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28 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandios!, 30. Januar 2003
Unglaublich - dieses Buch stand in meinem Bücherregal seit mindestens 4-5 Jahren - ungelesen! Immer wieder nahm ich mir vor, es zu lesen, schaffte es dann aber doch nicht, und als ich es endlich in die Hand nahm, war ich erstmal für einen Tag und eine Nacht für diese Welt verloren. Ich kann mich kaum an ein anderes autobiographisches Buch erinnern, das mich so mitriß, das ich zitternd, mit angehaltenem Atem las. Ich las es in der S-Bahn, an der Uni, im Bett, in jeder Warteschlange in Supermarkt, in der Badewanne und konnte es nicht weglegen, bis ich es zu Ende las. Die Geschichte ist so spannend, und die Autorin so mutig und stark, daß ich nur "wow!" sagen konnte, nachdem ich mit dem Buch fertig war. Da es eine wahre Geschichte ist, weckte das Buch unheimlich viele Emotionen in mir, Wut auf "Moody", den Mann der Autorin, Schock über die Rechte (oder eher deren Mangel) der Frauen in Iran, Mitleid mit Betty und ihrer Tochter, Angst um sie beide, und Hoffnung, daß sie es doch noch schaffen, zu fliehen.. zu gerne würde ich wissen, wie es ihnen heute geht!Gegen Vorwürfe, die ich in einigen Rezensionen las, muß ich protestieren - ich persönlich hatte nicht für einen einzigen Moment den Endruck, daß das Buch "voller Vorurteile" gegen Iraner und ihre Kultur sei. Im Gegenteil. Und ich fand es sehr eindrucksvoll, daß die Autorin es schaffte, immer respektvoll den Iranern gegenüber zu sein, obwohl sie gegen ihren Willen in Iran festgehalten wurde und obwohl die meisten Familienmitglieder sehr wenig Verständnis für sie hatten. Ein anderer Vorwurf war, glaube ich, daß die Autorin "nicht genug recherchiert hätte". Um Gottes Willen, dies ist ein autobiografisches Buch! Es ist nicht die Aufgabe der Autorin, Kultur und Religion des Landes zu recherchieren, sondern einfach ihre Geschichte zu erzählen. Und ihre Geschichte hat den Titel "nicht ohne meine Tochter" - nicht "Iran - Religion und Kultur" :.) Wem Bücher wie "Die Geisha" oder "Die weiße Massai" gefielen, wird von dieser Geschichte fasziniert sein, und wer die oben genannten Bücher nicht kennt oder nicht sooo spannend fand.. soll trotzdem zugreifen.. und das mit beiden Händen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein überraschendes Buch, 13. Juni 2009
Betty Mahmoodys Buch Nicht ohne meine Tochter" war für mich eine große Überraschung, weil ich eigentlich ein sehr feindseliges Buch gegenüber dem Islam und dessen Anhänger erwartet habe. Deshalb wollte ich es eigentlich gar nicht lesen. Als ich aber doch mal die Möglichkeit hatte mal rein zuschauen, wurde ich sehr schnell von dem Gegenteil überzeugt.
Ich glaube die Feindseligkeit in diesem Buch richtet sich ehr hauptsächlich gegen ihren Mann, den sie verständlicherweise die Schuld an allem was passiert ist gibt. Zwar fällt am Anfang, als Betty und ihre Familie im Iran landen, auf, dass sie die Familie von ihrem Mann auch nicht mag, aber die Leute haben sich ihr gegenüber auch sehr abfällig verhalten. Darüber hinaus glaube ich, dass sich kaum einer von Vorurteilen oder Ängsten gegenüber fremden Menschen freisprechen kann. Betty hatte sowieso schon seit antritt des Fluges angst, dass man sie in Iran festhalten könnte.
Ihr Unmut gegen die Familie wird noch bestärkt, als Betty merkt, dass sie doch in nun dort bleiben muss und ihr Mann sie und ihre Tochter nicht gehen lassen will. Die Familie hält nämlich zu Moody, Bettys Mann.
Da auch die Schweizerbotschaft keine Möglichkeit hat sie zusammen mit ihrer Tochter aus dem Land zu bringen, fängt Betty an nach illegalen Wegen zu suchen um zu fliehen. Sie beschreibt dabei sehr detailliert, wie sie ihre Schritte plant und wie es ihr gelinget Kontakt mit verschieden Leuten aufzunehmen, die ihr bei ihren Plänen helfen. Unter ihrem Verbündeten waren auch zwei iranische Männer, von denen einer für Betty die Flucht über die Türkei ermöglicht hat.
Kurz vor ihrer Flucht erhält Betty sogar Unterstützung von ihrer Schwägerin, obwohl Betty von ihr an aller wenigsten Hilfe erwartet hätte.
In vielen Kapiteln schreibt Betty auch, wie es überhaupt zu den ganzen Ereignissen gekommen ist. Sie beschreibt, wie sie Moody überhaupt kennen gelehrt hat und wie verschiedene politische und auch soziale Ereignisse sich auf ihm und ihrer Familienleben ausgewirkt haben. Auch sagt sie, warum sie sich überhaupt auf der Reise eingelassen hat, obwohl sie genau wusste, dass Moody im Iran das Recht hat Sie bzw. die Tochter da gefangen zu halten.
Alles im allem finde ich, dass dies ein sehr spannendes Buch ist. Ich finde nicht, dass es sich hier um ein Propaganda- oder antiislamisches Buch handelt, so wie von vielen anderen Resonanzen dargestellt. Für meinen Sinn ist es völlig verständlich, dass man keinen großen Sinn für das Schöne eines Landes hat, wenn man dort als Gefangene gehalten wird. Auch muss man erwähnen, dass das Buch die Situation von 1985 beschreibt. Zum einen war die Revolution im Iran nicht lange her und zum anderen war während ihren Aufenthalt gerade Krieg zwischen dem Iran und dem Irak. Die heutige Situation im Land weicht mit Sicherheit deutlich ab, außer natürlich Dinge die religiös oder kulturell bedingt sind, da für solche Änderungen Zeit benötigt wird.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Stark, gefühlvoll, unglaublich..., 26. September 2005
Dieses Buch habe ich vor etlichen Jahren erstmalig gelesen. Hingegen allen Meinungen bin ich der Auffassung, dass es ein grosses Stück Wahrheit beschrieben hat. Es konnte mich überzeugen, auch wenn manches übertrieben schien und manches verhasst. Es zeigt eindeutig den Status einer Frau in diesem Land, aber auch ein Aufbegehren unter den Schleiern, zumindest einen Versuch. Betty setzt sich durch, muss es versuchen, um sich und ihre Tochter aus dem Land zu kriegen, wie auch immer. Erst ist sie erschüttert und machtlos und dann beginnt sie zu planen. Ein spannendes Buch.
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