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... virtuos, 31. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Nicht zu fassen: Rezensionen von Büchern, die nie geschrieben wurden (Taschenbuch)
Welche Art der Besprechung passt besser zu einem Buch, in dem es um Rezensionen von Büchern geht, die nie geschrieben wurden, als eine Auswahl von Kritiken aus einigen literarischen Leitmedien zur Veröffentlichung von Nicht zu fassen von Bernd Wahlbrinck, die wohl leider und dies liegt weder an der Qualität des vorliegenden Bändchens noch an seinem Autor nie geschrieben werden?
So hätte die Bild in Anlehnung an ihre Nachricht zur Ernennung des Papstes titeln können Wir sind Wahlbrinck, um dann in typisch sachlichem Ton im nachfolgenden Text die herausragende Qualität und den überbordenden Einfallsreichtum des Autors in den Himmel zu loben: Diesen spät aufgegangenen Stern am Literaturhimmel, der sprachlich so erhellend und in seinen Aussagen klar leuchtet, muss man einfach gelesen haben.
Etwas nüchtern differenzierter, doch auch eine stille, nichtsdestotrotz nachdrücklich wohlwollende Gewogenheit signalisierend, wäre die Rezension in der FAZ ausgefallen. Die Vielfalt der Ideen, gewonnen aus einem gedanken- und sprachleeren Raum denn Wahlbrinck referiert ja nicht auf Existentes, sondern spielt mit dem, was nicht ist, aber dennoch die Grundlage seiner Texte bildet ist beeindruckend. Er bewahrt sich zudem eine künstlerische Eigenständigkeit von seinem literarischen Vorbild Stanislav Lem, indem er eine Symbiose zwischen seinen Texten und diesen vorangestellten grafischen Kleinoden, die zumeist einen oft alltagsphilosophisch anmutenden Ausgangspunkt für die darauffolgenden Texte bilden, herstellt.
Auch die Brigitte hätte sicherlich ihren Beitrag zur steigenden Popularität des Autors geleistet: esonders hervorheben muss man die sanft humoristischen Elemente der Texte und ihre dem Leben nachempfundenen Alltagsthematiken. Die Informationen zur Vita des Autors, seinen literarischen Werdegang und Spekulationen zu seiner Zukunft kulminieren in folgender Frage: Wird die Schule und werden ihre Schüler (Wahlbrinck ist bekanntlich Lehrer an einer höheren Bildungsanstalt im nordwestlichen Nordrhein-Westfalen, Anmerk. der Redaktion) in diesen Zeiten des Bildungsnotstandes einen solchen Pädagogen an den in jeder Hinsicht gewinnträchtigeren Kulturbetrieb verlieren?
Die Zeitung aus der Geburtsstadt des Autors, die vielzitierte NOZ, wäre wohl zu folgendem Ergebnis gekommen: Wahlbrinck bewegt sich virtuos auf verschiedenen literarischen Ebenen. So findet man in seinen Texten lyrische, epische und auch ansatzweise dramatische Elemente, die sich abwechseln und sinnvoll ergänzen und beim Rezipienten immer neue Leseerfahrungen aufkommen lassen. Einige englische Texte am Ende des Buches weisen den Autor zudem als Kenner dieser Sprache aus.
Da bleibt mir nur hinzuzufügen: Egal was die anderen sagen oder gesagt hätten, die Lektüre von Nicht zu fassen ist absolut lohnenswert. Deshalb rann an das Buch, bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil.
Jörg Lindenmeyer
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surreal, 24. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Nicht zu fassen: Rezensionen von Büchern, die nie geschrieben wurden (Taschenbuch)
strotzt vor Kreativität und Ideenreichtum, Humor auf mehreren Ebenen, der dem Leser aber auch einige Voraussetzungen abverlangt. Man sollte schon wissen, wer Stanislaw Lem ist, oder den Bruder von Thea Kulpa kennen...
kurz: man findet so ein Juwel nicht an jeder Ecke!
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nicht zu fassen, 21. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Nicht zu fassen: Rezensionen von Büchern, die nie geschrieben wurden (Taschenbuch)
Anders als der Freiherr zu G* gibt Bernd Wahlbrinck in "Nicht zu fassen. Rezensionen von Büchern, die nie geschrieben wurden', seine Quellen vollständig an. Sie haben nur einen Haken: Es gibt sie gar nicht. Verschmitzt hat der Autor ganz alleine ein komplettes imaginäres Verlagsprogramm erfunden, immerhin um die vierzig Titel, die dem Publikum in kurzen Besprechungen vorgestellt werden, wobei sogar Fotos der Cover nicht vergessen sind. Mit skurrilem, erfindungsreichem Humor blättert der Autor den Katalog dieser Werke auf, die alle erdenklichen Themen von Gedichtsammlungen zum Muttertag (wo neben der Mutter auch der Schraube gedacht wird) bis hin zum Lebenslauf Al Dentes, des Neffen von Al Capone, berühren. Besonders gefiel mir eine "Kinderkram"' betitelte erziehungswissenschaftliche Schrift Rolf Zucchinis, die der Autor zum Anlass nimmt, entzückende Kinderbemerkungen mitzuteilen wie z.B.: '"Ich hab einen schlechten Traum gehabt. Der ist schonmal im Fernsehen gelaufen" (6 Jahre) oder "Es gibt Menschen, die gehen nicht schnell genug, denen fällt ein Blatt auf den Kopf" (4 Jahre) oder '"Wie ist Gott selber hergestellt worden?"' (4 Jahre) - Auch in seiner Ausstattung (Farbdruck und Glanzpapier) ein gewinnendes Büchlein, das sich bestens als Mitbringsel oder kleines Geschenk eignet: Man kann ganz sicher sein, damit Vergnügen zu bereiten.
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