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Nichts als Gespenster,
  
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Nichts als Gespenster, [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Frankfurt/Main, S. Fischer 2003, (2003)
  • ASIN: B002BZ81YE
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (61 Kundenrezensionen)

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Judith Hermann
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Emotionales Treiben 1. Januar 2004
Format:Gebundene Ausgabe
So kurze Sätze, so kurze Geschichten, doch so prägnant und aussagekräftig. Judith Hermann hat mir, einem eingefleischten Romanliebhaber gezeigt, dass man auch Kurzgeschichten lieben kann.
In jedem ihrer Sätze stecken so viele Gefühle und Geständnisse. Über jeden ihrer Sätze lässt sich nachdenken und so viel Wertvolles entnehmen.
Sie beschreibt viele Sehnsüchte, die jeder wohl schon mal verspürt haben wird: eine alte Freundschaft, die den Punkte der innigsten Zuwendung verloren hat; das Altern der Eltern, die plötzlich nicht mehr die Kinder beschützen, sondern von den Kindern beschützt werden; die Erinnerungen an Jugendtage, in denen Beziehungen viel einfacher waren, weil noch so viele andere Erlebnisse zu kommen schienen; und so könnte man noch viel Momente der Vergänglichkeit nennen, die J. Hermann beschreibt, ohne dabei in unerträgliche Melancholie zu verfallen.
Auch wählt sie wunderschöne, obwohl einfache Schauplätze aus, an denen man sich aufgrund ihrer einmaligen Gabe des Beschreibens sogleich wieder findet: im warmen isländischen Freiluftpool einer Sommerhaussiedlung jedoch im Winter bei eiskalten Temperaturen, umgeben von Schnee und Eis; in der Kühle der Klimaanlage irgendwo in einem Motel in einer kleinen Siedlung in einer Wüste zwischen amerikanischer Ost- und Westküste;
Jede der sieben Kurzgeschichten nimmt gefangen und hält einen noch lange gedanklich darin fest, gibt Freiraum, um selber weiterzuträumen.
Ein unglaubliches Werk von einem unglaublichen Talent!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Es stimmt tatsaechlich, Judith Hermanns zweitem Buch fehlt jene 'besondere' Stimmung, wie sie einige Geschichten des 'Sommerhaus spaeter' auszeichnete, stattdessen ist es eine realistisch gewordene und gleichsam bescheidene Judith Hermann, die von ihr immer wieder betonte Verstoerung dem allgemeinen Hype gegenueber spricht aus jeder Zeile ihres Buches, das weniger die grosse Illusion als die subtile Wirklichkeit sucht. Statt dem Symbol und dem Abstraktum wandelt sie selbst als Abstraktum eines tatsaechlich autistischen, damit aber erst recht realistischen Beobachters durch eine ihr im Grunde fremde Welt, sie bleibt nicht nur deutsch in Venedig, Tourist auf Island und allein in jedweden Begegnungen, ihre Rückwirkung auf die Aussenwelt selbst scheint auch abstrakt oder aber punktuell, gleichsam traumhaft zu sein. Ihr Durchscheinen in der Beobachtung laesst die Atmospahere der Orte dafuer hervortreten, etwa in 'Nichts als gespenster' die einer amerikanischen Kleinstsiedlung inmitten der Wueste, die Menschen scheinen uns in unglaublicher Dominanz zu begegnen, auch in der Dominanz einer Tristheit oder Ratlosigkeit, die Bilder sind so klar und nachhaltig und vor allem real, das man es erst merkt, nachdem man das Lesen unterbrochen hat: ihre Welt ist noch da. Es ist weder die grosse Unterhaltung noch der universale Deutungsversuch, stattdessen spricht eine Art Wirklichkeit aus Judith Hermanns Geschichten die vielleicht nicht meine Wirklichkeit ist, die aber eine moegliche, wahrscheinlich eine tatsaechlich existierende Welt beschreibt, und zwar virtuos beschreibt. Judith Hermann muss sich nebenbei gesagt nicht verantworten fuer die 'Lebenssicht' ihrer Figuren, wie das hier teilweise anklang, es handelt sich um Literatur, Literatur beschreibt Moeglichkeiten und entzieht sich ihrer Wertung (im besseren Falle); dass man neigt, sie selbst zur Rechenschaft zu ziehen, beweist vielmehr die Perfektion der vermittelten Welt. Dass ihre Welt trist ist, ist zumindest ein Monitor eines moeglichen Seins, wie ich glaube eines nicht zu seltenen.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Depressive Ästhetik 17. März 2003
Von Tapir1962
Format:Gebundene Ausgabe
Um es vorweg zu sagen: ich habe "Sommerhaus, später" nicht gelesen, sondern bin lediglich den vielen Empfehlungen gefolgt, endlich mal ein Buch von Judith Hermann zu lesen und da "Nichts als Gespenster" das aktuellere war, habe ich mich eben dafür entschieden. Einen direkten Vergleich kann ich also nicht anstellen.
Gemessen an den Vorschußlorbeeren fand ich "Nichts als Gespenster" allerdings ziemlich schwach. Judith Hermans' Stil ist zwar sprachlich beeindruckend, aber den Geschichten fehlt die erzählerische Energie. Eigentlich passiert nichts, sondern es wird nur beschrieben. Die Personen wirken alle entsetzlich blutarm oder reif für eine gründliche therapeutische Generalüberholung. Jeder ist unheimlich traurig oder irgendwie nicht richtig in der Welt, Kommunikation führt grundsätzlich nur zu Mißverständnissen und spätestens nach der dritten oder vierten Geschichte sehnt man sich nach etwas Leben, etwas Energie, etwas Leidenschaft. Obwohl es beispielsweise immer um Beziehungen geht, kommt Erotik als Gefühl oder Stimmung nicht vor. Und die stereotype Wiederholung von Tätigkeiten (Bahnfahren, Zigarettendrehen) ist ja schon ausgiebig behandelt worden.
Die Geschichten unterscheiden sich durchaus in ihrer Qualität und jede einzelne würde in einer Anthologie möglicherweise ganz anders wirken. Sie hintereinander lesen ist aber wegen der sehr ähnlichen, depressiven Grundstimmung schwierig und insgesamt einfach nicht unterhaltend genug - irgendwie weiß man nach der dritten Geschichte schon wie die Stimmung der fünften sein wird.
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