Der Vietnamkrieg hatte für mich schon immer einen besonderen Reiz. Nicht weil ich besonders militant bin, noch weil ich in den sechziger Jahren geboren bin. Aber der Kampf gegen die Besetzung, die sichtweise der westlichen Welt und die unterschiedlichen Meinungen sind doch eine Beschäftigung wert. Und aus dieser Sicht heraus gewinnt auch die Bezeichnung Kriegstagebuch eine andere Bedeutung. Wohl absichtlich Neutral gehalten (in den meisten Passagen) wird das Kriegsgeschehen aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln geschildert. Zum einen Autobiographisch aus der Sicht der Autorin, die bereits als Kriegsberichterstatterin im libanesischen Bürgerkrieg Erfahrung gesammelt hat (Inschallah)und zum anderen anhand von Briefen (hauptsächlich Gedichte) die bei gefallenen Nordvietnamesen gefunden wurden. Ein interessanter Kontrast, der die Existenz dieses Buches im Grunde am besten rechtfertigt, sofern sich ein Buch überhaupt rechtfertigen muß. Leser die aber auf der Suche nach blutigen Kriegsgeschehen sind und heroische Schilderungen lieben sollten sich lieber für ein anderes Buch entscheiden. Ist der Zusammenhang zwar nicht immer fließend, so ergibt das Buch doch eine gute Einheit, ließt sich schnell, nur die Gedichte benötigen eine längere Relexion, so daß man auch gerne das Buch später noch einmal zur Hand nimmt, um das eine oder andere nachzulesen. Eine Empfehlung ist es allemal wert, ist es doch so anders, halt ein Kriegstagebuch, kein Roman, kein Krimi... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)