Aus der Amazon.de-Redaktion
Nichts bereuen, der Titel von Benjamin Quabecks Filmdebüt, ist Programm. So wie sein ziemlich gebrochener Held, der Wuppertaler Zivildienstleistende Daniel, folgt auch der junge Regisseur ohne jedes Bedauern oder jeden Zweifel seinem Gefühl. Diese ganz bewusste Kompromisslosigkeit verleiht dem Film seine Authentizität, aber auch eine Radikalität, die ihn in einigen Momenten nur schwer erträglich macht. Jeder Erwachsene kennt und versteht die Schmerzen und die Verwirrungen, die mit dem Ende der Jugend einhergehen, zumindest in einem gewissen Maße. Nur führen sie Daniel zu Handlungen, die auch beim besten Willen nicht mehr zu tolerieren sind. Letztlich mag alles, was hier geschieht, absolut konsequent sein, aber das macht es nicht weniger unangenehm.
Eigentlich ist Daniel (Daniel Brühl) ein ganz normaler 19-Jähriger, der nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Luca (Jessica Schwarz), das Mädchen, das er über alles liebt, das aber seine Gefühle nicht erwidert, geht für eine Zeit nach Amerika; und Daniel steckt fest in der Enge seiner Heimatstadt, zumal ihm sein Vater eine ungeliebte Zivildienststelle in der evangelischen Gemeinde besorgt hat. Bei seinem ersten Versuch, wenigstens symbolisch auszubrechen, lernt er die Altenpflegerin und Krankenschwester Anna (Marie-Lou Selem) kennen, die Gefallen an ihm findet und ihm eine neue Zivildienststelle verschafft. Aber auch ihre Zuneigung kann Daniel keine Richtung für sein Leben geben. Sein Verhalten wird immer egozentrischer und rücksichtsloser, bis es schließlich in einem so brutalen wie sinnlosen Überfall auf eine Tankstelle gipfelt.
Anders als Daniel, dessen Verweigerung jeglicher Reue den Zuschauer endgültig gegen ihn aufbringt, muss sein Schöpfer Benjamin Quabeck tatsächlich nichts bereuen. Die Konsequenz, mit der er Daniel seinen selbst gewählten Weg in eine emotionale Wüstenlandschaft und damit in die absolute Einsamkeit gehen lässt, erfordert einen Mut, den die wenigsten Filmemacher aufbringen. Er riskiert, dass wir mit der Hauptfigur auch den Film ablehnen, aber selbst in einer solchen Ablehnung steckt noch eine Erkenntnis.
Nichts bereuen konfrontiert uns mit der dunklen, zerstörerischen Seite des Erwachsenwerdens, der wir meist völlig hilflos gegenüberstehen. Und auch wenn man fast außer sich gerät angesichts Daniels sinnlosen Verhaltens, so muss man doch zugeben, dass es einer inneren Logik folgt. Benjamin Quabeck erklärt diese Logik nicht weiter und versucht erst gar nicht, sie zu durchbrechen, aber das ist auch nicht die Aufgabe eines Filmemachers. Er hat stattdessen einen Stil und Bilder gefunden, die Daniels innere Leere auf der einen und Annas hilflose Verzweiflung auf der anderen Seite in jedem Moment des Films sichtbar machen. Wie man mit ihnen fertig werden kann, das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. --Sascha Westphal
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Nach dem Abi setzt Daniel seine ganze Hoffnung auf das wahre Leben und die große Liebe. Seit vier Jahren liebt er heimlich die Schöne Luca, die aber unerreichbar für ihn ist. Und auch der Zivi-Job, den ihm sein Vater ausgerechnet bei der Kirche besorgt hat, entpuppt sich als unerträglich.
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Der 19-jährige Daniel ist verwirrt, passieren doch so viele Dinge auf einmal: Da interessiert sich seine heimliche Liebe Luca plötzlich für ihn, nur um ihm wenig später einen Korb zu geben; gleichzeitig hegt er Gefühle für seine Arbeitskollegin Anna. Ein alter Herr, den er als Zivi zu betreuen hat, stirbt, und er überwirft sich mit seinem besten Freund. Ein Tankstellen-Überfall macht seine momentane Katastrophenphase komplett. Bevor Daniel jedoch vollends resigniert, wird ihm klar, dass man das Leben einfach nicht planen kann...
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Benjamin Quabeck konnte mit seinem Debüt den Regie-Förderpreis auf dem Filmfest München 2001 gewinnen. Die Verfilmung seines eigenen Romans ist gefühlvoller Selbstfindungstrip und zugleich sympathische Coming-of-Age-Story. Stilsicher inszeniert und ohne pseudo-jugendliches Verständnispathos vermittelt Quabeck die Nöte seines Helden mit erfrischender Ironie. "Schule"-Star Daniel Brühl, Viva-Moderatorin Jessica Schwarz und der Rest des Ensembles agieren souverän, sodass der Film auch jenseits der Twens Fans finden dürfte.
Blickpunkt: Film
Im Leben des 19-jährigen Zivis Daniel geht es drunter und drüber: Seine heimliche Liebe zeigt kurzzeitig Interesse, seine Kollegin Anna ist ebenfalls attraktiv, ein von ihm betreuter alter Mann stirbt und er überwirft sich mit seinem besten Freund... Gefühlvolle Coming-of-Age-Story, für die Debütant Benjamin Quabeck 2001 beim Filmfest München mit dem Regie-Förderpreis ausgezeichnet wurde.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Angenehm unprätentiös und realistisch erzählte Coming-of-Age-Geschichte eines 19Jährigen zwischen Zivildienst und unberechenbarer Liebe.
Kurzbeschreibung
Nach dem Abi setzt Daniel seine ganze Hoffnung auf das wahre Leben und die große Liebe. Seit vier Jahren liebt er heimlich die schöne Luca, die aber unerreichbar für ihn ist. Und auch der Zivi-Job, den ihm sein Vater ausgerechnet bei der Kirche besorgt hat, entpuppt sich als unerträglich.
Produktbeschreibungen
MCOne Nichts bereuen, USK/FSK: 12+