Kinsey Millhone, die Privatdetektivin, wird von Nikki beauftragt, einen 8 Jahre alten Mord zu untersuchen. Nikki, die für diesen Mord an ihrem unsympathischen, fremdgehenden Gatten zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, behauptet unschuldig zu sein.
Mit diesem Buch startet Sue Grafton ihre alphabetisch sortierte Detektivserie um Kinsey Millhone. Ich habe schon andere Bücher der Serie gelesen und wollte sie nun von Anfang an lesen. Eines vorweg: eigentlich mag ich Kinsey. Sie ist wohltuend normal, weder sypergestylt, noch ein hohler Modelltyp, noch allwissend oder supercool, wohnt in einer kleinen, gemütlichen Einzimmerwohnung, der ehemaligen Garage ihres uralten Vermieters Henry, der fidel und munter seiner Backleidenschaft frönt. Kinsey ist auch stellenweise recht witzig in ihren Formulierungen und die Bücher lesen sich gut weg.
Dieses erste Buch hat mir jedoch nicht so gut gefallen. Kinsey hüpft wirr von Spur zu Spur, kombiniert recht wild verschiedene Täter und Täterpaare, reist hin und her, aber es wird nicht richtig spannend. Die Handlung dümpelt etwas dahin mit vielen Befragungen williger Zeugen, wobei ich mich immer frage, wie wahrscheinlich es ist, daß alle diese Menschen, die sie löchert, immer so gerne, bereitwillig und ausführlich ihr Informationen geben. Was mich auch sehr gestört hat, waren die Szenen, als Kinsey in hormonelle Wallungen geriet. Da wurde es dann - gottseidank nur kurzfristig - sehr trivial. Wenn ich Beschreibungen lese nach dem Motto: "sein Duft und seine Berührung lösten ein tosendes Verlangen, zittriges Beben in ihr aus, wo Wellen der Erregung sie überfluteten.... (bzw. in dem Stil) dann schüttelt es mich und ich klappte dann oft das Buch zu. Diese Szenen waren unnötig und sprachlich wirklich dürftig.
Ich werde aber trotzdem die nächsten Bände lesen - Erstlingswerke sollte man ja immer mit freundlichem Wohlwollen betrachten und dem Autor eine Chance geben.