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Nick Cave & the Bad Seeds

 

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Biografie

Dig, Lazarus, Dig!!!

Vielleicht ist es nur ein vages Gefühlt, dass etwas fehlt. Es ist schwer zu benennen, schwierig zu beschreiben; so als ob man nachts schlaflos im Bett liegt, wach gehalten durch ein geheimnisvolles Verlangen nach mehr Wallace Stevens-Zitaten zu gemeinen, entzündlichen Grooves. Vielleicht ist es eine plötzliche Sehnsucht danach, Begriffe wie „myxomatös“ und „grätschen“ in der populären Musik anzutreffen, anstelle der üblichen Galaxien aus Monden und Junimonaten, oder das Verlangen, Songs zu hören, die den Geist von Marilyn Monroe, Valerie Solanas und Harry Houdini in ... Lesen Sie mehr

Dig, Lazarus, Dig!!!

Vielleicht ist es nur ein vages Gefühlt, dass etwas fehlt. Es ist schwer zu benennen, schwierig zu beschreiben; so als ob man nachts schlaflos im Bett liegt, wach gehalten durch ein geheimnisvolles Verlangen nach mehr Wallace Stevens-Zitaten zu gemeinen, entzündlichen Grooves. Vielleicht ist es eine plötzliche Sehnsucht danach, Begriffe wie „myxomatös“ und „grätschen“ in der populären Musik anzutreffen, anstelle der üblichen Galaxien aus Monden und Junimonaten, oder das Verlangen, Songs zu hören, die den Geist von Marilyn Monroe, Valerie Solanas und Harry Houdini in interessante neue Posen locken. Vielleicht ist es auch nur das instinktive Wissen, dass es an der Zeit ist für ein neues Album von Nick Cave And The Bad Seeds – auf wen ist schließlich heutzutage sonst noch Verlass?
Neue Wege für die Bad Seeds zu finden gestaltet sich als ständige Herausforderung für Nick Cave und seine Mitstreiter, und in den letzten zwei Jahren hat diese evolutionäre Suche ein schwindelerregendes Tempo erreicht. Zuletzt in der Öffentlichkeit in Gestalt von Grinderman gesichtet, einer sachlich-nüchternen Rock’n’Roll-Entschuldigung dafür „in den Keller zu gehen und loszubrüllen“, haben Nick Cave And The Bad Seeds nun mit ihrem vierzehnten Album DIG, LAZARUS, DIG!!! auf den Aufzugknopf direkt nach oben in eine durchgeistigte Penthousesuite gedrückt. „Einen Blutsturz aus Worten und Ideen,“ beschreibt Cave selbst den Nachfolger zu seinem glorios umfangreichen 2004er Doppelalbum Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus. „Grinderman war absichtlich sparsam und die Konzepte ziemlich einfach“, erklärt er. „Mit DIG, LAZARUS, DIG!!! haben wir uns erlaubt, wieder expansiver zu werden.“
Und das ist beileibe kein Understatement. DIG, LAZARUS, DIG!!! ist schwer fassbar, voller Anspielungen und höllisch trügerisch, eine schwindelerregende Geschichte, die die westliche Zivilisation von Homer bis Freud, von der Bibel bis zu den Beats aufrollt, und unterwegs ihre eigene Besetzung mystischer Charaktere einflicht. Little Janie und der finstere Mr. Sandman beobachten in Today’s Lesson einen verbissenen Tanz, ein Schwall Geschlechterpolitik, in eine einzige, fiese Rock’n’Roll-Fabel verpackt; die wandernden Geister von Albert Goes West begeben sich auf einen zwischenstaatlichen Amoklauf durch psychotische Episoden und Spelunken-Biergelage; während der arme Lazarus sich allein und verlassen in dicht komprimierten neutestamentarischen Wundern, viktorianischem Spiritualismus und New Yorker Dekadenz wiederfindet. Dann ist da noch die pyrotechnische Kanonade We Call Upon The Author (To Explain), die subtil und selbstironisch Cave, den Songwriter, auf die Anklagebank setzt, Gott herausfordert, sich zu rechtfertigen, und zu einem unwiderstehlichen Beat eine literarische Fehde („Bukowski was a jerk! Berryman was best!!!“) vom Zaun bricht.
DIG, LAZARUS, DIG!!! – die Zeichensetzung ist ein weiterer Seitenhieb gegen linguistische Langeweiler – wurde von Cave, Mick Harvey, Warren Ellis, Martyn Casey, Jim Sclavunos, Thomas Wydler, James Johnston und Conway Savage im Londonder State of the Ark-Studio aufgenommen. Das Studio gehört Terry Britton, dem Mann hinter Tina Turners Hit What’s Love Got To Do With It? Wie es der Zufall will, hatte Liebe nur sehr wenig damit zu tun, stattdessen ist DIG, LAZARUS, DIG!!! zumindest teilweise das Ergebnis von Caves Sehnsucht, seiner Suche nach dem „klassischen Liebeslied“ zu entkommen und ein abstrakteres emotionales Territorium zu erkunden. Das Piano ist heruntergefahren worden, die Band darauf getrimmt, auf die Akkorde zu achten, die zu gefällig, zu offensichtlich emotional klingen. Stattdessen gibt es Loops und Statik, strukturelle Verzerrungen, langsam kriechende Atmosphären. Manchmal haben die Vocals einen absichtlich leidenschaftslosen Beigeschmack und stehen im Gegensatz zu der wütenden Intensität gequälter Emotionen, wie sie häufig mit Cave assoziiert werden. Diese Herangehensweise wurde von seiner Arbeit an Film-Soundtracks beeinflusst, darunter Caves und Ellis’ Musik zu Andrew Dominiks Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford. „Was man in einem Film nicht gebrauchen kann, ist eine traurige Szene, die von weinerlichen Violinen untermalt wird“, meint Cave. „Ich glaube, unser Ziel war eine größere musikalische Neutralität. Manipulation durch List. Musik, die etwas länger braucht, um absorbiert zu werden, bevor der Groschen fällt.“
Das Ergebnis ist suggestiv, subtil und absolut verführerisch – Zeugnis der Ernsthaftigkeit eines Projekts, neue Wege nach vorn zu finden, das 1984 mit From Her To Eternity, der ersten Veröffentlichung der Post-Birthday Party-Ära, seinen Anfang nahm. Und doch begann es als Wiederbelebung eines alten Themas aus dem Bedürfnis heraus, eine hauptsächlich akustische Platte aufzunehmen, wie bereits 1992 Henry’s Dream.
„Mit Henry’s Dream hatte ich mir eine extrem raue Akustikaufnahme vorgenommen, auf der jeder vor sich hinhämmert und die auf gar keinen Fall elektrisch klingen sollte“, erinnert sich Cave. „Aus dem einen oder anderen Grund ist uns das nicht gelungen, stattdessen kam dabei ein Rockalbum heraus. Diesen Versuch wollte ich mit der neuen Platte noch einmal starten – und tatsächlich ist dabei wieder eine ziemlich elektrisch klingende Geschichte herausgekommen. Aber es gibt eine eigenartig schöne Kluft zwischen den Eingeweiden dieses Albums, die aus Akustikgitarre, Bass und Schlagzeug bestehen, und den extrem aufgeladenen akustischen Dissonanzen, die wir darübergelegt haben. Warren hat ein paar unglaubliche Sachen beigesteuert … einfach erstaunlich.“
Inmitten dieser Vielschichtigkeit bleibt genügend Raum für Cave, um die menschliche Befindlichkeit zu schildern und zu heilen. Und trotz seiner Ablehnung des „klassischen Liebeslieds“ ist da eins, das er nicht abzuschütteln vermochte - Jesus Of The Moon, eine großartige Ballade, die ohne Schwierigkeiten neben Into My Arms und The Ship Song bestehen kann. „Ich habe es nicht übers Herz gebracht, sie auszumustern“, gibt Cave achselzuckend zu. An anderer Stelle geht es jedoch nicht um große Gesten und noch größere Leidenschaften, sondern um unwohle, gedämpfte Zustände, wie sie selten ihren Weg an den harten physischen Sicherheiten des Rock’n’Roll vorbeifinden; Apathie und Desorientierung, Beteiligung an der eigenen Unterdrückung, mentale Stagnation und psychosexuelle Rückkoppelungen. Dann ist da noch Moonland, der persönliche nukleare Winter eines einzelnen Mannes; Night Of The Lotus Eaters, in dem sich globales Chaos seinen Weg durch die Bandagen und Scheuklappen der Maßlosigkeit und Selbstgefälligkeit hindurch sucht; die maskuline Selbsttäuschung von Hold On To Yourself; und eine erschreckende posthume Party in More News From Nowhere, bevölkert von Dämonen mit Namen wie Deanna und der Erkenntnis der eigenen Überalterung.
DIG, LAZARUS, DIG!!! zerrt die inneren Zusammenhänge nach außen und die Unterwelt an die Oberfläche; die Band führt ihr Publikum durch diese Unsicherheiten und Wirrungen, auch wenn es nur schwer vorangeht. Bessere Führer durch dieses zusammenhanglose und verstörende Universum kann man sich kaum vorstellen – und die gute Nachricht lautet, dass man auch gar nicht lange danach suchen muss. „Ich will so viele Platten machen, wie ich kann. Ich will noch viel mehr Songs schreiben“, verkündet Cave. „Darauf läuft es hinaus. Songs zu schreiben ist etwas, das mich glücklich macht, das mich auf dem Pfad der Tugend wandeln lässt und mir Zufriedenheit gibt. Solange ich das Gefühl habe, Songs schreiben zu wollen, ist in meinem Garten alles in Ordnung.“

www.nickcaveandthebadseeds.com

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Dig, Lazarus, Dig!!!

Vielleicht ist es nur ein vages Gefühlt, dass etwas fehlt. Es ist schwer zu benennen, schwierig zu beschreiben; so als ob man nachts schlaflos im Bett liegt, wach gehalten durch ein geheimnisvolles Verlangen nach mehr Wallace Stevens-Zitaten zu gemeinen, entzündlichen Grooves. Vielleicht ist es eine plötzliche Sehnsucht danach, Begriffe wie „myxomatös“ und „grätschen“ in der populären Musik anzutreffen, anstelle der üblichen Galaxien aus Monden und Junimonaten, oder das Verlangen, Songs zu hören, die den Geist von Marilyn Monroe, Valerie Solanas und Harry Houdini in interessante neue Posen locken. Vielleicht ist es auch nur das instinktive Wissen, dass es an der Zeit ist für ein neues Album von Nick Cave And The Bad Seeds – auf wen ist schließlich heutzutage sonst noch Verlass?
Neue Wege für die Bad Seeds zu finden gestaltet sich als ständige Herausforderung für Nick Cave und seine Mitstreiter, und in den letzten zwei Jahren hat diese evolutionäre Suche ein schwindelerregendes Tempo erreicht. Zuletzt in der Öffentlichkeit in Gestalt von Grinderman gesichtet, einer sachlich-nüchternen Rock’n’Roll-Entschuldigung dafür „in den Keller zu gehen und loszubrüllen“, haben Nick Cave And The Bad Seeds nun mit ihrem vierzehnten Album DIG, LAZARUS, DIG!!! auf den Aufzugknopf direkt nach oben in eine durchgeistigte Penthousesuite gedrückt. „Einen Blutsturz aus Worten und Ideen,“ beschreibt Cave selbst den Nachfolger zu seinem glorios umfangreichen 2004er Doppelalbum Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus. „Grinderman war absichtlich sparsam und die Konzepte ziemlich einfach“, erklärt er. „Mit DIG, LAZARUS, DIG!!! haben wir uns erlaubt, wieder expansiver zu werden.“
Und das ist beileibe kein Understatement. DIG, LAZARUS, DIG!!! ist schwer fassbar, voller Anspielungen und höllisch trügerisch, eine schwindelerregende Geschichte, die die westliche Zivilisation von Homer bis Freud, von der Bibel bis zu den Beats aufrollt, und unterwegs ihre eigene Besetzung mystischer Charaktere einflicht. Little Janie und der finstere Mr. Sandman beobachten in Today’s Lesson einen verbissenen Tanz, ein Schwall Geschlechterpolitik, in eine einzige, fiese Rock’n’Roll-Fabel verpackt; die wandernden Geister von Albert Goes West begeben sich auf einen zwischenstaatlichen Amoklauf durch psychotische Episoden und Spelunken-Biergelage; während der arme Lazarus sich allein und verlassen in dicht komprimierten neutestamentarischen Wundern, viktorianischem Spiritualismus und New Yorker Dekadenz wiederfindet. Dann ist da noch die pyrotechnische Kanonade We Call Upon The Author (To Explain), die subtil und selbstironisch Cave, den Songwriter, auf die Anklagebank setzt, Gott herausfordert, sich zu rechtfertigen, und zu einem unwiderstehlichen Beat eine literarische Fehde („Bukowski was a jerk! Berryman was best!!!“) vom Zaun bricht.
DIG, LAZARUS, DIG!!! – die Zeichensetzung ist ein weiterer Seitenhieb gegen linguistische Langeweiler – wurde von Cave, Mick Harvey, Warren Ellis, Martyn Casey, Jim Sclavunos, Thomas Wydler, James Johnston und Conway Savage im Londonder State of the Ark-Studio aufgenommen. Das Studio gehört Terry Britton, dem Mann hinter Tina Turners Hit What’s Love Got To Do With It? Wie es der Zufall will, hatte Liebe nur sehr wenig damit zu tun, stattdessen ist DIG, LAZARUS, DIG!!! zumindest teilweise das Ergebnis von Caves Sehnsucht, seiner Suche nach dem „klassischen Liebeslied“ zu entkommen und ein abstrakteres emotionales Territorium zu erkunden. Das Piano ist heruntergefahren worden, die Band darauf getrimmt, auf die Akkorde zu achten, die zu gefällig, zu offensichtlich emotional klingen. Stattdessen gibt es Loops und Statik, strukturelle Verzerrungen, langsam kriechende Atmosphären. Manchmal haben die Vocals einen absichtlich leidenschaftslosen Beigeschmack und stehen im Gegensatz zu der wütenden Intensität gequälter Emotionen, wie sie häufig mit Cave assoziiert werden. Diese Herangehensweise wurde von seiner Arbeit an Film-Soundtracks beeinflusst, darunter Caves und Ellis’ Musik zu Andrew Dominiks Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford. „Was man in einem Film nicht gebrauchen kann, ist eine traurige Szene, die von weinerlichen Violinen untermalt wird“, meint Cave. „Ich glaube, unser Ziel war eine größere musikalische Neutralität. Manipulation durch List. Musik, die etwas länger braucht, um absorbiert zu werden, bevor der Groschen fällt.“
Das Ergebnis ist suggestiv, subtil und absolut verführerisch – Zeugnis der Ernsthaftigkeit eines Projekts, neue Wege nach vorn zu finden, das 1984 mit From Her To Eternity, der ersten Veröffentlichung der Post-Birthday Party-Ära, seinen Anfang nahm. Und doch begann es als Wiederbelebung eines alten Themas aus dem Bedürfnis heraus, eine hauptsächlich akustische Platte aufzunehmen, wie bereits 1992 Henry’s Dream.
„Mit Henry’s Dream hatte ich mir eine extrem raue Akustikaufnahme vorgenommen, auf der jeder vor sich hinhämmert und die auf gar keinen Fall elektrisch klingen sollte“, erinnert sich Cave. „Aus dem einen oder anderen Grund ist uns das nicht gelungen, stattdessen kam dabei ein Rockalbum heraus. Diesen Versuch wollte ich mit der neuen Platte noch einmal starten – und tatsächlich ist dabei wieder eine ziemlich elektrisch klingende Geschichte herausgekommen. Aber es gibt eine eigenartig schöne Kluft zwischen den Eingeweiden dieses Albums, die aus Akustikgitarre, Bass und Schlagzeug bestehen, und den extrem aufgeladenen akustischen Dissonanzen, die wir darübergelegt haben. Warren hat ein paar unglaubliche Sachen beigesteuert … einfach erstaunlich.“
Inmitten dieser Vielschichtigkeit bleibt genügend Raum für Cave, um die menschliche Befindlichkeit zu schildern und zu heilen. Und trotz seiner Ablehnung des „klassischen Liebeslieds“ ist da eins, das er nicht abzuschütteln vermochte - Jesus Of The Moon, eine großartige Ballade, die ohne Schwierigkeiten neben Into My Arms und The Ship Song bestehen kann. „Ich habe es nicht übers Herz gebracht, sie auszumustern“, gibt Cave achselzuckend zu. An anderer Stelle geht es jedoch nicht um große Gesten und noch größere Leidenschaften, sondern um unwohle, gedämpfte Zustände, wie sie selten ihren Weg an den harten physischen Sicherheiten des Rock’n’Roll vorbeifinden; Apathie und Desorientierung, Beteiligung an der eigenen Unterdrückung, mentale Stagnation und psychosexuelle Rückkoppelungen. Dann ist da noch Moonland, der persönliche nukleare Winter eines einzelnen Mannes; Night Of The Lotus Eaters, in dem sich globales Chaos seinen Weg durch die Bandagen und Scheuklappen der Maßlosigkeit und Selbstgefälligkeit hindurch sucht; die maskuline Selbsttäuschung von Hold On To Yourself; und eine erschreckende posthume Party in More News From Nowhere, bevölkert von Dämonen mit Namen wie Deanna und der Erkenntnis der eigenen Überalterung.
DIG, LAZARUS, DIG!!! zerrt die inneren Zusammenhänge nach außen und die Unterwelt an die Oberfläche; die Band führt ihr Publikum durch diese Unsicherheiten und Wirrungen, auch wenn es nur schwer vorangeht. Bessere Führer durch dieses zusammenhanglose und verstörende Universum kann man sich kaum vorstellen – und die gute Nachricht lautet, dass man auch gar nicht lange danach suchen muss. „Ich will so viele Platten machen, wie ich kann. Ich will noch viel mehr Songs schreiben“, verkündet Cave. „Darauf läuft es hinaus. Songs zu schreiben ist etwas, das mich glücklich macht, das mich auf dem Pfad der Tugend wandeln lässt und mir Zufriedenheit gibt. Solange ich das Gefühl habe, Songs schreiben zu wollen, ist in meinem Garten alles in Ordnung.“

www.nickcaveandthebadseeds.com

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Dig, Lazarus, Dig!!!

Vielleicht ist es nur ein vages Gefühlt, dass etwas fehlt. Es ist schwer zu benennen, schwierig zu beschreiben; so als ob man nachts schlaflos im Bett liegt, wach gehalten durch ein geheimnisvolles Verlangen nach mehr Wallace Stevens-Zitaten zu gemeinen, entzündlichen Grooves. Vielleicht ist es eine plötzliche Sehnsucht danach, Begriffe wie „myxomatös“ und „grätschen“ in der populären Musik anzutreffen, anstelle der üblichen Galaxien aus Monden und Junimonaten, oder das Verlangen, Songs zu hören, die den Geist von Marilyn Monroe, Valerie Solanas und Harry Houdini in interessante neue Posen locken. Vielleicht ist es auch nur das instinktive Wissen, dass es an der Zeit ist für ein neues Album von Nick Cave And The Bad Seeds – auf wen ist schließlich heutzutage sonst noch Verlass?
Neue Wege für die Bad Seeds zu finden gestaltet sich als ständige Herausforderung für Nick Cave und seine Mitstreiter, und in den letzten zwei Jahren hat diese evolutionäre Suche ein schwindelerregendes Tempo erreicht. Zuletzt in der Öffentlichkeit in Gestalt von Grinderman gesichtet, einer sachlich-nüchternen Rock’n’Roll-Entschuldigung dafür „in den Keller zu gehen und loszubrüllen“, haben Nick Cave And The Bad Seeds nun mit ihrem vierzehnten Album DIG, LAZARUS, DIG!!! auf den Aufzugknopf direkt nach oben in eine durchgeistigte Penthousesuite gedrückt. „Einen Blutsturz aus Worten und Ideen,“ beschreibt Cave selbst den Nachfolger zu seinem glorios umfangreichen 2004er Doppelalbum Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus. „Grinderman war absichtlich sparsam und die Konzepte ziemlich einfach“, erklärt er. „Mit DIG, LAZARUS, DIG!!! haben wir uns erlaubt, wieder expansiver zu werden.“
Und das ist beileibe kein Understatement. DIG, LAZARUS, DIG!!! ist schwer fassbar, voller Anspielungen und höllisch trügerisch, eine schwindelerregende Geschichte, die die westliche Zivilisation von Homer bis Freud, von der Bibel bis zu den Beats aufrollt, und unterwegs ihre eigene Besetzung mystischer Charaktere einflicht. Little Janie und der finstere Mr. Sandman beobachten in Today’s Lesson einen verbissenen Tanz, ein Schwall Geschlechterpolitik, in eine einzige, fiese Rock’n’Roll-Fabel verpackt; die wandernden Geister von Albert Goes West begeben sich auf einen zwischenstaatlichen Amoklauf durch psychotische Episoden und Spelunken-Biergelage; während der arme Lazarus sich allein und verlassen in dicht komprimierten neutestamentarischen Wundern, viktorianischem Spiritualismus und New Yorker Dekadenz wiederfindet. Dann ist da noch die pyrotechnische Kanonade We Call Upon The Author (To Explain), die subtil und selbstironisch Cave, den Songwriter, auf die Anklagebank setzt, Gott herausfordert, sich zu rechtfertigen, und zu einem unwiderstehlichen Beat eine literarische Fehde („Bukowski was a jerk! Berryman was best!!!“) vom Zaun bricht.
DIG, LAZARUS, DIG!!! – die Zeichensetzung ist ein weiterer Seitenhieb gegen linguistische Langeweiler – wurde von Cave, Mick Harvey, Warren Ellis, Martyn Casey, Jim Sclavunos, Thomas Wydler, James Johnston und Conway Savage im Londonder State of the Ark-Studio aufgenommen. Das Studio gehört Terry Britton, dem Mann hinter Tina Turners Hit What’s Love Got To Do With It? Wie es der Zufall will, hatte Liebe nur sehr wenig damit zu tun, stattdessen ist DIG, LAZARUS, DIG!!! zumindest teilweise das Ergebnis von Caves Sehnsucht, seiner Suche nach dem „klassischen Liebeslied“ zu entkommen und ein abstrakteres emotionales Territorium zu erkunden. Das Piano ist heruntergefahren worden, die Band darauf getrimmt, auf die Akkorde zu achten, die zu gefällig, zu offensichtlich emotional klingen. Stattdessen gibt es Loops und Statik, strukturelle Verzerrungen, langsam kriechende Atmosphären. Manchmal haben die Vocals einen absichtlich leidenschaftslosen Beigeschmack und stehen im Gegensatz zu der wütenden Intensität gequälter Emotionen, wie sie häufig mit Cave assoziiert werden. Diese Herangehensweise wurde von seiner Arbeit an Film-Soundtracks beeinflusst, darunter Caves und Ellis’ Musik zu Andrew Dominiks Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford. „Was man in einem Film nicht gebrauchen kann, ist eine traurige Szene, die von weinerlichen Violinen untermalt wird“, meint Cave. „Ich glaube, unser Ziel war eine größere musikalische Neutralität. Manipulation durch List. Musik, die etwas länger braucht, um absorbiert zu werden, bevor der Groschen fällt.“
Das Ergebnis ist suggestiv, subtil und absolut verführerisch – Zeugnis der Ernsthaftigkeit eines Projekts, neue Wege nach vorn zu finden, das 1984 mit From Her To Eternity, der ersten Veröffentlichung der Post-Birthday Party-Ära, seinen Anfang nahm. Und doch begann es als Wiederbelebung eines alten Themas aus dem Bedürfnis heraus, eine hauptsächlich akustische Platte aufzunehmen, wie bereits 1992 Henry’s Dream.
„Mit Henry’s Dream hatte ich mir eine extrem raue Akustikaufnahme vorgenommen, auf der jeder vor sich hinhämmert und die auf gar keinen Fall elektrisch klingen sollte“, erinnert sich Cave. „Aus dem einen oder anderen Grund ist uns das nicht gelungen, stattdessen kam dabei ein Rockalbum heraus. Diesen Versuch wollte ich mit der neuen Platte noch einmal starten – und tatsächlich ist dabei wieder eine ziemlich elektrisch klingende Geschichte herausgekommen. Aber es gibt eine eigenartig schöne Kluft zwischen den Eingeweiden dieses Albums, die aus Akustikgitarre, Bass und Schlagzeug bestehen, und den extrem aufgeladenen akustischen Dissonanzen, die wir darübergelegt haben. Warren hat ein paar unglaubliche Sachen beigesteuert … einfach erstaunlich.“
Inmitten dieser Vielschichtigkeit bleibt genügend Raum für Cave, um die menschliche Befindlichkeit zu schildern und zu heilen. Und trotz seiner Ablehnung des „klassischen Liebeslieds“ ist da eins, das er nicht abzuschütteln vermochte - Jesus Of The Moon, eine großartige Ballade, die ohne Schwierigkeiten neben Into My Arms und The Ship Song bestehen kann. „Ich habe es nicht übers Herz gebracht, sie auszumustern“, gibt Cave achselzuckend zu. An anderer Stelle geht es jedoch nicht um große Gesten und noch größere Leidenschaften, sondern um unwohle, gedämpfte Zustände, wie sie selten ihren Weg an den harten physischen Sicherheiten des Rock’n’Roll vorbeifinden; Apathie und Desorientierung, Beteiligung an der eigenen Unterdrückung, mentale Stagnation und psychosexuelle Rückkoppelungen. Dann ist da noch Moonland, der persönliche nukleare Winter eines einzelnen Mannes; Night Of The Lotus Eaters, in dem sich globales Chaos seinen Weg durch die Bandagen und Scheuklappen der Maßlosigkeit und Selbstgefälligkeit hindurch sucht; die maskuline Selbsttäuschung von Hold On To Yourself; und eine erschreckende posthume Party in More News From Nowhere, bevölkert von Dämonen mit Namen wie Deanna und der Erkenntnis der eigenen Überalterung.
DIG, LAZARUS, DIG!!! zerrt die inneren Zusammenhänge nach außen und die Unterwelt an die Oberfläche; die Band führt ihr Publikum durch diese Unsicherheiten und Wirrungen, auch wenn es nur schwer vorangeht. Bessere Führer durch dieses zusammenhanglose und verstörende Universum kann man sich kaum vorstellen – und die gute Nachricht lautet, dass man auch gar nicht lange danach suchen muss. „Ich will so viele Platten machen, wie ich kann. Ich will noch viel mehr Songs schreiben“, verkündet Cave. „Darauf läuft es hinaus. Songs zu schreiben ist etwas, das mich glücklich macht, das mich auf dem Pfad der Tugend wandeln lässt und mir Zufriedenheit gibt. Solange ich das Gefühl habe, Songs schreiben zu wollen, ist in meinem Garten alles in Ordnung.“

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