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Buchnotiz zu : Die Zeit, 13.12.2001
Auch Schriftsteller haben Hobbys, die man dann nicht mehr als solche bezeichnen kann, wenn sie darüber zu schreiben beginnen; problematisch wird es dann, wenn das Schreiben über das Hobby nicht ernsthaft genug betrieben wird, wie Rezensent Merten Worthmann im vorliegenden Fall feststellt. Infante schwärmt und schwelgt, ohne sich dem Gegenstand seiner Schwärmerei wirklich zu nähern, wundert sich Worthmann. Nur so erklärt sich sein zunächst seltsam anmutendes Urteil, in der besonderen Wertschätzung Infantes für das Kino liege auch eine Geringschätzung verborgen. Das Buch ist ein Sammelband, informiert Worthmann, der sämtliche Kritiken und Texte über Kino von Infante versammelt, ohne Angaben über Erscheinungsort und -datum. Eine Aufmachung, als handele es sich um einen Essayband. Infante, der seit langem in London lebt, fröne in den Texten seiner Vorliebe für Musicals und B-Pictures, während er den großen "Heiligen" des Kinos wie Godard, Antonio oder Bergman nichts abgewinnen könnte. Viel markiges Wortgeklingel in den Ohren des Zeit-Filmkritikers.
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Kurzbeschreibung
Kino oder Sardine? war die existentielle Frage, vor der der junge Guillermo und sein Bruder standen, wenn es darum ging, ob sie lieber ins Kino oder essen gehen wollten. Niemals fiel ihre Wahl auf den Fisch. Was als frühe Leidenschaft begann, ließ Cabrera Infante auch später nicht los: Er wurde Filmkritiker, Kinemathekenbegründer und damit zu dem, »was jedes Kind sein wollte, wenn es einmal groß ist: der Mann, der sich alle Filme umsonst anschauen kann«. Schier unerschöpflich scheinen sein Detailwissen und sein Fundus an Klatsch und Anekdoten über die Welt der Natur- und Kunstblondinen und der Latin Lovers zu sein. Sein Interesse reicht von Orson Welles über Truffaut zu Tarantino und Almodóvar. Kenntnisreich und unbestechlich subjektiv entwickelt der Kinoenthusiast in seinen Artikeln und Essays eine eigene Skala zwischen Machwerk und Meisterwerk der Filmgeschichte und hält mit seiner persönlichen Vorliebe für B-Movies nicht hinterm Berg. Man muß kein ausgemachter Cineast sein, um Cabrera Infantes Vergnügen an Huldigung und Häme teilen zu können. Seine indiskrete Neugier, seine hymnische Begeisterung und sein Spaß am pointierten Wortspiel wecken auch in erklärten Kinomuffeln die Lust am Wiederentdecken und Neu-Einschätzen vergangener und sehr zeitgenössischer Leinwandereignisse.