Das erklärt der belgische Zöllner Ruben Vandervoorde(Benoit Poelvoorde) seinem Sohn Leopold. Ruben ist mit Herz und Seele Belgier, dabei bringt er allen anderen Völkerstämmen Gefühle entgegen, die das Wort Rassismus nur unzureichend beschreiben würde. In den 90er Jahren steuert die Katastrophe auf Ruben zu: Die europäischen Grenzen fallen! Sein Gegenüber, der französiche Zöllner Mathias Ducatel(Dany Boon) kann damit leben, Ruben nicht. Wenn er allerdings wüßte, dass Mathias seit einem Jahr ein Verhältnis mit Rubens Schwester Louise(Julie Bernard) hat, würde er komplett durchdrehen. Doch es kommt noch schlimmer: Die Politik verlangt nach einer gemeinsamen belgisch/französichen Zollstreife. In der finden sich Mathias und Ruben wieder. Mit einem schrottreifen R4, die Gelder sind halt knapp, und dem Pudelmischling Grizzly als Drogenspürhund, werden die beiden ungleichen Männer im Grenzgebiet eingesetzt. Logisch, dass sie dabei auf Drogenhändler treffen, gegen die sie nichts ausrichten können. Als jedoch der R4 einen Renault Alpine Motor erhält, und Mathias und Ruben zueinander finden, sagen sie den Drogenkurieren den Kampf an. Wüsste Ruben in diesem Moment, dass Mathias Louise bereits einen Antrag gemacht hat, würde er ihn vermutlich erschießen...
Natürlich ist -Nichts zu verzollen- an die -Schti's- angelehnt, aber da Dany Boon auch für die Schti's verantwortlich war, ist das sein gutes Recht. -Nichts zu verzollen- braucht ein wenig, bis er in die Erzählspur findet, aber dann punktet er auf ganzer Linie. Dabei verlässt sich Boon nicht nur auf das wunderbare Comedyschauspiel von Benoit Poelvoorde, sondern packt auch noch eine kleine, aber feine Anti-Rassismus-Botschaft in den Film hinein. Manchmal sind die Filmszenen dabei gar nicht so weit von der Realität entfernt.
Die Haupt- und Nebenrollen sind ausnahmslos gut besetzt und wenn die Zöllner zu R.Kellys "I believe i can fly" ihre ersten Erfolge einfahren, dann ist das so rührend wie komisch. Wie gesagt, man braucht ein wenig, um in den Film hineinzukommen, doch dann nimmt er einen mit.
Dany Boon ist ein Garant für ordentliche Komödien mit Sinn und Verstand. Benoit Poelvoorde zeigte schon in Filmen wie -Two Worlds- dass er ein brillianter Komiker ist, der hier dem sturköpfig nationalen Ruben die Seele einhaucht. Nebenbei gibt es ein paar schöne Verfolgungsfahrten, wildes Geballere, Belgierwitze und Ganoven, bei denen es mit der Rechtschreibung hapert.
-Nichts zu verzollen- ist nicht die beste französiche Komödie der letzten Jahre, aber der Film wird seine Freunde finden. Dafür garantieren allein Boons und Poelvoordes Schauspielkunst. Selten war "nationalistische Dummheit" so unterhaltsam. Daher gibt es von mir die Empfehlung zum Anschauen.