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Nicht alle waren Mörder: Eine Kindheit in Berlin
 
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Nicht alle waren Mörder: Eine Kindheit in Berlin [Taschenbuch]

Michael Degen
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ende der Dreißiger wurde es für die jüdische Familie Degen in Berlin gefährlich. Den Vater brachte man ins KZ Sachsenhausen, die Folgen der Mißhandlungen überlebte er nicht. Der ältere Sohn entkam nach Schweden. Dem noch nicht einmal zehnjährigen Michael und seiner Mutter blieb nichts anderes übrig als unterzutauchen, um den Krieg irgendwie zu überstehen. Das jahrelange Verstecken konnte nur gelingen mit tatkräftiger Unterstützung couragierter, nichtjüdischer Mitbürger, die damit häufig genug ihr eigenes Leben riskierten. Der Kommunist neben der russischen Aristokratin, die Oma mit ihren anschaffenden Töchtern, der sozialdemokratische Hühnerzüchter, der Freund von der HJ und noch einige andere bildete die bunt zusammengewürfelte Helferschar, ohne die kein Überleben möglich gewesen wäre.

Merkwürdig nur, in welchem Gegensatz die schlimmen Ereignisse zu deren Schilderung stehen. Bei Degen hat man häufig den Eindruck, der Krieg sei so etwas wie ein großer Abenteuerspielplatz gewesen, auf dem sich das Gros der harmlosen Deutschen tummelte, eingeschüchtert oder verführt von den Nazis. Sogar der Antisemitismus erscheint nur als Hitlers Privatkrieg gegen den Lieblingsfeind. Die Geschichten kommen meist daher wie ein Kaffeeklatsch über den kürzlichen Zoobesuch am Raubtiergehege und sind entsprechend verharmlosend und verklärend.

Degen meint es gut und will jenen ein Denkmal setzen, die im Kleinen den Kampf gegen das Naziregime aufgenommen haben. Es steht jedoch zu befürchten, daß gerade der "Blick des Jungen", mit dem das Buch geschrieben ist, genau jenen entgegenkommt, die im "Tausendjährigen Reich" alt genug waren, um selber Dreck am Stecken zu sammeln.

Michael Degen ist ein beliebter Schauspieler, aus Theater und Fernsehen wohlbekannt. Ich denke, auch mit seinen Kindheitserinnerungen wird er sein Publikum glänzend unterhalten. --Jürgen Grande -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Als 1942 die ersten Bomben auf Berlin fielen, war Michael Degen zehn Jahre alt. Ein Jahr später mussten er und seine Mutter in den Untergrund. Zwei Jahre lang, immer auf der Flucht vor Verrat, Entdeckung und dem sicheren Tod verbrachte Michael Degen seine Kindheit.
Einfühlsam, ohne jede Sentimentalität und aus der Sicht des Jungen erzählt der bekannte Schauspieler seine Erlebnisse und erinnert sich liebevoll an die Menschen, denen er eigentlich sein Leben verdankt.

Umschlagtext

Elf Jahre war Michael Degen alt, als seine Mutter und er beobachteten, wie Nachbarn aus den Häusern ihrer Straße in Berlin abtransportiert wurden. Sie handelten schnell. Das Nötigste, nur Geld und Schmuck, nahm die Mutter, und dann ging sie mit dem Jungen an der Hand an den Uniformierten vorbei. Es war lebensgefährlich in Berlin geworden, nicht nur für Juden wie sie. Jeden Tag, jede Nacht fielen Bomben auf die Stadt, aber es gab Freunde, die ihnen weiterhalfen, und als es für die Freunde lebensgefährlich wurde, halfen andere Menschen, die nicht fragten, die sie versteckten, ganz normale Menschen in einer Welt, die aus den Angeln gehoben war. Daß Michael Degen Erna und Käthe Niehoff, Marthchen Schewe, dem Kommunisten Hotze, dem Lokomotivführer Redlich, dessen Züge die schrecklichste aller Endstationen hatten, und vielen anderen sein Leben verdankt, hat er nie vergessen. Und deshalb erinnert er sich mit schmerzhafter Genauigkeit an die Jahre der Flucht, an das Leben im Untergrund, um ihnen, den Namenlosen ein Denkmal zu setzen. So sehr Michael Degen den Leser auch mitnimmt in die Zeit der Angst, dieses Buch ist voller komischer, skurriler Erlebnisse und Merkwürdigkeiten und beschreibt Geschichte auf eine ganz andere Art. Mit dem Blick des Jungen, für den der Krieg eine Mischung aus Abenteuer und Wahnsinn ist, und dem Wissen des Erwachsenen erzählt, zittert der Leser mit ihm, wenn die Streife nach dem Ausweis fragt, wenn wieder Bomben fallen oder seine Mutter und er erneut flüchten müssen, zu Fuß oder mit der verbotenen S-Bahn. Erkannt, entdeckt und abtransportiert zu werden, das war die tägliche Bedrohung. Ein beeindruckendes, aufregendes Buch, ohne Bitterkeit und Anklage geschrieben, mit der Genauigkeit eines wachen Beobachters, voller unglaublicher Erlebnisse und mutiger Menschen, die einem vertraut werden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Jürgen Joedicke, einer der angesehensten Kenner der Modernen Architektur, ordnet das Werk Härings in die geschichtlichen Dimensionen ein und versucht der Legendenbildung entgegenzuwirken -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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