Herr Sotschek malt hier mit bitterböser Ironie das "Psychogramm eines komischen Volkes", der Iren nämlich. Abseits vom Kitsch und der Verklärung des Landes a la Böll wirft der Journalist in teils grotesken, teils bizarren und teils unglaublich anmutenden Anekdoten einen Blick auf das moderne Irland. Inkompetenz, Dummheit, Leichtgläubigkeit, Korruption und Missstände aller Art scheinen sich dort an jeder Ecke ein fröhliches Stelldichein bei einem (oder zwei oder drei?) Guinness zu geben.
Was Sotschek berichtet, hat zwar alles seine Richtigkeit, aber was dem Buch ganz eindeutig fehlt, ist - um's mal auf Irisch zu sagen - "a good craic", ein bisschen Spaß. Gibt's denn aus Irland neben all diesen grässlichen Skandalen und Ärgernissen so gar nichts Positives zu berichten? Man hat ein bisschen den Eindruck, hier legt ein Deutscher den Finger auf die Wunden einer ganzen Nation und wühlt gnadenlos darin herum. Das ist zwar kurzweilig und unterhaltsam zu lesen, liefert aber nur ein verzerrtes Bild von Land und Leuten.