Stille, Leere, Schweigen in der heutigen Bildergesellschaft gewinnen Pause, Lücke oder Auslassung an Bedeutung. Avantgardekünstler der 1960er und 1970er Jahre wie John Baldessari oder Art & Language reagieren mit Skepsis und Verweigerungsstrategien auf eine komplexe Wirklichkeit, die zunehmend wenigergreifbar und abbildbar wird. Auf die mediale Flut visueller Informationen antwortet die Kunst mit der Entleerung des Bildes. Heute transformieren Postminimalisten und Neokonzeptualisten wie Joëlle Tuerlinckx, Tom Friedman oder Martin Creed ihre Erfahrung von Leere in poetischer bis ironischer Weise in Installationen, Bilder oder Skulpturen. Die zurückgenommenen Effekte und Sensationen erzeugen eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber Dingen undPhänomenen, die auf den ersten Blick kaum sichtbar sind. Die außergewöhnliche Publikation öffnet die Augen für dieses vielfältige, schillerndeNichts.