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Nicht die ganze Wahrheit: Roman
 
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Nicht die ganze Wahrheit: Roman [Taschenbuch]

Dirk Kurbjuweit
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423138564
  • ISBN-13: 978-3423138567
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 202.243 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Dirk Kurbjuweit
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»›Nicht die ganze Wahrheit‹ ist ein sensibles Buch über die Liebe in der Politik, die Liebe im Zeitalter des Internets.«
Andrea Herdegen, Frankenpost und Hofer Anzeiger 29.12.2010

Kurzbeschreibung

Arthur Koenen trocknet Tränen betrogener Frauen und archiviert Träume junger Geliebter. Seit Jahren ist der Privatdetektiv auf Ehebruch spezialisiert. Als diskretem Ermittler mit moralischen Prinzipien widerstrebt Koenen die voyeuristische Seite seiner Arbeit. Trotzdem

gerät er bei der Beschattung eines Parteivorsitzenden einer großen Partei tief in den Berliner Politsumpf. Ränke und Intrigen, Lügen und die Liebe einer jungen Abgeordneten zu ihrem politischen Gegner ziehen ihn in ihren Bann. Als Koenens Ermittlung eine überraschende Wendung nimmt, stellt er sein Berufsethos in Frage: Muss er wirklich die ganze Wahrheit sagen? Er möchte die junge Frau schützen, die er enttarnen sollte. Er hat sich verliebt.

»Wenn die Protagonisten in Berlin nur einen Funken von dem Geist und der Leidenschaft besitzen, die dieser Roman ihnen zutraut, ist es um die Republik vielleicht doch nicht so schlecht bestellt.« Felicitas von Lovenberg in der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Macht und Liebe 19. November 2010
Von Chatwin
Format:Taschenbuch
Ist das Buch die Zeit und das Geld wert? Kurbjuweit gibt im Rahmen einer Detektivgeschichte prägnante Einblicke in Persönlichkeitsstrukturen von Machtmenschen des politischen Berlins - manche Formulierungen ließen mich kurz auflachen - aber sonst kennt man das ja (aus Talkshows, Nachrichten, etc.) - Lügen macht hässlich und es ist eine sehr traurige Welt, die von Machtstreben und Eitelkeiten beherrscht wird - wer das vertiefen möchte, kann ein paar vergnügliche Stunden haben - ich vermute jedoch, das Buch ist ohne Bestand.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts Ganzes, nichts Halbes 17. Dezember 2011
Format:Taschenbuch
Das Buch ist nichts Ganzes und nichts Halbes: ein bestenfalls angedeuteter Schlüsselroman, in dem die Sozialreformpolitik des Kanzlers Schröder mit der Chiffre "Hartz 4" den zeithistorischen Kontext bildet; zu Beginn und gegen Ende mehr eine Detektivgeschichte und zwischendrin ein moderner Brief-, also Email-Roman. Letztere sind die retardierenden Elemente, die den Polit-Flair liefern sollen, die Dilemma-Situationen der Entscheider, ihre Gewissensnöte. Das ganze Konstrukt, wonach Spitzenpolitiker nächstens in ausführlichen Emails ihr Tagwerk reflektieren, ist aber etwa so realistisch und nachvollziehbar wie die ausgeklügelten amourösen Aufzugfahrten mit genau getimten "Zwischengeschoß-Küssen". Von einem Spiegel-Autor, dem im Nachrichtenmagazin schon etliche Glanzstücke gelungen sind und der mit dem Hauptstadt-Betrieb Berlins vertraut ist, hätte ich deutlich mehr erwartet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kolportageroman im Krimigenre 20. November 2011
Von Dr. M.
Format:Taschenbuch
Arthur Koenen, der Ich-Erzähler in diesem merkwürdigen Mix aus E-Mail-Schmonzette und Philip-Marlowe-Krimi, wird von Ute Schilf, der Ehefrau des Vorsitzenden einer großen Partei, die unschwer als die SPD zu erkennen ist, beauftragt herauszufinden, ob und mit wem ihr Mann Leo sie betrügt. Über heimliche Küsse im Fahrstuhl der Parteizentrale kommt Koenen der Liebschaft tatsächlich auf die Spur. Letzte Beweise bringen ein Einbruch in die Wohnung der Geliebten (mit dem der Roman beginnt) und das Ausspähen ihres E-Mail-Verkehrs. Die Beschattungsarbeit geht weiter, führt Koenen auf einen Kutter, wo der ehebrecherische Parteichef zum Zwecke des Stimmenfangs Fische sezieren muss, und schließlich zum Parteitag, wo Anna, die Geliebte, ebenfalls Parteimitglied, auf das geheime Liebes-Codewort "Oktopus" wartet. Im Hintergrund läuft der parteiinterne Streit um umstrittene Sozialreformen der Regierung (als Synekdoche fungiert "Zahnersatz"), gegen die Anna, die "Rebellin", sich medienwirksam auflehnt. Koenen füllt eine Mappe mit entlarvenden Informationen, ist sich am Ende aber nicht mehr sicher, wie er mit dem Wissen umgehen soll, das Annas Liebe unweigerlich zerstören würde. Denn unwissentlich hat Anna sich in sein Herz geschlichen. Da kommt der geheimnisvolle Mann im Cord-Anzug gerade recht, dessen Geheimnis der Privatdetektiv bei seinen Recherchen ebenfalls auf die Schliche gekommen ist: Koenen versucht ein riskantes Spiel, bei dem es nach seiner Überzeugung nur Sieger geben kann - wenn alles klappt wie geplant.

Reduziert man Kurbjuweits Stoff auf das Handlungsgerüst, steht man vor einem Kolportageroman im Krimigenre. Dass vor allem in den wiedergegebenen E-Mails ständig "gef***" und "gev***" [Zensur von mir] wird, verstärkt diesen Eindruck. E-Mail und SMS als Verbalventil für sexuell frustrierte Politik-Aufsteigerinnen, die schreiben wie Dieter Bohlen nicht mal spricht, wenn er besoffen ist, naturgetreu wiedergegeben von SPIEGEL-Chefaufklärer Kurbjuweit: Wer, bitteschön, soll das glauben? Das ist kein Naturalismus mehr, das ist gewollt und in der Häufigkeit penetrant und zielt nur auf den Effekt: kolportagehaft eben wie die tragenden Säulen der Handlung. Die Betrogene und der Detektiv, die Ehebruchsgeschichte, die Schwangerschaft mit anschließender Abtreibung als Element der Verwicklung, Finte und Ende: Kurbjuweit verbirgt diese Klischees zwar in einer einigermaßen originell gebauten Erzählung, aber er wird sie nicht los. Er begibt sich zwar in ein Milieu, in dem er sich auskennt und das er daher authentisch und mit Gewinn für den Leser zu schildern vermag, aber er erklimmt damit weder literarische Höhen - dafür bleibt seine Erzählung trotz der verschachtelten Anordnung der Ereignisse zu konventionell - noch weiß er durch eine raffiniert geschmiedete Geschichte zu fesseln. Vor allem gelingt es ihm nicht, Figuren zu erschaffen, die dem Leser nicht piepegal sind: Anna ist eine dumme Gans, die selbst schuld ist, Leo ein arroganter Opportunist, Ute, seine Frau, eine kühle Diva und Koenen, der Ich-Erzähler, eine dürftige deutsche Ausgabe von Philip Marlowe. Wo dieser viril seine Ecken und Kanten zeigen durfte, bleibt Koenen ein Privatschnüffler im Piefke-Format. Wirklich interessant ist Kurbjuweits Buch nur da, wo der ranghohe Journalist aus der Schule plaudert, wo er den Polit-Zirkus lebendig werden lässt, zu dessen Akrobaten er als Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros selbst gehört.

In einer Szene beschwert sich Anna bei Leo über die unvorteilhafte Geschichte, die der Reporter eines angesehenen Magazins, ein Mann, mit dem sie sich bei den Treffen eigentlich sehr gut verstanden hat, aus dem Interview mit ihr gewoben hat. Im SPIEGEL Nr. 22/2009 befindet sich ein Beitrag von Kurbjuweit über den JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder, den man als einen ähnlichen Polit-Aufsteiger wie Anna Tauert betrachten könnte. Wenn der 29-jährige Nachwuchspolitiker heute über sich lesen kann, er bewege sich "schwerfällig", sei ein "Machtpolitiker ohne Machtaura" und "zu jeder Heuchelei bereit", dürften die enttäuschten Erwartungen gemessen an dem, was sich Mißfelder bei den rund zwölf Treffen mit Kurbjuweit vorgestellt hat, denen der Anna Tauert in diesem Buch gleichen. Aber so ist das im ewigen Duell zwischen Politik und Journalismus: Die ganze Wahrheit ist gar nicht so leicht auszumachen. Sie muss irgendwo zwischen den selbstgefälligen Darstellungen liegen, die beide Lager mit unterschiedlichen Interessen gern inszenieren. Eine Inszenierung ist auch dieses Buch, eine mit Unterhaltungswert, zweifellos. Die Wirkung, die Kurbjuweits kurzweilig geschriebene Prosa beim Leser hinterlässt, hält freilich nicht länger an als die eines mäßig spannenden ZDF-Fernsehfilms der Woche.
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