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Kundenrezensionen

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am 7. Juli 2008
Till Reiners ist Ende dreißig, trägt langweilige Klamotten und einen Seitenscheitel, arbeitet bei der Dresdner Bank und träumt davon, mit seiner jungen, leicht merkbefreiten Kollegin Jessica nach Paris durchzubrennen. Zu Hause, in der fast bezahlten Eigentumswohnung am Rande von Osthofen, warten Miriam, mit der Till nur noch selten Sex hat, und Nico, dessen Geburt den Anfang vom Ende des Glücks markierte. Folgerichtig unterteilt sich die Geschichte des Ehepaars in die Zeit vor und nach Nico. Vor Nico spielte Till Gitarre, nach Nico hört er nur noch Rolf-Zuckowski-CDs. Mit Nico.

Dann betritt Nappo die Bank, ein junger Prolet mit riesiger Sonnenbrille auf der Nase und einer Waffe in der Hand. Nappo überfällt die Bank, Till sieht die Chance, sich vor Jessica zu beweisen, und drängt sich quasi als Geisel auf, bevor er den Gedanken in aller Konsequenz zu ende denken kann. Es beginnt eine seltsame Odyssee, die das ungleiche Paar in eine Kleingartenkolonie, später nach Holland und schließlich nach Frankreich führt, und während dieser Tour de Force entdeckt Till nach und nach ungeahnte Charaktereigenschaften an sich selbst, sogar den Hang zur Gewalttätigkeit. Aber zu Hause, in Osthofen, wächst gleichzeitig der Verdacht, dass Till mit dem Überfall etwas zu tun haben könnte. Schlimm wird es, als die dusselige Jessica ihre Chance wittert, das unerwartete Medieninteresse für sich zu nutzen.

Der Roman beginnt lässig und amüsant, ist sehr lesbar, spannend und wirklich komisch. Es sind die kleinen, manchmal gemeinen Wahrheiten über das Leben, die liebevolle Figurenzeichnung und der immerwährende Vergleich zwischen Realität und fast vergessenen Träumen, die die Geschichte interessant und bemerkenswert gestalten. Zudem bereitet Husmanns flockige, sehr authentische Erzählsprache großes Vergnügen. Aber irgendwo in der Mitte stolpert der Autor in die Falle, die er sich selbst gestellt hat: Tills Veränderung darf nicht so weit gehen, dass es kein Zurück mehr gibt, und diese dramaturgische Vorgabe wirkt sich in fataler Weise auf den zweiten Teil aus. Irgendwann gehen Husmann die plausiblen Gründe dafür aus, warum der immer apathischer werdende Till nicht einfach abhaut, während die Daheimgebliebenen (Miriam, Jessica, ein Kommissar) im Dutzend billiger Klischees einsammeln, bis hin zu den Nacktfotos, die Jessica für eine Boulevardzeitung schießen lässt. Die Geschichte beginnt, zu nerven, weil sie sich kaum mehr entwickelt, und wenn, dann in absolut vorhersehbarer Weise. Das ziemlich fade Ende verbraucht den Rest vom Vorschuss, den der Anfang erzeugt hat, und schließlich ist man froh, das Buch weglegen zu können. Schade, weil es wirklich originell und überzeugend begonnen hatte.
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am 16. Juni 2008
Interessant, wie weit Meinungen auseinander gehen können! ;o)

Habe "Nicht mein Tag" in der letzten Woche gelesen und konnte es gegen Ende kaum erwarten, bis das Leid endlich aufhört! Till Reiners ist mir schrecklich auf die Nerven gegangen, sein Selbstmitleid und Unfähigkeit etwas zu unternehmen haben mich beim Lesen schier wahnsinnig gemacht und mehr als einmal habe ich gedacht "Das kann doch jetzt nicht Dein Ernst sein!!".

Und gelacht? Sorry, habe ich nicht. Kein einziges Mal. Im Gegenteil, ich fand das Buch in seiner Gesamtheit eher deprimierend. Lauter unglückliche Menschen überall!

Die Serien "Stromberg" und auch "Dr. Psycho" finde ich super! Aber "Nicht mein Tag" hat mich fertig gemacht und ich war erleichtert, als Till Reiners Trip endlich vorbei war.

Aber wie gesagt: Vielleicht bin das nur ich? Vielleicht war ich in schlechter Stimmung?

Fand es nur wichtig, hier auch mal eine ganz konträre Meinung abzugeben.

Am besten also, Ihr bildet Euch Eure Eigene! ;o)
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am 21. September 2008
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Ich habe immer mal wieder schmunzeln müssen, bei Anspielungen auf Werbespots oder auch Altagssituationen, die einem selbst bekannt vorkommen. Aber lauthals gelacht? Nicht wirklich.... Ich habe für dieses Buch ca. 3 Wochen gebraucht, was für mich lang ist. Es ist nicht schlecht, aber für meinen Geschmack auch nicht der Brüller. Das Ende fand ich ziemlich fad und unbefriedigend und war froh, als ich mich endlich durch das Buch gearbeitet hatte und es zur Seite legen konnte. Vielleicht habe ich einfach eine andere Art von Humor, wer weiß.
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am 3. September 2013
Also: ich kenne Ralf Husmann als Autoren für diverse Comedyserien und kam auf das Buch, als ich gesehen hab, dass es mit Moritz Bleibtreu und Axel Stein verfilmt wird und nächstes Jahr in die Kinos kommt - deswegen dachte ich: "guckste mal rein, denn wenn der olle Moritz da mitspielt, kanns nicht schlecht sein." - UND: es ist auch nicht schlecht....

Zur Story: ein Bankangestellter ist leicht mit der Gesamtsituation unzufrieden und gerät - eher freiwillig - in eine Geiselsituation als seine Bankfiliale von nem Amateurräuber überfallen wird. Mit dem Bankräuber und dessen Freundin beginnt dann in nem Oldtimer eine Odyssee und der Trip entwickelt sich für unseren Protagonisten mehr und mehr zur Reise in die Selbsterkenntnis.

Grundsätzlich ist das Buch gut geschrieben - die Charaktere werden schön herausgearbeitet, Ecken und Kanten der einzelnen Akteure werden gut gezeichnet und man baut eine gewisse Art von Sympathie für den Jedermann inkl Familie, seinen proletenhaften Kidnapper und dessen Gespielin auf. Letztlich fehlt mir hier aber so ein bisschen der Kick an der Geschichte - das Ende ist doch recht schnell vorherzusehen und der Humor war jetzt auch nicht ganz mein Fall. Letztlich war ich froh, als ich mit dem Buch fertig war (was man anfängt zu lesen, liest man schließlich auch zu Ende) und hoffe, dass die filmische Adaption im nächsten Jahr die spürbaren Längen der Romanvorlage ausbügelt.

3 Sterne
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...ab heute wird zurückgeschossen" (14). Till Reiners ist 38, Angestellter bei der Dresdner Bank, verheiratet mit Miriam, hat einen vierjährigen Sohn und einen völlig unstylischen Seitenscheitel. Zudem steht Till auf seine attraktive, aber völlig blöde Arbeitskollegin Jessica und fragt sich jeden Tag, ob es das mit seinem Leben schon gewesen sein soll. Seinem Chef Herrn Walther schreibt er zu dessen 60. Geburtstag den oben zitierten Spruch in die Glückwunschkarte. Tills Spießerdasein erhält einen Knick, als eines Tages plötzlich Nappo in der Bank steht, wild schreiend mit seiner Pistole herumfuchtelt und wenig später mit 30.000 Euro und Till als Geisel die Filiale wieder verlässt. Es beginnt eine Odyssee, auf der Till Bekanntschaft mit den Hunden Saddam und Hitler macht, die ihn nach Holland und Frankreich führt und auf der er die eine oder andere überraschende Erkenntnis über sich selbst macht.

Ralf Husmann gehört zu Deutschlands besten Drehbuchautoren. Er ist der Macher der Serie "Stromberg", die zu den qualitativ hochwertigsten deutschen Produktionen der vergangenen Jahre gehört. Zu Recht ist Husmann bereits mehrfach mit dem deutschen Comedy-Preis ausgezeichnet worden. Man durfte also auf seinen Debütroman gespannt sein. Doch leider kann "Nicht mein Tag" die hohen Erwartungen nicht erfüllen und enttäuscht in weiten Teilen. Husmann versucht, das Konzept, welches unter anderem "Stromberg" so erfolgreich gemacht hat, auf den Roman zu übertragen. Die Fernsehserie zeichnet sich vor allem durch die gelungene Gratwanderung zwischen Humor und Tragik aus. Und auch in "Nicht mein Tag" wechseln sich Sprüche wie "Das Leben ist wie Lotto, man verliert immer" (29), "Der Mond ist voll wie tausend Mann" (89) oder "Holland ist wie zu Hause bleiben nur mit Wegfahren" (173) ab mit nachdenklichen Szenen, in denen Till über sein trostloses Leben in der Sackgasse sinniert. Im Roman kommt diese Mischung aber weniger überzeugend zum Ausdruck als in Husmanns Fernsehproduktionen. Zudem ist der Roman mit 333 Seiten in 67 Kapitel eingeteilt, so dass es manchmal den Anschein hat, als seien einzelne Kapitel für sich stehende Episoden, die irgendwie in die Gesamthandlung integriert wurden.

Fazit: Alles in allem eine Enttäuschung. Die Mischung aus Humor und Melancholie ist in den Romanen von Frank Goosen und Sven Regener viel besser gelungen. Es bleibt zu hoffen, dass sich Husmann nun wieder auf sein Kerngeschäft konzentriert und dafür sorgt, dass auch die vierte Staffel der Serie "Stromberg" wieder zu einem der seltenen deutschen Fernsehhighlights wird.
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am 24. März 2009
Ich gebe zu, dass ich das Hörbuch gekauft habe, weil Chritoph Maria Herbst der Leser ist. Festgestellt habe ich auf jeden Fall, dass ein guter Leser ein schlechtes Buch nicht retten kann.
Die Story ist simpel. Der langweilige Bankangestellte Till Reiners wird bei einem Banküberfall gekidnappt und ist dann mit dem Kidnapper unterwegs. Till Reiners entwickelt sich während der Tour zu einem anderen Menschen, der von seinem langweiligem Alltag entfliehen will. Die Entscheidungen, die er von Zeit zu Zeit trifft sind für den Hörer jedoch nicht nachvollziehbar und damit fehlt auch schon die notwendige Identifikation mit der Hauptperson. Es geht sogar so weit, dass man als Zuhörer einfach immer mehr genervt ist von Till Reiners und den Personen, die ihn umgeben. Außerdem kommt noch hinzu, dass es selten Stellen gibt, an denen man mal schmunzeln muss. Von "lachen" will ich gar nicht erst reden. Es entsteht noch nicht einmal eine Situationskomik. Oftmals spührte ich eher eine Art Verärgerung über die Hauptperson. Jedenfalls war ich am Ende doch ziemlich froh, dass das Hörbuch vorbei war. Einen Kauf kann ich schließlich nicht empfehlen.
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am 27. Mai 2011
Die Lebensgeschichte des Autors lässt Spannendes, Originelles hoffen - dieses Buch jedoch enttäuscht auf ganzer Linie. Einen Punkt gibt es für die Grundidee, einen im Alltag gefangenen Banker durch die besonderen Umstände seines Kidnappings die Luft der grenzenlosen Freiheit schnuppern zu lassen - jedoch verschenkt der Autor hier die vielfältigen Möglichkeiten, seinem Protagonisten Konturen zu verleihen. Stattdessen verliert er sich in Klischees, eiert einfallslos in seiner Geschichte herum, führt Gedankengänge nicht zu Ende - und drückt sich zu guter Letzt um einen sinnvollen Schluß. Ganz zu schweigen von der oft unverständlichen Sprache - öfters muss man ganze Passagen noch einmel lesen, um sie zu verstehen - um dann festzustellen, dass sie für das Fortkommen der Geschichte unrelevant sind.
Ich habe selten ein schlechteres Buch gelesen.
Wer sich Etwas Gutes tun und moderne, leichte, humorvolle Ferien-Literatur genießen möchte, der sollte auf Autoren wie Hans Rath, Tommy Jaud oder Moritz Netenjakob zurückgreifen!
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am 8. September 2008
Till Reiners arbeitet in einer Bank und ist recht unzufrieden mit seinem Leben. Als die Bank überfallen wird bietet er sich um seiner Arbeitskollegin zu imponieren als Geisel an....
Recht nette Geschichte die sich gut lesen lässt aber einen großen Fehler hat sie ist zu perfekt und glatt. Auf "Hochglanz" poliert aber es steckt nichts dahinter.Man merkt das es Hussmann nicht schwerfällt sich schräge Storys auszudenken. Doch die Geschichte ist zu glatt und perfekt auf Pointen angelegt die dadurch ihren Witz verlieren. Die ganze Story wirkt seelenlos und die Charaktere leblos. Es wirkt wie eine Auftragsarbeit von einem der es kann aber keinerlei Herzblut beim Schreiben vergiest.Das Buch will einer breiten Masse gefallen aber den einzelnen nicht unterhalten.
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am 30. Juni 2008
Ich kaufte dieses Buch in freudiger Erwartung eine neue Lektüre gefunden zu haben, die annähend an Tommy Jaud rankommt. Da fiel es mir leicht ein Buch des Autors meiner beiden absoluten Lieblingsserien zu kaufen. Ich musste allerdings ziemlich schnell feststellen, dass die Inszenierung einer Serie und eine Geschichte über 300 Seiten wohl unterschiedliche Welten sind, deren Handling nicht jeder beherrscht.

Eine Handlung, welche mich doch zu Anfang das ein oder andere Mal zum Schmunzeln brachte, änderte recht schnell ihren Kurs in eine Tristesse von Ungereimtheiten und zusammengeschusterten Vorkommnissen, die nicht ansatzweise witzig sondern eher deprimierend waren. Der Held oder von mir aus auch Anti-Held nervte mich nach einiger Zeit enorm... Warum kann ich gar nicht genau sagen, mag sein, dass es sein Selbstmitleid war, seine falsch gesteckten Prioritäten oder aber seine manglende Gradlinigkeit.

Meiner Meinung nach versuchte R. Husmann zum Ende hin einfach ein paar Seiten zu füllen. Daran hätte er auch gut getan, wenn er mehr auf die einzelnen Charaktere und deren Umgang mit der Situation eingegangen wäre. Dies endete letztendlich in einem m.E. sehr unbefriedigenden Schluß!

Bitte R. Husmann bleib bei Dr. Psycho und Stromberg und spar dir die Energie eines neuen Buches.
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am 23. Juli 2008
Es war nicht mein Tag, als ich dieses Buch kaufte. Ein unbeholfener Angestellter stolpert durch sein hoffnungsloses Leben, wird entführt und erhofft einen Neustart indem er die Lebensweise seines Entführers kopiert. Die Geschichte quält sich dahin wie ein ausgelutschter Kaugummi um zum Schluss im Nichts zu verschwinden. Was daran lustig sein soll, entgeht mir. Das Ende hat noch einen gewissen künstlerischen Touch, erinnert es mich doch wage an den Stil eines bekannten italienischen Semiotikers...
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