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Nicht frei von Sünde
 
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Nicht frei von Sünde [Gebundene Ausgabe]

Benjamin Black , Christa Schuenke
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Bereits nach dem ersten kurzen Kapitel ist klar: Auch das Pseudonym kann nicht verbergen, wer uns da so bild- und wortgewaltig in düsterste Schwingung versetzt. Die Pathologie in den Kellergewölben des Holy Family Hospitals, Quirkes Reich, der den Toten näher steht als den Lebenden. Malachy Griffin, Geburtsarzt der Klinik und zwielichtiger Schwager Quirkes, den dieser nach durchzechter Partynacht beim Fälschen von Totenakten antrifft. Das merkwürdige Interesse Malachys an der Leiche der jungen Christine Falls. Der Heimweg des sturzbetrunkenen Quirke durch ein morgengraues Dublin des Jahres 1950. Die karge Wohnung. Erinnerungsstücke an bessere Tage. Eine Atmosphäre zum Schneiden. Seiten, in denen beißende Kälte regiert. John Banville hat seine neue Visitenkarte vorgelegt.

Der Booker-Preis-Gewinner, der 2006 mit Die See sein Meisterstück vorlegte, verwendet auch im Thrillergenre, Banvilles literarischem Spielbein, Motive aus seinem bisherigen Werk. Verlust des geliebten Partners, Zusammenbruch und Sinnkrise, Flucht in Alkohol und Sarkasmus. Meisterlich verbandelt Black/Banville hierbei das mysteriöse Ableben von Christine Falls mit Schicksalsfäden, die in Quirkes eigene Familie führen. Verwirrende Zustände offenbaren sich. Quirke liebte einst Sarah, die ihm der verhasste Malachy wegschnappte. Trost fand der Pathologe in Sarahs Schwester Delia, bis der Tod auch sie ihm entriss. Von nun an regierte der Alkohol. Einzige Fürsprecher des einsamen Wolfes sind Phoebe, Sarahs und Malachys Tochter, die ihren Onkel heimlich anhimmelt und der über allem thronende Familienpatriarch, Großvater Garret, ein angesehener Dubliner Richter. Ein „nobler“ Familienverband, den der Tod einer jungen Frau nun jäh sprengen wird!

Neben dem sich leise voranschiebenden Plot um verschwundene Waisenkinder und einen alten Verschwörungsskandal der besseren Kreise Dublins und der katholischen Kirche, verwendet Black alle Sorgfalt der Welt, seinen Geschöpfen Leben einzuhauchen. Penibel genaue Charakter- und Milieuzeichnungen der Dubliner Gesellschaft machen den Roman zum reinsten Kammerspiel und bieten fast mehr Lesegenuss als die eigentliche Crimestory. Die Rechnung folgte auf dem Fuße. „Keine typische Thrillerstory“, tönte es aus amerikanischen Amazon-Leserkehlen. Stimmt genau, liebe Krimifreunde! Was ihr hier in Händen haltet, ist weit mehr!--Ravi Unger

kulturnews.de

Benjamin Black ist ein Schwarzseher. Romancier John Banville hat sich das Pseudonym also nicht nur mit fast persiflierender Plattheit, sondern auch als düsteres Omen für seinen ersten Krimi ausgesucht. Allerdings gelingt ihm mit "Nicht frei von Sünde" weder die tiefenpsychologische Literatur, die man von Banville gewohnt ist, noch fertigt er einfach eine spannende Geschichte an. Zu ausufernd erzählt er. Zu unspektakulär. Pathologe Quirke erwischt den hoch angesehenen Gynäkologen Malachy beim Fälschen der Akte einer Verstorbenen. Quirke vertuscht den Vorfall, da Malachys Vater ihn einst aus dem Waisenhaus holte und die Familienehre leiden könnte: Die Tote war Hausmädchen bei Malachy und ist anscheinend bei der Geburt eines Kindes verblutet. Bald plagen Quirke wegen dieses Akts der Loyalität Gewissensbisse, und er versucht auf eigene Faust, mehr über die Sache herauszufinden. Seine Nachforschungen nehmen allerdings nur einen kleinen Teil der gut sieben Stunden Spielzeit des Hörbuchs ein; zu wenig für einen echten Krimi. Für den großen Moralroman, den Banville/Black hier versucht - über Irland und Amerika, über Katholizismus, die Frage, wer Kinder haben darf und wer nicht, über die 50er-Jahre und ihr bürgerliches Patriarchentum -, ist der detektivische Handlungsstrang allerdings ein Störfaktor. Dass die Zerstreuung durchaus auch ein Stilmittel ist und erst am Ende die wahre Ungeheuerlichkeit und das große Ganze zutage treten, dem Hörer seine eigene Unterschätzung der Tragweite um die Ohren fliegt, ist ein psychologisch gelungener Kunstgriff. Richtig gut wird "Nicht frei von Sünde" dadurch aber nicht mehr. (kab) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Quirke ist Herr über das Totenreich des Holy Family Hospitals. Er liebt die Abgeschiedenheit der Pathologie, zwei Stockwerke unter dem geschäftigen Treiben auf den Straßen Dublins. Dann wirft die Leiche der jungen Christine Falls Fragen auf. Und Quirke begibt sich, auf der Suche nach Antworten, in die Welt der Lebenden, wo sich die Abgründe seiner eigenen Familie vor ihm auftun. Es ist mitten in der Nacht, als Quirke seinen Schwager Malachy, den überaus angesehenen Leiter der Geburtsklinik, in der Pathologie überrascht , gebeugt über die Akte Christine Falls. Das Erscheinen des seltenen Gastes erweckt Quirkes Argwohn und regt ihn zu Nachforschungen an. Er findet heraus, dass Christine Falls keineswegs an einer Lungenembolie gestorben ist, wie auf dem Totenschein vermerkt, und dass sie das Schicksal vieler junger Frauen im Irland der Fünfzigerjahre teilte. Quirke forscht weiter und gerät mit der eigenen Vergangenheit und dem katholischen Establishment in Konflikt. Die Fäden laufen im tief verschneiten Boston zusammen.

Klappentext

Quirke ist Chefpathologe des Holy Family Krankenhauses. Er liebt die Friedfertigkeit der Toten, zwei Stockwerke unter dem geschäftigen Treiben Dublins. Doch als die Leiche der jungen Frau Christine Falls auftaucht, die dort nicht hingehört, wird der Seelenruhe ein jähes Ende gesetzt. Um das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften, begibt sich Quirke in die Welt der Lebenden. Seine Ermittlungen führen ihn in das Zentrum einer kriminellen Verschwörung: die eigene Familie. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

John Banville / Benjamin Black, 1945 geboren, gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Irlands. Sein umfangreiches literarisches Werk wurde mehrfach, auch international, ausgezeichnet. John Banville lebt und arbeitet in Dublin und schreibt unter dem Pseudonym Benjamin Black Krimis und Thriller.Christa Schuenke, geboren 1948 in Weimar, studierte Englisch und Französisch in Leipzig und absolvierte ein Philosophiestudium in Berlin. Sie ist seit 1978 als literarische Übersetzerin aus dem Englischen und Amerikanischen aktiv. Einen Namen machte sie sich vor allem mit Klassikerübertragungen, darunter William Shakespeare, John Donne, Herman Melville, John Keats oder Edgar Allan Poe. Dafür wurde sie u.a. mit dem Christoph-Martin-Wieland-Preis und dem Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet. Christa Schuenke lebt in Berlin.
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