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Nicht so schlimm [Taschenbuch]

Nicolas Fargues , Frank Wegner
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: rororo (2. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499245361
  • ISBN-13: 978-3499245367
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 95.588 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Nicolas Fargues
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Männer leiden lauter! Sie sind jung und gut aussehend, haben zwei bezaubernde Kinder, Erfolg im Beruf – und eine gewaltige Ehekrise. Auf jede erdenkliche Weise machen sie sich das Leben zur Hölle und die wichtigste Kampfregel lautet: Nichts, aber auch gar nichts jemals verzeihen. Bis er auf Alice trifft und so etwas wie Liebe wieder möglich zu sein scheint. Doch zu welchem Preis? „Sie wollten schon immer wissen, warum manche Männer nichts auf die Reihe kriegen? Dann müssen sie diesen Roman lesen.“ (Brigitte)

Über den Autor

Nicolas Fargues, 1972 geboren, lebt in Paris. «Nicht so schlimm» wurde in Frankreich von der Presse gefeiert, der Roman stand monatelang auf der Bestsellerliste und wurde in elf Sprachen übersetzt.

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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch ist bestimmt nicht für jeden bestimmt, was sicherlich die sehr unterschiedlich ausfallenden Rezensionen meiner Vorgänger erklären mag. Insbesondere deshalb, weil sich nicht jeder mit dem Thema Liebe und Selbstverwirklichung in der Liebe auseinandersetzen mag und will.

Der Protagonist dieses Romans (ob autobiografisch oder nicht) löst mit seiner Ich-Perspektive und seinem fast enervierenden Plauderton sehr zwiespältige Gefühle aus.

Ein Chauvinist wird dieses Buch kopfschüttelnd in die Tonne schmeissen und sich für die "Weicheier" seiner Gattung und seines Geschlechts schämen.

Einige Leser und Leserinnen, werden das Buch wahrscheinlich in der Mitte leicht angewidert zur Seite legen. Das mag unterschiedliche Gründe haben. Vielleicht, weil sie vergangene oder aktuelle Partner nicht in diesem Licht betrachten möchten. Vielleicht, weil sie Verhaltensweisen im Umgang mit ihren Partnern bei sich selbst entdecken. Mit ziemlicher Sicherheit, weil niemand so sein will, wie der Erzähler dieser Geschichte.

Bei vielen Lesern jedoch wird ein Prozess der Selbstreflektion einsetzen, der erschreckend ist: Weil die Art, mit der sich der Roman mit dem Thema Partnerschaft beschäftigt Sehnsüchte auslöst, weil das mit ernüchternder Selbsterkenntnis zu tun hat, weil es sich manchmal beschämend und echt anfühlt.

Darin liegt die Faszination dieses Buchs, wenn man sich ihr ergeben mag. Es ist kein spannender Roman, es ist keine Geschichte in der der Protagonist strahlt. Keine herzzereissende Romanze. Keine Hollywood-Happy-End-Schmonzette. Der Leser kann nicht in der Perspektive des Beobachters bleiben. Jeder wird sich an der einen oder anderen Stelle des Romans fragen: Bin ich auch so?

Hier schreibt einer von uns. Einer, den der Spagat zwischen ehelicher und väterlicher Pflicht und der Demütigung innerhalb einer nicht mehr funktionierenden Partnerschaft zerreisst. Einer, der verwirrt ist von der starken Frau, die ihm gegenübersteht und der nicht richtig einschätzen kann, wie er sich ihr gegenüber verhalten soll. Einer, der einem täglichen Krieg bis zur Selbstaufgabe ausgesetzt ist und sich diesem nicht verweigern kann. Der nicht mal mehr einschätzen kann, ob es sowas wie Liebe überhaupt gibt und ob das innerhalb seiner Beziehung vielleicht an ihm liegen mag?

Der deshalb einen nicht vollzogenen Seitensprung kommuniziert. Was in der Beziehung einen Krieg auslöst. Einen Krieg der gegenseitigen Verletzungen und Demütigungen in der Ehe hinaufbeschwört. Beide, er und seine Frau, scheinen mit dem Individualismus und mit der Gleichberechtigung in der Partnerschaft ernsthafte Probleme zu haben, denn jeder von beiden wünscht sich vom anderen die klassische Rolle zurück, ohne ihm das direkt sagen zu können. Während der Protagonist immer tölpelhafter und unsicherer reagiert und damit den Konflikt verschlimmert, wird seine bessere Hälfte immer grausamer und aggressiver. Als Leser schwebt man in einem Zustand objektiven Ekels, da sich beide derart unsympathisch verhalten, dass Identifikation unmöglich ist und man ungerne Partei ergreift. Da Fargue dieses Buch im Plauderton eines Dialogs zweier miteinander bekannter und vielleicht befreundeter Personen erzählt, wechselt das Gefühl von Peinlichkeit, Parteiigkeit bis hin zu Mitleid.

Unser Anti-Held erzählt uns von einer Mitspielerin, die ihn letztendlich motiviert, aus diesem Muster auszubrechen. Gespielt von einer seelenverwandten Italienierin, die ihm auf einer Visitenkarte im Restaurant die Nummer hinterlässt. In ihr findet er die Erfahrung von Gleichklang zwischen zwei Menschen. Wie im wahren Leben kann und will er sich aber nicht entscheiden.

Und setzt selbst diese Chance aufs Spiel. Den Rest lesen Sie besser selbst.

Mich hat an diesem Buch vor allem meine emotionale Reaktion fasziniert. Dieses Gefühlschaos erklärt für mich auch die unterschiedlichen Rezensionen hier.

Man fragt sich sogleich: Wo stehe ich denn selbst? Jeder, der eine lange Beziehung gelebt hat oder lebt, lebt mit Kompromissen. Doch wie weit reichen meine eigenen? Die Ich-Perspektive des Erzählers, der vermeintliche Dialog macht fast erlebbar, wie man sich etwas schönreden kann. Dem Leser ist es offensichtlich, dass das, was Fargues da erzählt äusserst ungesund und demütigend ist. Aber würde man das einem Freund so sagen? Und selbst wenn - würde man es sich selbst eingestehen, wenn man in der Situation wäre?

Sollte dieser Roman autobiografisch sein, so muss man Fargues für diese ehrliche Aufarbeitung wirklich Respekt zollen. Denn er spricht eine Wahrheit aus, die viele von uns nicht hören wollen. Vor allem mit sich selbst geht er schonungslos um. Er beschreibt sich - und damit sicherlich viele Männer - die nicht in der Lage sind, sich festzulegen in ihrer Suche nach Glück. Die sich verletzen lassen, verletzen, indem sie keine klare Position beziehen. Ich bin davon überzeugt, dass sich viele von uns in einem der drei Hauptcharaktere des Romans finden.

Und letztendlich und ganz ehrlich: Ausser für die Besetzung der Rolle der Italienerin würde sich keiner bewerben.

Ich finde, man muss das gelesen haben. Nicht wenn man Unterhaltung sucht. Sondern das Leben.
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Nicolas Fargues Nicht so schlimm rowohlt
ISBN 3498021176

Ein junger Franzose von Anfang dreißig sitzt mit seinem Vater, Bruder und der Stiefmutter in einem Restaurant in Italien. Er ist nur für ein Wochenende ohne seine Frau und die Kinder zu Besuch in das Städtchen Romanze gekommen. Die Familie sieht ihm an, dass es ihm nicht gut geht und er kurz vor einer nervösen Depression steht. Ein Kellner überreicht ihm ein Kärtchen. Die Karte hat das Logo des Restaurants und der handschriftlich vermerkte italienische Text enthält die Worte: Ero dietro di te. * Ich war hinter Dir * lautet die Übersetzung und darunter steht eine Telefonnummer.

Der Icherzähler berichtet einem imaginären Gegenüber in einem ununterbrochenen Erzählfluß von diesem Erlebnis und noch von vielen weiteren. Er berichtet, wie es ihm geht und bis heute erging.
Bisher hat er sich für einen glücklichen Typ gehalten, der über die Probleme Gleichaltriger gelacht und sich für fröhlich und unbeschwert gehalten hat. Seine zwei Kinder und die hübsche Frau suggerieren ihm, dass er das pure Glück genießt. Er liebt seine Frau Alexandrine, betet sie an, fühlt sich ihr aber unterlegen, ist hilfsbereit und lieb und buhlt ständig um ihre Zuneigung. Sie leistet sich ihm gegenüber eher Schmähungen, die gelegentlich in Schimpftiraden und Demütigungen ausarten.
Nach einem Betrug versucht er alles, um es ihr recht zu machen, was ihm nicht gelingt.
In seiner Verzweiflung greift er im Haus seines Vaters zum Telefon und wählt um Mitternacht die ihm auf dem Kärtchen überreichte Telefonnummer. Eine verschlafene Frauenstimme meldet sich und die beiden verabreden sich für den nächsten Tag. Er trifft eine lässig und sportlich gekleidete zarte Frau, Alice. Er erzählt von seiner Ehemisere und erefühlt sich verstanden. Sensibel und in gegenseitigem Verstehen beginnt vorsichtig und zaghaft eine rücksichtsvolle und leidenschaftliche Liebesgeschichte.

Fargues arbeitet fein und gekonnt heraus, wie Menschen sich blockieren, wenn die Liebe vergangen ist.

Das Buch spiegelt den Wechsel zwischen Ernst, heiterer Weltbetrachtung und reflektierter Lebenspraxis

Nicolas Fargues ist Mitte dreißig und lebt in Paris. Er hat mit diesem Buch den Liebesroman seiner Generation geschrieben, der in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste stand.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Konträr sind die Reaktionen zu Nicolas Fargues' neuem Roman "Nicht so schlimm". In Frankreich wurde er zum Bestseller, in Deutschland wird polarisiert.

Derweil ist es "nur" ein ehrlicher, offener Tatsachenbericht einer zerbrechenden Ehe und eines zaghaften Neuanfanges, des Erwachsenwerdens - auch noch mit Anfang Dreißig.
"Nicht so schlimm" ist zu 100% autobiografisch, wie Nicolas Fargues versichert: ein eigener Lebensabschnitt im literarischen Gewand.

Stilistisch hat Nicolas Fargues diese "Lebensbeichte" an sein literarisches Vorbild Michel Houellebecq angelehnt: die Sprache des Ressentiments und den Schmerz zurückgeben, an dessen Ausdrucksform, die suggeriert, "dass das metaphysische Unbehagen des Menschen aufs engste mit seinen physischen, also biologischen Voraussetzungen verbunden ist. Das wichtigste Scharnier zwischen beiden Bereichen ist die Sexualität und die mit ihr verbundene Zwischenmenschlichkeit, im Glücksfall: die Liebe."
Houellebecqs Serien von Schocks und den manchmal fast stillosen Ton schlägt Fargues jedoch nicht an. Derb und direkt wird er zwar zuweilen auch, aber die Contenance bleibt immer bewahrt.

"Nicht so schlimm" ist Fargues persönliche Meditation über das Leid in all seinen Formen.

Der Autor erzählt einem unsichtbaren Zuhörer (dem Leser?) in einem endlosen Monolog, fast ohne Absätze, beinahe ohne Luft zu holen, die Geschichte des Scheiterns seiner Ehe, der großen Glückmomente einer neuen Liebe und der Zerrissenheit zwischen Gestern und Morgen.

"Nicht so schlimm" ist eine ehrliche und schonungslose Selbstbefreiung eines jungen Mannes, um die Belanglosigkeit aber auch die Schwere der Liebe.

Kurz spricht Fargues einen vielleicht verborgenen interkulturellen Konflikt in seiner Ehe an, aber nur kurz. Er hat keinen tiefgreifenden Belang für ihn. Hier geht es vor allem darum, dass zwei Menschen sich auseinandergelebt haben. Die Stigmatisierung des Geschlechtes oder aber der Rasse blendet er schnell wieder aus.

Vielleicht klingt es am Ende ein wenig zu pathetisch, wenn Fargues Nietzsche zitiert: "Was nicht tötet, härtet ab." Doch der Autor erklärt sich selbst: "Man kann das auf zweierlei Weise verstehen", sagt Fargues. "Was uns nicht tötet, macht uns stark. Das heißt, es macht uns gefühllos wie ein Stein. Oder: Es macht uns stark, damit wir glücklich sein können. Letzteres liegt mir mehr."

Das Buch hat einen unwiderstehlich-identifikatorischen Reiz. Es ist eine ehrliche Lebensbeichte eines Mannes und eine wunderschöne Geschichte über die Macht der Liebe und der Gefühle.

Fargues hat, losgelöst von allen Diskussionen um Emanzipation und den "neuen Mann", ohne Reflektion jedweder gegenwärtiger Geschlechterrollen, unbekümmert eine verfahrene Beziehung und einen möglichen Neubeginn mit einer anderen Frau beschrieben. Es ist eine Schilderung eines Menschen in einer bestimmten Situation, ein Ausbruch von gewohnten Wegen.

Ein ehrliches, offenes Buch in einer ausgezeichneten, stilsicheren Übersetzung von Frank Wegner.

Und vielleicht sollten wir Deutschen nicht immer alles in einen gesellschaftlichen Rahmen pressen. Offensichtlich sind die Franzosen doch nicht so verklemmt, wie sie Fargues in seinem Buch im Vergleich zu den Italienern beschreibt.

Zumindest nicht so verklemmt wie wir Deutschen manchmal...
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