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Nichts, was man fürchten müsste
 
 
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Nichts, was man fürchten müsste [Taschenbuch]

Julian Barnes
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (11. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442742137
  • ISBN-13: 978-3442742134
  • Originaltitel: Nothing to be Frightened of
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 35.280 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Julian Barnes
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das witzigste, bewegendste und offenherzigste Buch über den Tod, das man sich vorstellen kann." (Michael Maar, FAZ )

"Ein witziges, kluges und gebildetes Buch über den Tod." (Falter )

"Julian Barnes hat ein großes Buch geschrieben, gerade weil es keinen Trost bietet. Es ist der gelungene Versuch, in der Todeszelle Haltung zu bewahren." (Welt am Sonntag )

Kurzbeschreibung

»Was soll eigentlich dieses ganze Tamtam um den Tod?«, fragt nüchtern Julian Barnes’ Mutter. Aber ihr Sohn kann deshalb oft nicht schlafen: »Ich erklärte ihr, mir widerstrebe eben der Gedanke daran.« Und so erzählt er die anekdotenreiche Geschichte vom Leben und Sterben der sehr britisch zugeknöpften Familie Barnes. Seine wahren Angehörigen sind für den Autor jedoch Schriftsteller und Komponisten wie Stendhal, Flaubert und Strawinsky. Brillant, geistreich und witzig wie immer, setzt sich Julina Barnes mit einem Thema auseinander, das jeden ein Leben lang betrifft.


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44 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
"Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn!"

Mit diesem Eingangssatz ist schon die ganze Theorie umrissen, mit der sich der Autor bei seinen Überlegungen über den Tod und zu Reflexionen und Rückbesinnungen auf Todesfälle in der Familie und anderswo auseinandersetzt.

Wer kennt sie nicht, die Frage nach dem, was nach uns kommt? Ungewöhnlich allerdings sind diese Gedanken für einen 12 -15 jährigen Jungen. In diesem Alter hat sich Julian Barnes bereits mit dem Thema Tod und Sterben beschäftigt, und er fürchtete den Tod.
Mit einem ironisch- belustigten Ton setzt Julian Barnes seine Betrachtungen zu dem brisanten Thema fort, in dem es um Todesfälle in der Familie, bei Bekannten, Freunden und anderswo geht. Wie denkt z.B. sein Bruder darüber? Dieser, ein Philosoph, antwortet auf die eingangs zitierte Feststellung:" Sentimentaler Quatsch!"
Und weiter geht es mit der Beschreibung dessen, was Barnes an Denkansätzen in seiner Familie erfahren hat. Die Großmutter war eine "Reihenhaus"'- Sozialistin, der Vater ein milde gesonnener Liberaler, die Mutter nüchtern und realitätsnah. Nun sind sie alle tot und beim Aufräumen des Nachlasses kommen die Erinnerungen. Da er und sein Bruder unterschiedliche Wahrnehmungen haben, hält Julian Barnes fest, dass es keine reine "Wahrheit" über das vergangene Leben und über das Erinnern gibt.
Er lässt seine Fantasie schweifen und bemüht Aussagen großer Dichter und Philosophen, um sich mit Tod und Sterben zu befassen. Aus seinen Aufzeichnungen ist ein leichtes und luftiges Werk entstanden, in dem er das Für und Wider des Glaubens an einen Gott und an das Leben nach dem Tod überdenkt. Im Austausch mit dem atheistischen Bruder erfährt der Agnostiker Barnes nützliche Hinweise,die zur Verständigung seiner Ausführungen hilfreich sind.
In seinem Buch ist häufig von Gott die Rede, an den Julian Barnes jedoch nicht glaubt!
Er wendet die alten Fragen der Menschheit nach dem Sinn und Unsinn unseres Lebens, nach der Erfüllung im Denken und täglichen Handeln, nach Glauben und Unglauben, nach den Vererbungen, den Genen und vielen anderen belustigenden Beobachtungen hin und her und zieht das Fazit, dass der Tod nichts ist, "...was man fürchten müsste".

Besinnlich, nachdenklich und melancholisch sind seine Betrachtungen, die es einem leicht machen, ihm zu folgen. Es lohnt sich, das Buch zu lesen, das in einer guten Übersetzung von Gertraude Krueger vorliegt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Asmodino
Format:Gebundene Ausgabe
Julian Barnes. Nichts, was man fürchten müsste"

Eine, oder besser unzählige Geschichten über den Tod und das Sterben. Viele Beispiele aus dem eigenen Erleben und aus der Geschichte. Manchmal verliert man die Übersicht.
Leicht, locker und ironisch geschrieben, mit einem deutlichen Hauch von Melancholie. Witzige Passagen, man lacht laut auf. Daneben traurig resignierend. Immer mit dem typisch britischem, spöttischen Unterton, alles anscheinend nicht Ernst nehmend.
Der Autor ist angeblich Agnostiker, ich glaube, jedoch eher Atheist, wenn auch nicht so kompromisslos wie sein Bruder.
Es gibt unglaublich gute Passagen, so die über die Verweigerung der Weitergabe der selbstsüchtigen Gene. Nach der 3. Generation ist man als Person sicher vergessen (Urenkelgeneration), existiert vielleicht noch als ferne Fabel. Das eigene Genmaterial in den Urenkeln beträgt noch 12,5 %, also 87,5 % der Gene sind fremd. Nach einer weiteren Generation ist fast nichts mehr vorhanden. Der Autor setzt den freien Willen gegen den biologischen Determinismus der Gene, die ihrer Bestimmung folgend allein ihre Weitergabe erzwingen wollen. Das Hauptargument der Menschen und Eltern ist, dass sie meinen, sie werden durch ihre Kinder nach dem Tod "fortgeführt". Doch führen wir unsere Eltern oder Großeltern wirklich in irgendeiner Weise fort? Wohl eher nicht. Siehe oben.
"Führe Dein Leben hier und jetzt voll aus -tue Dein Bestes, und wenn Sie mich fragen warum- ich weiß es nicht."
Lessing bezeichnet die Geschichte als das Ordnen von Zufällen, und für Barnes ist ein Menschenleben dasselbe im Kleinformat: "Eine Bewusstseinsspanne, in der sich gewisse Dinge ereignen, von denen manche vorhersehbar sind, andere nicht: In der sich gewisse Muster wiederholen, in der das Wirken des Zufalls und des ....freien Willens in eine Wechselbeziehung treten..."
Max Frisch sagte, der Mensch erfinde eine Geschichte und halte sie für sein Leben.
Barnes sagt:" Wir verwandeln seltsamen, unbegreiflichen, widersprüchlichen Input in irgendeine Art von glaubwürdiger Geschichte, aber glaubwürdig vor allem für uns selbst"
Und dann zum Schluss beschreibt Barnes einen Gedankengang des Astrophysikers und Astronomen Martin Rees,der darauf hinweist, daß noch eine unermessliche Zeitspanne vor unserem Planeten und dem Leben liegt ( die Sonne hat noch nicht einmal die Hälfte ihrer Lebenszeit hinter sich), und daß wir gar nicht ahnen können, wohin der darwinsche Selektionsprozess noch führen mag, was noch an Geschöpfen und Bewusstsein entstehen wird. Auch wenn sich die Menschheit noch einige Male atomar oder sonst wie vernichtet. "Was es dann noch an Geschöpfen gibt, wird so verschieden von uns sein, wie wir uns von Amöben und Bakterien unterscheiden."

Eine Fülle tiefer und banaler, zeitweise witziger und trauriger, aber immer lesenswerter Gedanken.
Ein Buch, welches man vor allem in der zweiten Hälfte, nicht mehr aus der Hand legen mag.
Sehr zu empfehlen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Es geht um schwere Themen, um Krankheit, Sterben, Tod und Vergänglichkeit. Julian Barnes vermag locker und leicht, mit viel Witz und Beobachtungsgabe darüber zu sprechen.

Er berichtet Anekdoten aus dem Familienleben. Er referiert aus den Werken und Bografien großer Geister (Flaubert, Renard, Zola). Er spricht offen über seine Ängste, stellt Fragen, wägt Für und Wider ab, bekennt seine heimlichen Hoffnungen.

Das macht das Buch lesens- und bedenkenswert. Jedoch fehlt dem Buch eine erkennbare Struktur. Um es mit Barnes eigenen Worten zu sagen, das Buch 'holpert'. Nach zwei Dritteln des Buches liefert Barnes auch eine Begründung hierfür: Das Leben sei eben holprig, entwickle sich von Anekdote zu Anekdote, für logische Folgerichtigkeit und raffinierte Strukturierungen sei wenig Platz.

Dies mag stimmen oder nicht. Dem Buch erwächst daraus jedoch eine deutliche Schwäche: Barnes kreist immer wieder um bestimmte Fragestellungen, es kommt zu Wiederholungen der Gedankengänge und Zitate, ohne dass ein neues Aspekt hinzugefügt worden wäre. Das Buch kann auf diese Weise ebenso gut noch hundert Seiten weiter fortgeführt werden oder hundert Seiten früher enden.

Das ist Schade. Denn Barnes spricht über wichtige Themen, thematisiert Ängste und Hoffnungen, die jeden Menschen betreffen.
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