Ramesh Balsekar war ein Schüler des Advaita-Meisters Nisargadatta in Bombay. Hier kam er nach eigener Angabe zur "letztgültigen Erkenntnis" und wurde von Nisargadatta noch kurz vor seinem Tod autorisiert, selbst zu lehren. Nach anfänglichem Widerstand tat er das dann auch unermüdlich bis zu seinem eigenen Tod im September 2009. Alle Be-Sucher konnten ihm täglich in seiner eigenen Wohnung in Bombay zwei Stunden lang Fragen stellen, die er mit treffender Klarheit, kosmischem Witz und einer unglaublich berührenden Herzensgüte beantwortete.
Nur wenige Meister der Gegenwart haben uns so eindringlich und mit so klaren, einfachen Worten ihre Botschaft vermittelt. (Meister der Nicht-Dualität:
Die Ekstase des Herzens. Der tantrische Weg zum ErwachenDabei ist Ramesh Balsekar gleichzeitig kompromisslos und unendlich weit in seiner Sicht der Wirklichkeit.
Immer betont er, dass natürlich auch seine Darstellung nur ein Konzept dieser Wirklichkeit sein kann und als echter Mystiker lädt er ein, die persönlichen Erfahrungen des täglichen Lebens selber genau zu untersuchen, sein vorgeschlagenes Konzept auszuprobieren, eigene Erkenntnis zu gewinnen.
Im vorliegenden Buch fasst Ramesh die Essenz all seiner Antworten auf diese jahrelangen Fragen der Suchenden zusammen, um in leicht verständlicher Weise seine Lehre darzustellen.
Ramesh zeigt, dass das Individuum nicht frei ist in seinem Handeln, sondern durch genetische Veranlagung und psycho-soziale Einflüsse konditioniert ist. Der Mensch ist zwar frei, gemäß seinen Einstellungen zu handeln, doch sein Denken selbst kann nicht von ihm selbst bestimmt werden, sondern entspricht dem, was er "cosmic law" nennt, anders ausgedrückt "dem Willen Gottes". Ramesh greift dabei auf Lehren der Bhagavad Gita über die Urheberschaft menschlichen Handelns zurück und auf den Buddha: "Ereignisse tragen sich zu, Taten werden getan, doch es gibt kein Individuum, das Taten verrichtet." Wir sind quasi alle ein kosmisches "happening", meint er.
Seine Schlußfolgerungen, die in diesem Buch exakt/logisch darlegt sind, wie z.B. dass es aus genannten Gründen keine persönliche Schuld geben kann, sind sehr kontrovers aufgefasst worden; sie zwingen in jedem Fall zur eigenen Innenschau. Ramesh kommentiert (ganz leicht verständlich!) traditionelle Werke, wie die Bhagavad Gita, die Ashtavakra Gita und Jnaneshvaras Amritanubhava und sogar Jesus, um sein Konzept zu begründen. Seine These: "Wer seine eigene unpersönliche Natur erkennt, wird frei sowohl von Schuld als auch Schuldzuweisung". Ramesh teilt mit dem Leser seine Erfahrung, dass Erleuchtung alleine die Verwirklichung der Erkenntnis ist, dass ein "persönlicher Täter" nicht existiert. Eine Erkenntnis, die aber (leider) nicht vorangetrieben werden kann, weil die Identifikation mit sich selbst als verursachendem Handelnden der eigentliche Inhalt seiner Ignoranz ist ("WER möchte denn die Erleuchtung?" fragt er).
Vorliegendes Buch, das noch von Ramesh selbst autorisiert wurde, ist sein Vermächtnis. Immer wieder kann es irgendwo aufgeschlagen werden und verblüfft durch seine Perspektive. Es ist allen nahe gelegt, die ihr Herz einer Erkenntnis der "Nicht-Dualität" verschrieben haben oder ganz einfach eine profunde Lebenshilfe finden möchten.