Finanzamt und dergleichen aufs Korn nimmt, ist unnachahmlich treffsicher. Kein Wunder, daß unsere Mitmenschen vor Jahrzehnten Woche für Woche gespannt auf die nächste Knatterton-Fortsetzung in der Illustrierten "Quick" waren... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Köstlich, 4. Oktober 2005
Nick Knatterton kannte ich zunächst als Trickfilm (yes "Trickfilme", so heißen Cartoons auf Deutsch). Damals war ich noch ein 'Teenie' und mochte die skurrilen witzigen Geschichten, die fürs Fernsehen nur wenig geglättet waren. Inzwischen schätze ich neben den pfiffigen Zeichnungen natürlich den besonderen satirischen Humor, der unverfroren mit sämtlichen passenden Klischees spielt und noch immer ins Schwarze trifft. Die Geschichten von Nick Knatterton zeichnet ein sympathisch-ironischer Grundton aus, der menschliche, wie politische Schwächen ins Visier nimmt. Auch wenn es manche überraschen mag, im Medium Comic, hat Manfred Schmidt geschafft, was Wolf Schmidt mit der Familie Hesselbach geglückt ist: auf eine zeitlose Art, mit philosophischer Tiefe und jede Menge Augenzwinkern uns den Spiegel vorzuhalten. Mit dem Ergebnis, das wir allzu gerne über uns lachen und manchmal ein wenig mehr verstehen und ein wenig menschlicher werden. Dessen ungeachtet erhält man hier einen Band mit hervorragenden deutschen Comics, der spaßigen Art. Okay - ich gestehe unumwunden: ich liebe diesen Detektiv!
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