Ein meiner Meinung nach recht gut recherchiertes und ungewöhnliches Buch über das Tabu - Thema der sogenannten " horizontalen Kollaboration " in den besetzten Ländern - vorallem in Norwegen, Dänemark, Holland, Kanalinseln und Frankreich - während des 2. Weltkrieges. Das Thema wurde und wird bis heute noch vielfach verdrängt und totgeschwiegen. Das Vergehen dieser " Deutschenmädchen und Deutschenliebchen " war in den Augen der Mehrheit der Bevölkerung der Kontakt zum verhassten Feind. Die Beweggründe wie verbessern der Lebenssituation oder einfach Liebe zu dem fremden Besatzer spielte keine Rolle für die Verurteilung und Bestrafung nach dem Kriege. Sehr bedauernswert waren auch die Kinder dieser Verbindungen - ungewollt von der Gesellschaft und oft verstossen und verschwiegen. In der damaligen DDR hat man auch noch vom Schicksal dieser Kinder profitiert, in dem man Agenten mit der Identität von deutsch-norwegischen Kindern ausstattete. Eines zeigt sich für mich jedoch auch, dass diese oft sehr menschlichen Beziehungen weit stärker waren als alles Trennende verfeindeter Völker. Furchtbar waren jedoch nach der Befreiung die Strafen für diese Mädchen und Frauen - von an den Pranger stellen bis zur Lynchjustiz für Taten, über die in Friedenszeiten eigentlich niemand spricht. Meiner Meinung nach ein Buch über ein sehr dunkles Kapitel der Nachkriegszeit.